Umfrage-Ergebnisse „Wie gut sind die Bedingungen fürs Gehen in Ihrem Wohnort?“

Der VCÖ führte diese nicht-repräsentative Umfrage vom 25. Februar bis 23. März 2021 durch. Mehr als 2.500 Personen haben sich daran beteiligt.

Es gibt zu wenig Platz zum Gehen

65 Prozent der Teilnehmenden gab an, dass keine oder wenige Gehsteige in ihrem Wohnort die empfohlene Mindestbreite von zwei Metern oder mehr haben. Nur bei 30 Prozent sind die meisten oder viele Gehsteige so breit.

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„Auf Straßen ist die Abstellfläche für parkende Autos breiter als der Gehsteig“ - für 74 Prozent trifft diese Aussage in ihrem Ihren Wohnort/Wohnbezirk zu. 49 Prozent der Teilnehmenden gaben an, dass Gegenstände wie Verkehrsschilder oder Werbetafeln sich auf dem Gehsteig befinden und diesen schmäler machen.

55 Prozent ist deutlich mehr oder eher mehr zu Fuß unterwegs als vor der Pandemie, lediglich neun Prozent tun das seltener. Knapp 40 Prozent haben ihr Verhalten nicht geändert.

 

Eingekauft wird zu Fuß

Einkaufen und private Erledigungen (zum Beispiel Apotheke, Arzt) sind die Wege, die Umfrage-Teilnehmende am häufigsten zurücklegen: 66 Prozent tun das täglich oder mehrmals in der Woche. Ähnlich hoch sind die Werte in der Freizeit und Wege zu Bahnhof oder Öffentlichem Verkehr (65 Prozent). Im Vergleich selten gehen Teilnehmende täglich oder mehrmals wöchentlich zu Fuß zur Arbeit (27 Prozent), erledigen Hol- und Bringdienste (16 Prozent) oder dienstlichen Wege (15 Prozent).

Der häufigste Grund nicht zu gehen, ist für 60 Prozent der teilnehmenden Personen der Transport von unhandlichen Dingen. Auch Umwege und Hindernisse auf der Strecke (46 Prozent), zu viel Kfz-Verkehr entlang der Strecke (45 Prozent) und zu hohes Tempo des Kfz-Verkehrs entlang der Strecke (44 Prozent) treffen als Gründe oft oder manchmal zu. Das Wetter (17 Prozent) oder eine nicht barrierefreie Strecke (6 Prozent) spielen bei den Antworten nur eine untergeordnete Rolle.

Große Mehrheit wünscht sich sichere und kürzere Wege

Gute Querungsmöglichkeiten für Gehende bei breiten/stark befahrenen Straßen (86 Prozent), Abkürzungen für Gehende (offene Hausdurchgänge, Brücken etc.) (80 Prozent) und Verkehrsberuhigte Zonen (in Wohngebieten oder vor Schulen etc.) (78 Prozent) würden sehr helfen oder eher helfen, die Bedingungen für das Gehen im Alltag zu verbessern.

Als Maßnahmen, die Bedingungen für das Gehen im Alltag zu verbessern wurden selten genannt: Mehr Gehwege zwischen Siedlung und nächstem Ortsgebiet (55 Prozent) sowie Möglichkeiten, wettergeschützt zu gehen, etwa Hitze Nässe oder Schnee (47 Prozent).

 

Politik soll sich für bessere Bedingungen einsetzen

Eine sehr deutliche Mehrheit von 75 Prozent möchte, dass sich die Politik stärker als bisher für bessere Bedingungen für das Gehen einsetzt. Konkret wünschen sich die Teilnehmenden von den Verantwortlichen in der Politik mehr Fläche zum Gehen: Knapp 88 Prozent befürworten das, nur eine Minderheit von neun Prozent möchte das nicht.

Für immerhin 38 Prozent hat sich die die Situation für Fußgängerinnen und Fußgänger im Wohnort in den den vergangenen Jahren stark oder gering verbessert. Eine Minderheit von 12 Prozent sieht (geringe oder starke) Verschlechterungen. Die Hälfte der Teilnehmenden an der Umfrage gab an, dass die Situation für Fußgängerinnen und Fußgänger gleich geblieben wäre.

 

Einsatz für bessere Bedingungen für das Gehen

Gute Bedingungen für bewegungsaktive Mobilität wie Gehen und Radfahren zu schaffen, ist ein wesentlicher Schritt nicht nur in Richtung Klimaschutz, sondern auch hin zu einer sozial gerechten, leistbaren Mobilität, die allen nützt.

Der VCÖ setzt sich als gemeinnützige Organisation für eine solche ökologisch verträgliche und sozial gerechte Mobilität mit Zukunft ein. Der intensive Einsatz des VCÖ ist nur dank der Unterstützung durch Spenden von Privatpersonen möglich.

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