VCÖ-Magazin 2018-02 - Die Rolle von Unternehmen in der Mobilitätswende

Mobilitätswende: Zentrale Rolle von Unternehmen

Unternehmen stehen im Zentrum vieler Wege, sei es beim Gütertransport oder der Anreise von Beschäftigten sowie Kundinnen und Kunden. Zum Gelingen der Mobilitätswende braucht es die Unternehmen – und ohne Mobilitätswende gelingt keine Energiewende.

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Das betrifft zum einen Unternehmen aus dem Verkehrssektor selbst: Angebote öffentlich zugänglicher Verkehrsmittel werden künftig einen weitaus größeren Anteil an der Mobilität haben müssen, um die Klimaziele Österreichs zu erfüllen und die Verkehrsprobleme in den wachsenden Ballungsräumen zu lösen. Die Automobilbranche betrifft die Mobilitätswende weit über zukünftige, saubere Antriebstechnologien hinaus. Erste Autokonzerne steigen bereits in das Geschäft mit Fahrzeugflotten, Daten und Mobilitätsdienstleistungen ein.

Mobilitätsmanagement wirkt

Zum anderen sind bei den meisten anderen Unternehmen die folgenden Fragen zu stellen: Wie kommen die Beschäftigten sowie Kundinnen und Kunden zum Firmenstandort? Wie können Dienstwege klimaverträglicher zurückgelegt werden? Wie viele Flüge sind etwa durch Videokonferenzen vermeidbar? Ist die interne Logistik optimiert und werden Gütertransporte möglichst per Bahn abgewickelt? Von wie weit her kommen Rohstoffe oder Waren und wie werden die eigenen Produkte ausgeliefert?

In Sachen Arbeitsweg können Betriebe wesentlich dazu beitragen, dass mehr Beschäftigte umweltverträglich zur Arbeit kommen, wie zahlreiche erfolgreiche Beispiele österreichweit zeigen (siehe Artikel). Maßnahmen für betriebliches Mobilitätsmanagement sind unter anderem das Öffi-Jobticket für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Informationen über die Erreichbarkeit des Standorts mit dem Öffentlichen Verkehr, wettergeschützte Radabstellmöglichkeiten nahe dem Eingang, Bewusstseinsbildung oder finanzielle Anreize.

Verkehr in Umweltbilanz und CSR stärker berücksichtigen

Für die Gesamtumweltbilanz eines Einkaufs ist auch der Weg zum und vom Geschäft nach Hause wesentlich. Die wichtigsten Stellschrauben für klimaverträgliche Einkaufswege sind eine zentrumsnahe Standortwahl der Filialen und die gute Erreichbarkeit von Geschäften mit dem Fahrrad und zu Fuß. Bei den boomenden Lieferservices und der Zustellung von Online- Bestellungen besteht großes Potenzial für den Einsatz von Elektro-Fahrzeugen und Transporträdern (siehe Artikel).

Bei optimierten Rahmenbedingungen kann Einkaufen im Internet viermal effizienter sein als Einkaufen mit dem Auto. Dies wird allerdings nur dann erreicht, wenn die Lieferung beim ersten Versuch erfolgreich ist und keine Retoure erfolgt. Aktuell wird bei der Hälfte aller Bestellungen von Kleidung wieder etwas retour geschickt, bei Elektrogeräten jede zehnte.

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