30. VCÖ-Mobilitätspreis „Aufbruch in der Mobilität“

Sujet VCÖ-Mobilitätspreis 2021

VCÖ-Mobilitätspreis Österreich für Carsharing Österreich

Die Plattform Carsharing Österreich ist Gesamtsieger des 30. VCÖ-Mobilitätspreises Österreich. Zwölf weitere Projekte wurden bei Österreichs größtem Wettbewerb für nachhaltige Mobilität von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, VCÖ und ÖBB-CEO Andreas Matthä ausgezeichnet.

Der VCÖ-Mobilitätspreis, der heuer zum 30. Mal durchgeführt wurde, stand unter dem Motto „Aufbruch in der Mobilität.“ „Der Verkehr steht am Beginn der größten Veränderungen seit der Massenmotorisierung. Es sind mehrere Transformationsprozesse, die gleichzeitig laufen und einander verstärken, wie zunehmende E-Mobilität im Rahmen der Energiewende, Digitalisierung, Sharing, verstärkte Multimodalität und die globale Anstrengung, Mobilität und Gütertransport auf Klimakurs zu bringen“, erklärt VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak. Der VCÖ-Mobilitätspreis wird in Kooperation mit dem Klimaschutzministerium und den ÖBB durchgeführt. Die Anzahl der Einreichungen war mit 375 Projekten und Konzepten sehr hoch.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler: „Jedes Jahr zeichnet der VCÖ-Mobilitätspreis tolle Projekte aus und holt damit Ideen vor den Vorhang, die vorzeigen, welche Vorteile klimafreundliche Mobilität für uns alle bringt. Ich darf allen Gewinnerinnen und Gewinner sehr herzlich gratulieren und mich für das Engagement bedanken. Mehr Klimaschutz im Verkehr bedeutet mehr Lebensqualität für uns Menschen. Ich freue mich auf die grüne Verkehrszukunft, die wir heute schon sehen durften.“ „Die innovativen und zukunftsweisenden Projekte des VCÖ-Mobilitätspreises tragen wesentlich dazu bei, die Menschen für umweltfreundliche Lösungen und Angebote zu begeistern,“ gratuliert ÖBB CEO Andreas Matthä.

Gesamtsieger und Gewinner der Kategorie Sharing beim VCÖ-Mobilitätspreis 2021 ist die Plattform Carsharing Österreich. Aktuell elf regionale Carsharing-Betriebe aus Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark haben sich zu einer Plattform mit einheitlichem Tarif zusammengeschlossen. Die mehr als 1.000 Mitglieder können zusätzlich zum Angebot vor Ort nun auch das Angebot in den anderen Regionen nutzen. Alle Pkw sind Elektroautos. Das Potenzial für Carsharing ist groß. Der VCÖ weist darauf hin, dass Pkw im Schnitt lediglich 1 Stunde am Tag im Einsatz sind, 23 Stunden am Tag sind sie keine Fahrzeuge, sondern Stehzeuge. Selbst die Herstellung eines Kleinwagens verursacht laut Umweltbundesamt mehr als 8.500 Gramm CO2, von Modellen der Oberklasse mehr als 12.000 Kilogramm CO2.

 

Die Kategorie "Sharing" wurde von Siemens unterstützt. Andreas Palffy, CFO Siemens Mobility Austria: „Um die dringend nötige Dekarbonisierung der Mobilität voran zu treiben, müssen wir die leistungsfähige und nachhaltige Schiene sowie die sharing economy auf der last mile des Straßenverkehrs stärken. Das Siegerprojekt Carsharing Austria greift genau diese Fragestellung auf: Mit einer smarten Digitalisierungslösung werden Schnittstellen aufgelöst, Mobilität wird niederschwellig verfügbar und nahtlos benutzbar. Ich gratuliere herzlich zu dieser Innovation, die auf dem Markt bestimmt großen Zuspruch haben wird.“

Der Sieg in der Kategorie „Kinder- und Jugendmobilität beim 30. VCÖ-Mobilitätspreis geht an das BRG Wels Wallererstraße für „Bike&Meet“. Wegen der zunehmenden Verkehrsprobleme durch Elterntaxis wurde im Schuljahr 2018/19 eine Bikeline eingerichtet. Schülerinnen und Schüler treffen sich seither an Bike-Stationen und radeln dann gemeinsam in die Schule. Bewegung der Kinder wird gefördert, zudem gibt es für die Schülerinnen und Schüler Radfahrtrainings und Radservice.

Die 40 Unternehmen in Vorarlberg umfassende Plattform V gewinnt die Kategorie „Mobilitätsmanagement“. Ziel ist es, Autofahrten zur Arbeit zu reduzieren. FH-JOANNEUM ist Gewinnerin der Kategorie „Generationengerechte und sozial inklusive Mobilität“ mit dem Projekt SOULMATE, eine App, die ältere Menschen in ihrer Mobilität unterstützt. Das Konzept „Autofreie Innenstadt in Villach“ der Bewegung Verantwortung Erde gewinnt die Kategorie „Ideen“.

Die KONE AG in Wien setzt für die Service-Technik verstärkt Transport-Fahrräder ein und gewinnt damit die Kategorie „Emissionsfreie Logistik“. Für die VMOBIL Radboxen an Bahnhöfen wird der Verkehrsverbund Vorarlberg in der Kategorie „Multimodalität“ ausgezeichnet. Die Kategorie Digitalisierung gewinnt die TU Wien für das Tool StreeTUner, mit dem die Neugestaltung bestehender Straßen einfach visualisiert werden kann. Der Sieg in der Kategorie Energiewende geht an die Holding Graz für das Forschungsprojekt move2zero zur Umstellung der öffentlichen Busflotte auf emissionsfreie Antriebe.

Die Kategorie Internationale Vorbildprojekte gewinnt die HafenCity Universität Hamburg für die BlueGreenStreets. Dabei werden urbane Straßenräume multifunktional gestaltet und an den Klimawandel angepasst. Ebenso international wirkt das Projekt Danube Cycle Plans des Umweltbundesamts für die Erhöhung des Radverkehrsanteils im Donauraum. Und Artgineering aus Brüssel gewinnt für den Masterplan Radoffensive Graz 2030 die Kategorie „Raumordnung“, die von der Österreichischen Hagelversicherung unterstützt wird. Deren Pressesprecher Mario Winkler gratuliert und betont: „Konsequenter Klima- und Bodenschutz tragen zu einer nachhaltigen regionalen Wirtschaft bei, die Arbeitsplätze schafft und die Ernährung der Menschen in Städten und am Land sichert. Nur so können wir unseren Kindern eine intakte Umwelt und Natur für eine lebenswerte Zukunft hinterlassen.“

In der 30-Jährigen Geschichte des VCÖ-Mobilitätspreises Österreich gab es insgesamt 6.442 Einreichungen, davon wurden 366 ausgezeichnet. Die Zahl der Einreichungen stieg von 36 im Jahr 1992 über 83 im Jahr 2001, 261 im Jahr 2011 auf 375 im heurigen Jahr. Die heuer eingereichten Projekte wurden in 12 Kategorien von insgesamt 52 Fachleuten bewertet, die jeweils fünf am besten bewerteten Projekte konnten bei einem Online-Voting noch Zusatzpunkte erhalten.

VCÖ-Mobilitätspreis Österreich 2021– Die Preisträger

GESAMTSIEGER: Carsharing Österreich

Kategorie Kinder- und Jugendmobilität
„Meet & Bike“ – BRG Wels Wallererstraße

Kategorie Energiewende in der Mobilität
Move2zero – Dekarbonisierung der Busflotte - Holding Graz

Kategorie Öffentlicher Verkehr und Multimodalität
VMOBIL Radboxen – Verkehrsverbund Vorarlberg

Kategorie Emissionsfreier Gütertransport und Logistik
Pilotprojekt LOGSTEP. CO2-freie Logistik für die Service-Technik. KONE AG

Kategorie Digitalisierung
StreeTUner, gestalte deine Straße – TU Wien

Kategorie Bewegungsaktive Mobilität
Danube Cycle Plans - Umweltbundesamt

Kategorie Generationengerechte und sozial inklusive Mobilität
SOULMATE, Sicheres Mobil sein für Best Agers. FH-JOANNEUM

Kategorie Raumordnung und Siedlungsentwicklung
Masterplan Radoffensive Graz 2030 - Artgineering

Kategorie Forschung und wissenschaftliche Studien
FAIRSPACE – Aktiv-mobile Flächennutzung – TU Wien

Kategorie Mobilitätsmanagement
Mobility V – Plattform V

Kategorie Ideen, Konzepte und Pilotprojekte
Autofreie Innenstadt und Stadtteil-Oasen – Verantwortung Erde

Kategorie Internationale Vorbildprojekte
BlueGreenStreets. Multifunktionale Straßenraumgestaltung. HafenCity Universität Hamburg

powered by:

 

 

unterstützt von:

 

 

Ausgezeichnete Projekte

Wählen Sie ein Jahr aus und informieren Sie sich über die beim VCÖ-Mobilitätspreis ausgezeichneten Projekte (PDF-Dokumente).

2021 2020 2019 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010

Das Video zum Siegerprojekts des VCÖ-Mobilitätspreis 2020

Der VCÖ verwendet Spenden sparsam und zielgerichtet und trägt daher das Österreichische Spendengütesiegel.

Aktuelle VCÖ-Themenschwerpunkte

Mehr Platz für bewegungsaktive Mobilität

Grünflächen und begrünte Straßen fördern aktive Mobilität, wirken Hitzeinseln entgegen und tragen zum psychischen Wohlbefinden bei.

mehr erfahren

Mobilitätsfaktoren Wohnen und Siedlungsentwicklung

Wohnen beeinflusst die Klimabilanz der Mobilität stark. Die Wohnungs- und Siedlungspolitik ist ein wichtiger Hebel zum Erreichen der Klimaziele im Verkehr.

mehr erfahren

Güterverkehr auf Klimakurs bringen

Angesichts der Klimakrise steht der Güterverkehr vor großen Herausforderungen. Der Güterverkehr hat in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen – vor allem auf der Straße.

mehr erfahren