VCÖ-Hintergrundgespräch "Feinstaub verringern"

Von Eliza Brunmayr

Wie kann die Luftqualität der Stadt Graz rasch verbessert werden? Diese Frage diskutierte der VCÖ am 27. März 2012 mit Fachleuten aus Politik, Medizin, Verwaltung und Wirtschaft.

Die Datenlage ist seit Jahren vorhanden und spricht Klartext. „Eine geringere Luftverschmutzung würde viele Menschenleben retten und Österreich enorme Gesundheitskosten sparen“, macht der Grazer Lungenfacharzt Johann Zach die gravierenden Gesundheitsschäden von Feinstaub deutlich. Vor allem ultrafeine Staubpartikel (PM2.5) aus dem Verkehr seien besonders schädlich und jede Feinstaubreduktion wichtig.

Das Land Steiermark setzt im Verkehrsbereich auf Fahrverbote: „Da die ultrafeinen und besonders gesundheitsschädlichen Feinstaubpartikel vorwiegend aus Verbrennungsmotoren, großteils aus alten Dieselfahrzeugen, stammen, liegt der Fokus bei Fahrverboten für schwere Nutzfahrzeuge und die Förderung des Austausches alter Lkw in Fuhrparks“, erläutert Gerhard Semmelrock, Leiter der Fachabteilung „Technische Umweltkontrolle“ des Landes Steiermark.

Lisa Rücker, Vizebürgermeisterin der Stadt Graz, sieht sowohl die Stadt Graz als auch das Land zum Handeln aufgefordert. Trotz der Dringlichkeit von Maßnahmen im Verkehrsbereich lassen Schritte zur Reduktion des Auto-verkehrs in Graz auf sich warten, da bisher auf Landesebene keine Einigung erzielt werden konnte. „Mit dem Ausbau von Öffentlichem Verkehr, Geh- und Radinfrastruktur hat die Stadt Graz viel getan. Zusätzlich braucht es jetzt auch restriktive Maßnahmen, die den Autoverkehr effektiv steuern.“

Jörg Konrad von Kapsch Traffic Com betont, dass Verkehrstechnologie einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssteuerung leisten kann: „Es bedarf intelligenter, dynamischer Modelle, für deren Umsetzung die technischen Möglichkeiten vorhanden sind. Jetzt braucht es die Entscheidung der Politik. Eine Möglichkeit wäre eine nach Abgasklassen gestaffelte Gebühreneinhebung, die zur Verkehrsverminderung beiträgt und Einnahmen für den Öffentlichen Verkehr bringt.“

Markus Gansterer, VCÖ, hebt noch einmal die Bedeutung eines attraktiven Öffentlichen Verkehrs sowie des Radfahrens und Gehens hervor und betont neben Anreizen zum Umstieg auch Maßnahmen zur besseren Verkehrssteuerung, wie etwa eine City-Maut. „Klimafreundliche Mobilität bedeutet bessere Luftqualität und mehr Gesundheit. Gleichzeitig sichert sie Mobilität in Zeiten steigender Erdölpreise.“

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