Welchen Nutzen haben unterschiedliche Fahrassistenz-Systeme?

Fahrassistenz-Systeme zählen immer häufiger zur Standardausstattung von Kraftfahrzeugen. Ziel ist es, die Effizienz und Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und langfristig die Anzahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren. Es gibt bereits eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme mit unterschiedlichen Funktionen – etwa Geschwindigkeitskontrolle, Abstand- und Spurhalte-Unterstützung oder Frühwarnsysteme vor potenziellen Kollisionen.

Zahlreiche Tests zeigen, dass Fahrassistenz-Systeme die Verkehrssicherheit erhöhen können. Eine Analyse mit Unfalldaten aus sechs Ländern ergab eine Reduktion der Auffahrunfälle bei Fahrzeugen mit City-Notbremssystem um 38 Prozent.  Eine weitere Studie zeigte, dass 11 Prozent aller Unfälle, die durch Ablenkung, Müdigkeit und Blendung verursacht wurden, mit einem Spurhalteassistent-System zu vermeiden gewesen wären. Auch Spurwechselunfälle könnten durch den Einsatz von Spurwechselassistenz-Systemen zu 28 Prozent verhindert werden. Intelligente Geschwindigkeitsassistenz-Systeme, die mit Geschwindigkeitsbegrenzern oder der adaptiven Geschwindigkeitsregelung (ACC – Adaptive Cruise Control) ausgestattet sind, wirken sich ebenfalls positiv auf die Verkehrssicherheit aus. Diese Systeme können entweder den Widerstand des Gaspedals erhöhen und somit als Unterstützung für die Lenkerin oder den Lenker dienen, oder aber sie greifen aktiv in das Fahrgeschehen ein, indem sie jegliche Geschwindigkeitsübertretung durch Drosselung der Motorleistung verhindern. Durch unterstützende intelligente Geschwindigkeitsassistenz-Systeme konnten in Studien 21 Prozent weniger Unfälle mit Todesfolge und 14 Prozent weniger Unfälle mit Schwerverletzten verzeichnet werden. Eingreifende intelligente Geschwindigkeitsassistenz-Systeme waren in der Lage, 46 Prozent der Unfälle mit Todesfolge und 34 Prozent der Unfälle mit Schwerverletzten zu vermeiden. Zusätzlich fördern diese Systeme eine gleichmäßigere Fahrweise, da Brems- und Beschleunigungsmanöver teilweise unterbunden werden.

Das europäische Parlament billigte bereits im April 2019 neue Vorschriften mit denen unter anderem intelligente Geschwindigkeitsassistenten, Notbremsassistenz-Systeme, Spurhalteassistenz-Systeme sowie weitere Ablenkungswarnungen für Fahrende ab dem Jahr 2022 in allen neu typisierten und ab dem Jahr 2024 in allen neuzugelassenen Pkw verbindlich vorgeschrieben werden.

Weitere Informationen zum Thema Fahrassistenz-Systeme finden Sie unter:

https://smartrider.ch

Die genauen Definitionen der einzelnen Systeme können Sie in der EU-Verordnung über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen nachlesen.