Pragmatische urbane Balance

Markus Gansterer
VCÖ-Verkehrspolitik

Die Bevölkerung der Städte trägt ihren berechtigten Anspruch auf gute Lebensqualität mit weniger Verkehrsbelastung immer vehementer vor. Schon aus praktischer Sicht leuchtet ein, dass auf den begrenzten Flächen dicht verbauter Städte die notwendige Mobilität und Güterversorgung für wachsende Ballungsräume nicht weiter mit dem bisherigen Verkehrsmix zu bewältigen sind. Straßen können in Städten nur zu sehr hohen finanziellen und ökologischen Kosten ausgebaut werden, siehe Westring Linz, Stadttunnel Feldkirch oder Lobauautobahn in Wien. Nicht nur die Fahrbahnfläche, sondern vor allem die Kreuzungen bestimmen in der Stadt die Kapazität einer Straße. So queren 150 Personen eine Kreuzung per Bus oder Straßenbahn in 15 bis 25 Sekunden – in Autos in durchschnittlich vier Minuten. Im Fließverkehr sind Straßenbahnen 12- bis 15-mal so flächeneffizient wie Pkw, die zusätzlich noch Parkplätze benötigen. Bus- und Straßenbahn-Linien mit vielen hundert Fahrgästen werden häufig durch falsch parkende Kfz blockiert. Anstatt dem Öffentlichen Verkehr freie Fahrt zu garantieren, wird sogar an bekannten Engstellen an einigen wenigen Parkplätzen festgehalten. Am Platz für stehende Fahrzeuge dürfen Lückenschlüsse im Radwege-Netz ebenso wenig scheitern wie ausreichend breite Gehsteige für Kinderwagen und Rollatoren oder Ladezonen und Sharing-Stationen. Um hohe Lebensqualität und notwendige Mobilitäts- und Transportbedürfnisse in Balance zu halten, braucht es saubere und platzsparende Mobilität. Dass dies möglich ist, zeigen weltweit unzählige Beispiele.

Ihre Meinung dazu an markus.gansterer@vcoe.at


Titelbild Magazin

VCÖ-Magazin 2019-02 Mobilitätswende in Städten voranbringen

Städte haben aufgrund der Bevölkerungsdichte und der vielen zurückgelegten Wege große CO2-Reduktionspotenziale. Durch ein zeitgemäßes Mobilitätsangebot werden viele Menschen erreicht und angeregt, neue Mobilitätsgewohnheiten zu entwickeln.


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