VCÖ-Magazin 2015-03 - Ohne Gehen läuft nichts

Immer mehr Städte forcieren das Gehen und erhöhen damit die Lebensqualität für die Bevölkerung. Vom 20. bis 23. Oktober 2015 ist Wien mit der Walk21-Konferenz globaler Brennpunkt des Zu-Fuß-Gehens.

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Der aufrechte Gang gehört zum Menschsein wie Atmen. Das ZuFuß-Gehen verknüpft Wohnen und Mobilität, ist Indikator von Lebensqualität und von vitalen Städten und Gemeinden. Sind viele Menschen zu Fuß unterwegs, entsteht sozialer Austausch und nimmt die Sicherheit in der Stadt zu. Wird dem Gehen mehr von dem Platz eingeräumt, den heute der Autoverkehr blockiert, bekommen die Städte buchstäblich mehr Luft und es wird selbstständige Mobilität für alle möglich – insbesondere auch für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Ist es attraktiv, Alltagswege zu Fuß zurückzulegen, entstehen weniger Krankheitskosten durch Bewegungsmangel.

Vom 20. bis 23. Oktober 2015 findet in Wien die Walk21 Vienna, die größte Fachkonferenz der Welt rund um Gehen und Stadtentwicklung, statt. Mehr als 250 Fachleute aus 40 Staaten und rund 700 an der Konferenz Teilnehmende werden sich in Vorträgen und im Dialog zwischen Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung über neueste Entwicklungen beim Fußverkehr und zur Gestaltung urbaner Lebensräume austauschen und Gelegenheit haben, sich zu vernetzen.

Selbstverständlich gehen

Die Konferenzbeiträge der Walk21 Vienna veranschaulichen den interdisziplinären Charakter des Gehens. Gehen zu fördern bedeutet, Mobilität neu zu gestalten. Infrastruktur wird dann mit klaren Schwerpunkten geplant: mit Gehsteigen, die breit genug sind, Durchhäusern und anderen direkten Fußverbindungen, mit Begegnungsbereichen, Grünflächen, Wegen mit Schatten spendenden Bäumen und Sitzmöglichkeiten, mit Haltestellen in fußläufiger Distanz, mit sicheren, leicht zugänglichen Radabstellanlagen sowie mit Geschäften, Ärzten und Dienstleistungen in der Nähe. Es wird attraktiv, sich auf Straßen und Plätzen aufzuhalten, die nicht länger zu bloßen Verkehrsräumen veröden. Menschen zu Fuß bringen Frequenz für Geschäfte. Kosten-Nutzen-Berechnungen werden ganz anders angestellt. Das hilft auch Kommunen und Menschen, Geld zu sparen. Kommt ein Haushalt ohne eigenes Auto aus, sinkt der Energieverbrauch für Wohnen und Mobilität um ein Drittel bis zur Hälfte. Wird das Energiesparhaus zum Verkehrssparhaus weiterentwickelt, sichert das Mobilität bei möglichst wenig Verkehrsaufwand.

Damit Städte und Gemeinden lebenswert bleiben, ist es wichtig, das gegebene Bevölkerungswachstum mit Investitionen in nachhaltige Mobilität, für mehr Gehen und Radfahren, zu begleiten.

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