Auto-Größenwahn

Viel Hoffnung wurde in die CO2-Grenzwerte bei Neuwagen gesetzt. Vergebens: Immer mehr schwere Autos werden verkauft und die CO2-Emissionen von Neuwagen nehmen in der EU zu. Der SUV-Anteil bei den Neuwagen in der EU hat sich binnen zehn Jahren verfünffacht. SUV sind schwerer, haben einen größeren Luftwiderstand und verbrauchen so mehr Sprit als vergleichbare herkömmliche Modelle. Dadurch stoßen sie auch mehr CO2 aus. So werden die Autohersteller ihre Flotten-CO2-Grenzwerte nicht einhalten und es drohen ihnen Strafzahlungen und den EU-Staaten mehr Klimabelastung durch den Verkehr. E-Pkw werden beim Flotten-Durchschnitt als Null-Emissions-Pkw gezählt. Doch ihr Anteil an den Neuzulassungen in der EU steigt nur langsam. Im Vorjahr waren 1 Prozent der Neuwagen reine Elektro-Autos, im ersten Halbjahr 2019 1,5 Prozent. Österreich lag mit 2,8 Prozent über dem EU-Schnitt. Aber der Abstand zur EU-Spitze vergrößert sich. In den Niederlanden waren im Vorjahr bereits 5,4 Prozent der Neuwagen E-Pkw und im ersten Halbjahr 2019 sogar 7,5 Prozent. Spannend wird es im Jahr 2020 und 2021, ob die Strafzahlungen pro Gramm CO2 über dem erlaubten Flottendurchschnitt Anreiz genug bieten, den Trend zu SUV durch kleinere Pkw und E-Pkw zu durchbrechen. Platzverbrauch, Energiebedarf und Klimabelastung würden dadurch verringert.

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