Werbung für Pfui?

Willi Nowak
VCÖ-Geschäftsführung

„Pfui?“, bemerkt der 3-jährige Lion fragend und zupft ungeduldig am Mantel seiner Tante Leonore. Das Ding auf dem riesigen Bildschirm hatte er noch nie so groß gesehen. Ein wenig Nostalgie kommt bei Leonore auf, als sie den SUV betrachtet, Fahrzeuge, die jetzt, in den 2030er-Jahren, aus dem Straßenbild verschwunden waren. Das Werbeverbot aus dem Jahr 2022 und das Verkaufsverbot ab dem Jahr 2028 für schädliche und gefährliche Produkte betraf auch Autos. Seit in den 2010er-Jahren immer mehr Städte zum Schutz der Menschen Fahrverbote erlassen hatten, war das Image der Vierradler ins Bodenlose gefallen. „Wie die Saurier: zu groß geworden und an der eigenen Unflexibilität zugrunde gegangen“, denkt Leonore. Die Bilder der Auto-Werbung von einsam über leere Straßen durch Berglandschaften gleitenden Fahrzeugen mit glücklich lachenden Kindern auf dem Rücksitz waren schon in den 1990er-Jahren lächerlich gewesen. Das groteske Missverhältnis der Werbebilder zu den jährlich durch Autos allein in der EU getöteten Tausenden Menschen und der vergifteten Luft fand mit dem Auto-Werbeverbot ein Ende. SUV waren jetzt etwas für Geschichtsbücher. Leonore hebt ihren kleinen Neffen hoch. Dessen Interesse ist schon längst bei cooleren Dingen. Sie steigen in die Ultra-Light-Rail, die sie beide geräuschlos in Minutenschnelle ins Stadtzentrum bringen wird.


Titelbild Magazin

VCÖ-Magazin 2019-01 - aktive mobilität

Die Tage werden länger und wärmer, immer mehr Menschen sind zu Fuß, mit Fahrrädern, Rollern und anderen mit Muskelkraft betriebenen Fortbewegungsmitteln unterwegs. Bewegungsaktive Mobilität gewinnt zu Recht an Aufmerksamkeit und Bedeutung.


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