VCÖ-Round Table: "Neue Synergien stärken nachhaltige Mobilität"

Die meisten Wege mit dem Öffentlichen Verkehr beginnen auf die eine oder andere Art zu Fuß. Dennoch ist es nicht selbstverständlich, dass beide Mobilitätsformen optimal aufeinander abgestimmt werden. Zum Beispiel gibt es bei vielen Haltestellen zu wenig Platz für die Personen, die warten und jene, die zu Fuß vorbeigehen wollen.

Verkehrsberater Willi Hüsler (IBV), der aus Zürich zum VCÖ-Round Table angereist war, identifizierte die Platzfrage als die zentrale Herausforderung in Städten. Öffentlicher Verkehr und Gehende sollten sich gemeinsam mehr Platz im knappen Straßenraum erkämpfen. Das Verkehrssystem wird davon profitieren, denn Gehen hat von allen Mobilitätsformen den geringsten Platzbedarf. „Für weitere Strecken ist ab einer Geschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde der Öffentliche Verkehr unschlagbar“, so -Eduard -Winter (Wiener Linien). Petra Jens von der Mobilitätsagentur Wien möchte dazu beitragen, dass Zu-Fuß-Gehen und Öffentlicher Verkehr als einander ergänzende Mobilitätsformen wahrgenommen werden: „Ihre Organisation und Infrastruktur dürfen nicht in Konkurrenz zueinander stehen“. In diesem Sinne gibt es laut -Andreas -Jurasits (Magistratsabteilung 33) auch bei der Organisation von Ampelschaltungen noch großes Potenzial für die Koordinierung von Öffentlichem Verkehr und Gehen.

Auch Umwege zur Haltestelle sind ein Problem. Kurt Wimmer (ÖBB-Infrastruktur) verwies darauf, dass für Gehende nicht nur die Durchlässigkeit wichtig sei, sondern auch die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Für Angelika Winkler (Magistratsabteilung 18) ist es deshalb zielführend, mehr als den unmittelbaren Haltestellenbereich zu betrachten. Größere Abschnitte und ganze Fußwegenetze sollten gemeinsam mit dem Netz des Öffentlichen Verkehrs analysiert werden, um die Attraktivität des Gehens und des Öffentlichen Verkehrs tatsächlich zu erhöhen. „Wichtig hierfür ist die Berücksichtigung der Qualitäten und Nutzungen im öffentlichen Raum entlang von Wegen“, so Andrea Weninger (Rosinak & Partner). Siegi Lindenmayr (Verkehrssprecher im Wiener Gemeinderat) unterstützt die Entwicklung dieser Ideen, denn letztendlich brauche es gute Argumente, damit die politische Umsetzung gut in der Bevölkerung ankomme.

Es diskutieren: Andrea Weninger, Kurt Wimmer, Eduard Winter, Willi Hüsler, Siegi Lindenmayr, Petra Jens, Markus Gansterer, Andreas Jurasits, Angelika Winkler und Bettina Urbanek (von links, im Kreis).

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