Warum ist der VCÖ für die NoVA und motorbezogene Versicherungssteuer?

Der VCÖ setzt sich für eine umfassende Ökologisierung des Steuersystems ein. Das bedeutet, dass für Fahrzeuge, die etwa wenig CO2 ausstoßen und damit umweltverträglicher sind als Pkw mit hohem CO2-Ausstoß, bei der Anschaffung eine geringere Normverbrauchsabgabe zu bezahlen ist. Die NoVA ist eine wichtige Motivation gleich beim Kauf von Neuwagen, umweltverträglichere Modelle zu anzuschaffen. Denn was an Spritkosten oder motorbezogener Versicherungssteuer über die Jahre zu bezahlen ist, wird beim Kauf meist nicht mitkalkuliert.

Die NoVA hat in den vergangenen Jahren eine deutliche Lenkungswirkung hin zu sparsameren Pkw-Modellen gezeigt. Wer auf ein sparsames Fahrzeug setzt, spart schon beim Kauf Geld.

Auch die motorbezogene Versicherungssteuer wurde zuletzt erhöht, aber vor allem nach Motorleistung differenziert. Damit wird ein Anreiz gesetzt, beim Autokauf auf die Motorleistung und damit indirekt auch den Spritverbrauch zu achten.
Für leistungsschwächere Pkw ist die Erhöhung geringer, für PS-starke Boliden höher. Das ist sozial ausgewogen, weil PS-starke Autos vor allem in wohlhabenden Haushalten zu finden sind.

Daten zu NoVA und zur motorbezogenen Versicherungssteuer

Private Haushalte kaufen bereits großteils spritsparende Kleinwagen, bezahlen dadurch weniger NoVA und später weniger für Sprit. Im Jahr 2013 emittierten bereits 37,8 Prozent der Neuwagen laut Herstellerangaben weniger als 120 Gramm CO2. Der Anteil dieser Fahrzeuge steigt stark. Für das Jahr 2014 wird gerechnet, dass bereits mehr als 40 Prozent der Pkw-Neuzulassungen laut Herstellerangaben weniger als 120 Gramm CO2 / km verursachen.

Durch die letzte Reform der NoVA per 1. März 2014 wurden laut Eurotax 2.100 verschiedene Fahrzeugtypen billiger, zahlreiche weitere Modelle sind in Motorvarianten mit niedrigem CO2-Ausstoß verfügbar. Für spritsparende Neuwagen, die laut Herstellerangaben weniger als 120 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren, ist seit der Reform der NoVA weniger zu bezahlen. So gibt es beispielsweise von 15 der Top 20 Modelle, die gemeinsam rund 40 Prozent der Neuzulassungen ausmachen, Motorisierungen mit weniger als 120 Gramm CO2 zur Auswahl.

Eine höhere NoVA ist für Neuwagen mit hohem Spritverbrauch zu bezahlen. Das ist gerechtfertigt: Je höhere der Spritverbrauch, umso mehr klimaschädliches CO2 wird verursacht. Und je mehr Sprit verbrannt wird, umso mehr gesundheitsschädliche Schadstoffe verschmutzen die Luft.

Es gibt bereits zahlreiche Pkw, für die gar keine NoVA zu bezahlen ist: Elektro-Autos sind sowieso befreit, aber abhängig vom Kaufpreis fällt auch auf Neuwagen bis rund 110 Gramm CO2 pro Kilometer keine Normverbrauchsabgabe an. Bei leicht erhöhten CO2-Werten fällt - wieder abhängig vom Kaufpreis - nur eine relativ niedrige NoVA-Summe an.

Vor der Reform der NoVA per 1.3.2014 wurde für den Kauf von neuen Diesel-Pkw eine höhere NoVA verrechnet als beim Kauf von neuen Benzin-Pkw. Diese Differenzierung war gerechtfertigt, weil die Mineralölsteuer auf Diesel um 8,5 Cent pro Liter niedriger ist als auf Benzin. Solange diese Steuerbegünstigung von Diesel besteht, ist die Abschaffung der höheren NoVA für Diesel-Pkw nicht gerechtfertigt – umso mehr als Dieselabgase deutlich mehr gesundheitsschädliche Stickoxide beinhalten (siehe VCÖ-Factsheet www.vcoe.at/NOx).

Mit der Änderung 2014 erfolgte eine Erhöhung für Pkw bis 90 kW (120 PS) um rund 13 Prozent. Das ist nicht einmal eine Inflationsanpassung seit der Erhöhung davor. Die Inflation betrug seit dem Jahr 2000 mehr als 30 Prozent. Zum Vergleich: Die Rezeptgebühren sind seit dem Jahr 2000 um 64 Prozent erhöht worden. Für Autos mit mehr PS fiel die Erhöhung stärker aus.

Die ersten 24 Kilowatt Motorleistung werden mit Null Euro besteuert. Für die weiteren 66 Kilowatt fallen 0,62 Euro je kW an. Für die weiteren 20 Kilowatt (91–110 kW) sind 0,66 Euro pro Kilowatt zu bezahlen, für darüber hinaus gehende Kilowatt sind es 0,75 Euro pro kW.

Ausführliche Daten und Informationen zur NoVA-Reform (pdf)

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