Ergebnisse der VCÖ-Umfrage: Radfahren 2020

In einer (nicht repräsentativen) Umfrage haben wir Interessierte sowie Unterstützerinnen und Unterstützer des VCÖ um ihre Einschätzungen gebeten: Welche Erfahrungen machen sie derzeit mit dem Radverkehr in Alltag und Freizeit, wo sehen sie Potenzial und Probleme?

Mehr als 2.000 Personen haben sich an der (nicht repräsentativen) Umfrage beteiligt.

Radfahren im Alltag

Mehr als die Hälfte der Befragten nutzt das Fahrrad mehrmals die Woche für den Weg zu Arbeit oder Ausbildungsstätte, aber auch für private Erledigungen wie Einkäufe. Und fast 50 Prozent der Befragten lassen sich auch von den Wintermonaten zwischen November und Februar nicht davon abhalten, mehrmals wöchentlich in die Pedale zu treten. Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zu den Ergebnissen der Umfrage des Jahres 2019.

Auch wenn das Fahrrad stehen bleibt, sind die Befragten überwiegend klimaverträglich unterwegs: Rund 70 Prozent legen einen Teil ihrer Alltagswege zu Fuß zurück, 40 Prozent der Befragten nutzen auch den Öffentlichen Nah- und Regionalverkehr mehrmals pro Woche.

Rund 55 Prozent der Befragten gaben an, eine Zeitkarte für den Öffentlichen Verkehr zu besitzen, 45 Prozent besitzen zurzeit keine. Mit 96 Prozent gab der größte Teil der Befragten an, einen Pkw-Führerschein zu haben. Unter (potenziellen) Autofahrern gibt es demnach eine hohe Bereitschaft, dem Fahrrad wo möglich den Vorzug zu geben.

 

Häufigkeit, Distanzen und Transporte

Wir wollten von den Teilnehmenden der Umfrage wissen, ob sie in den letzten zwölf Monaten häufiger oder seltener als zuvor mit dem Fahrrad unterwegs waren. Immerhin mehr als 27 Prozent gaben an, das Fahrrad etwas öfter oder deutlich öfter als zuvor zu nutzen. Nur 13 Prozent fuhren in den letzten zwölf Monaten seltener mit dem Rad. Auch an diesen Zahlen zeigt sich, dass gute Bedingungen für Radfahrende sich auszahlen und dazu führen, dass mehr mit dem Fahrrad gefahren wird.

Auch Transporte führen die Befragten gerne per Fahrrad durch, wie die Umfrage zeigt: Rund 64 Prozent gaben an, mindestens ein- oder zweimal im Jahr Kleinigkeiten am Gepäckträger zu transportieren, mehr als zwei Drittel nutzen etwa für Einkäufe Fahrradkorb oder Fahrradtasche. Rund 78 Prozent der Umfrageteilnehmenden gaben an, für kleine Transporte Rucksack oder Umhängetasche zu verwenden.

Außerdem gaben immerhin fast 20 Prozent an, wenigstens ein- oder zweimal im Jahr ein Lastenrad oder einen Fahrradanhänger zu verwenden, während knapp elf Prozent mit Kind im Kindersitz oder Anhänger unterwegs waren.

Die Frage nach den zurückgelegten Distanzen pro Jahr wurde wie folgt beantwortet: 20 Prozent fahren weniger als 500 Kikomenter pro Jahr mit dem Fahrrad, 25 Prozent zwischen 500 und 1.000 Kilometer, 30 Prozent fahren 1.000 bis 2.500 Kilometer und 25 Prozent mehr als 2.500 Kilometer pro Jahr.

Zufriedenheit

Wenn es um die allgemeinen Bedingungen für das Radfahren geht, gaben 58 Prozent der Befragten an, grundsätzlich sehr zufrieden oder relativ zufrieden mit der aktuellen Situation zu sein. Immerhin etwas mehr als die Hälfte sehen innerhalb der letzten Jahre Verbesserungen für Radfahrerinnen und Radfahrer in ihrem Wohnort oder Bezirk.

Viel Potenzial wird beim Thema Radabstell-Möglichkeiten, dem gefahrlosen Queren von Hauptstraßen sowie beim Umgang der einzelnen Verkehrsteilnehmenden miteinander gesehen. Eine überwältigende Mehrheit von 95 Prozent spricht sich dafür aus, dass dem Radverkehr im eigenen Wohnort beziehungsweise im eigenen Wohnbezirk mehr Platz eingeräumt werden soll.

Leben Kinder im Haushalt, dann sind es vor allem das hohe Tempo des Kfz-Verkehrs, zu viel Verkehr und fehlende sichere Radverbindungen, die Kinder davon abhalten, Strecken in Radfahrdistanz mit dem Fahrrad zurückzulegen.

 

Radfahren und Öffentliche Verkehrsmittel

Was die Möglichkeiten zur Fahrrad-Mitnahme betrifft, ortet mehr als ein Drittel der Befragten Verbesserungsbedarf bei der Bahn; bei städtischen Öffis ist es sogar mehr als die Hälfte. Auch bei Radabstellanlagen an Haltestellen von Öffentlichen Verkehrsmitteln sind mehr als 46 Prozent der Ansicht, dass diese auszubauen sind.

Mit der Kombination von Fahrrad, E-Bike und Öffentlichem Verkehr lassen sich weite Strecken von Tür zu Tür zurücklegen. Daher ist es wesentlich für die Förderung des Radverkehrs sowie des Öffentlichen Verkehrs, gute Radabstellanlagen zu installieren. Denn für mehr als zwei Drittel ist der Bahnhof beziehungsweise die Haltestelle des öffentlichen Verkehrs gut oder sehr gut mit dem Fahrrad erreichbar.

 

Elektro- und Transport-Fahrräder

Elektro-Fahrräder können auch Personen für das Radfahren motivieren, die bisher nicht Radfahren. Fast 16 Prozent der Befragten gaben an, selbst ein E-Bike zu besitzen, mehr als 38 Prozent haben zumindest einmal eines ausprobiert. Für knapp ein Drittel ist das Thema nicht interessant.

Auf die Frage, ob der Kauf eines E-Bikes interessant wäre, antworteten knapp 33 Prozent zustimmend. Die wichtigsten Argumente für den Kauf eines Elektro-Fahrrads liegen in der Möglichkeit, mit dem Fahrrad weitere Strecken zurückzulegen und in der Möglichkeit Lasten oder Gepäck besser transportieren zu können. 63 Prozent der Teilnehmende, die ein Elektrofahrrad besitzen, legen damit nun weitere Strecken zurück als zuvor ohne E-Bike.

Mehr als 26 Prozent der Befragten haben schon einmal ein Lastenrad oder Transportfahrrad benutzt oder besitzen selbst eines. Knapp 27 Prozent würden zumindest gerne mal die Benutzung ausprobieren. Die Argumente dafür liegen vor allem darin, Kinder, aber auch Einkäufe und Gegenstände bequem damit transportieren zu können. 14 Prozent können sich auch vorstellen durch ein Transport-Fahrrad ein Auto im Haushalt zu ersetzen.

Umsteigen

Mehr als 40 Prozent der Befragten gab an, in den letzten fünf Jahren Wege vom Auto auf das Fahrrad verlagert zu haben. Der Spaßfaktor des Radfahrens spielt hier für 94 Prozent der Befragten eine wichtige Rolle, ebenso wie der Wunsch, etwas für die eigene Gesundheit zu tun (87 Prozent). 63 Prozent gaben außerdem an, mit dem Fahrrad schneller als mit anderen Verkehrsmitteln ans Ziel zu kommen.

Erwähnenswert ist auch, dass knapp 40 Prozent der Befragten der Ansicht sind, dass sich die Infrastruktur für das Radfahren verbessert hat und sie deswegen vermehrt auf das Fahrrad umsteigen konnten. Für 33 Prozent war ein Arbeitsplatz- oder Wohnortwechsel ausschlaggebend für den Umstieg.

Das Potenzial des Radfahrens ist groß und ebenso die Bereitschaft, Wege mit dem Auto auf das Fahrrad zu verlagern. Wesentlich ist daher, dass die Radfahr-Infrastruktur rasch ausgebaut und verbessert wird.


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