Smart Heat and Drive

eingereicht von KWG - Kraftwerk Glatzing-Rüstorf eGene

Kurzbeschreibung

KWG - Kraftwerk Glatzing-Rüstorf hat das Projekt Smart Heat & Drive gemeinsam mit dem EMC - ElektroMobilitätsClub Österreich und KNV Energietechnik GmbH entwickelt. Gemeinsam arbeiten die Firmen an der Umsetzung. Das Laden von Elektroautos und die Steuerung von Wärmepumpen sollen auf Basis von Netzbelastungen bzw. Strompreissignalen gesteuert werden: Strom wird für Mobilität und Wärme genutzt, wenn das Stromnetz wenig belastet ist, überschüssiger Strom erzeugt wird und die Strompreise günstig sind.

  • Die Ausnutzung der Produktion von Wasserkraftwerken kann in der Nacht auf bis zu 100% erhöht werden
  • Batterien von Elektroautos und die thermische Speichermasse von Gebäuden puffern überschüssige Energie
  • Vermeidung von Überlasten im Haushalt durch gezielte Ansteuerung der Wallbox und der Wärmepumpe
  • Endkunden können pro Jahr bis zu 200 EUR einsparen
  • Teure Netzausbauten können durch dieses intelligente Lastmanagement vermieden werden. Einsparungen in Millionenhöhe sind denkbar

Innovation

Dunkelflaute ist ein Schlüsselbegriff der Energiewende. Sie bezeichnet die schwierige Situation wenn im europäischen Stromnetz Windstille und Nacht zusammentreffen. Wasserkraft kennt keine Dunkelflaute. Damit bleibt einzig die Aufgabe flexible Verbraucher an die Produktion und Auslastung der Wasserkraft anzupassen. Eine der besten Möglichkeiten dafür sind Häuser, die mit Wärmepumpe beheizt werden und die Bewohner Nutzer eines Elektroautos sind. Hier kann der Betrieb bzw. die Aufladung perfekt nach den Stromnetzbelastungen und Erzeugungsleistungen geregelt werden. Zu Lastspitzenzeiten moduliert die Wärmepumpe zurück und die Ladung des E-Mobiles wird gedrosselt. Zu Überschusszeiten moduliert die Wärmepumpe hoch und die Ladequote des E-Mobiles wird entsprechend gesteigert. Das Haus als thermische Batterie und der Akku des Elektroautos dienen dem Stromnetz zum Ausgleich der Lastschwankungen und ermöglichen eine deutlich verbesserte Ausnutzung der Wasserkraft. Die Wärmepumpe bekommt als zentrales Hirn der Haustechnik ständig per Internetanbindung die Information vom Stromlieferanten und gibt sie an die Wallbox des E-Mobiles weiter. Eine wichtige Voraussetzung bzw. Enable-Technologie sind die digitalen Stromzähler (Smart Meter), die in Österreich flächendeckend ausgerollt werden. Es gibt bei dieser Sektorkopplung nur Gewinner:

  • Ökostrom wird optimal ausgenutzt und muss nicht abgeregelt oder vergeudet werden.
  • Bestehende Spitzen im Netz werden Richtung Schwachlastzeiten verschoben und neue Spitzen werden vermieden. Die eigene Brieftasche profitiert
  • Die Stromversorgung der E-Autos und Wärmepumpen ist mit bestehenden Netzen durchführbar und teure Netzausbauten könnten minimiert werden
  • Die Gefahr eines Blackouts aufgrund Netzlastschwankungen wird signifikant reduziert
  • Der hohe Komfort für den Besitzer durch die automatische Steuerung
  • Und nicht zuletzt die Anwender, die mit ruhigem Gewissen ihre Elektroautos und ihre Wärmepumpe betreiben und sich der Nachhaltigkeit ihres Handelns bewusst sind.