Tod durch Robo-Versagen?

Willi Nowak
VCÖ-Geschäftsführung

„Es ist schon wieder was passiert“, ruft Bernd entsetzt und starrt auf die visual news vom 1. Dezember 2033 auf der
Tischplatte. Leonore zuckt zusammen, als sie das tote Kind sieht. Seit fünf Jahren war kein Mensch mehr auf
Wiens Straßen ums Leben gekommen. Und jetzt gleich ein Kind…

Mit den Gesetzen aus den 2020er-Jahren hatten elektrifizierte, vollautomatisierte und als Sharing-Modell betriebene Fahrzeuge die veralteten privaten Verbrenner fast völlig aus der Stadt verdrängt. Und viel weniger Autos gibt es auch, seit im Jahr 2028 mit der City-Maut gestaffelte Tarife je nach Anzahl der mitfahrenden Personen dafür sorgen, dass das Alleine-im-Auto-Sitzen sehr teuer wurde. Auch stehen automatisierte Fahrzeuge nicht sichtbehindernd
herum, sondern finden alleine in Garagen.

„Wieso dann jetzt ein totes Kind?“, fragt sich Leonore und erholt sich nur langsam von ihrem Schreck.
Verkehrsunfälle mit getöteten Menschen waren in den 1990er-Jahren kleingedruckt im Chronikteil von Zeitungen abgehandelt worden. Jetzt, in den 2030er-Jahren, waren das Schlagzeilen, die tagelang diskutiert wurden. Bernd will nicht ausschließen, dass es Robo-Versagen war. Für Leonore ist klar, das würden nur die Roboter selbst herausfinden, denn Menschen waren schon lange nicht mehr in die Überwachung involviert.


Titelbild Magazin

VCÖ-Magazin 2018-04 - 30 Jahre VCÖ - Mobilität mit Zukunft

Im Jahr 2050, also in gut 30 Jahren, muss der fast völlige Ausstieg aus Erdöl und Erdgas im Verkehr abgeschlossen sein, um Österreichs Verantwortung für ein stabiles Weltklima nachzukommen.


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