World Cafe "Mobilität gemeinsam denken"

Es braucht eine stärkere Zusammenarbeit verschiedener Bereiche, damit bis zum Jahr 2025 die Mobilitätswende erreicht wird. - Loris Knoll

Mehr als 50 Fachleute aus Forschung, Verwaltung, Wirtschaft und NGOs diskutierten beim VCÖ-World-Cafè „Mobilität 2025 – Mobilität gemeinsam denken“, das in Kooperation mit den Wiener Stadtwerken veranstaltet wurde.

Mehrere Teilnehmende stellten fest, dass derzeit eine gerechte Aufteilung des öffentlichen Raums fehle. Die Aufenthaltsqualität auf Straßen und Plätzen sollte verbessert werden. Gehen und Radfahren seien ebenso gesunde wie flächen- und energieeffiziente Fortbewegungsarten. Einer Gesamtsicht auf Mobilität sei abträglich, dass die Finanzierung des Verkehrs großteils immer noch sektoral anstatt systemorientiert erfolge. So würden häufig Aspekte wie Flächenbedarf, Energieverbrauch und volkswirtschaftliche Gesamtkosten ignoriert.

Für mehr Kooperation zwischen verschiedenen Mobilitätsanbietern wurde eine intensivere Vernetzung als besonders relevant erachtet, ebenso eine stärkere Einbettung von Mobilität in die Raum-, Energie- und Ressourcenplanung. Mit Förderungen könnten Kooperationen etwa zwischen Gemeinden oder Unternehmen angestoßen werden. In Ballungsräumen sollte eine gemeinsame Strategie das Ziel sein, der konkrete Maßnahmen je nach Priorität folgen. Zum Beispiel könnten statt teure Garagenplätze zu bauen, Jahreskarten für öffentliche Verkehrsmittel oder Carsharing angeboten werden.

Zentral für den Ballungsraum ist eine energieeffiziente Mobilität zwischen der Stadt und ihrem Umland. Die Ideen zum Stadt-Umland-Verkehr reichen von einer Verkehrserregerabgabe für Einkaufszentren bis zu einem Ausbau des S-Bahnnetzes. Dass eine Kombination aus Push- und Pull-Faktoren ein wirksamer Hebel ist, zeigt das Beispiel der neuen Westbahnstrecke, die gemeinsam mit der Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung in Wien zu weniger Pkw auf der Westautobahn geführt hat. Auch auf das Beispiel Paris wurde hingewiesen. Hier wurde die Zahl der Parkplätze auf den Straßen deutlich reduziert und gleichzeitig der Öffentliche Verkehr beschleunigt. Das Verkehrsaufkommen konnte spürbar reduziert werden.

Für Gabriele Domschitz, Vorstand der Wiener Stadtwerke Holding, ist im Mobilitätsbereich bereits viel Know-How vorhanden: „Viele Personen arbeiten mit vollem Einsatz für eine zukunftsfähige Mobilität, allerdings sollten die Kräfte besser gebündelt werden.“ Ein Beitrag der Stadtwerke ist die Online-Plattform „Wir denken Wiener Zukunft“ -(http://wirdenkenwienerzukunft.at), die Forschungsprojekte mit den Ideen anderer Unternehmen, Fachleuten sowie der Wiener Bevölkerung vernetzt.

 

>Zum Autor:

Loris Knoll studiert Raumplanung und ist

Zivildiener beim VCÖ.

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