Potenziale stärken

„Öffentlicher Verkehr und Radfahren“ war das Thema des VCÖ-World-Café im Juni 2013. Gemeinsame Potenziale dieser beiden umweltfreundlichen Mobilitätsformen sind zu stärken.“       Von Bettina Urbanek

Die Mobilität in Städten ändert sich, das Auto verliert an Bedeutung. Öffentlicher Verkehr und bewegungsaktive Mobilitätsformen machen 73 Prozent des Modal Splits der Wienerinnen und Wiener aus. Radfahren und Öffentlicher Verkehr sind gute Partner, um das Leben in Wien noch stärker vom Auto unabhängig zu machen. Einigkeit herrschte beim VCÖ-World-Café: Es ist wichtig, die gemeinsamen Potenziale zu stärken, und es braucht Maßnahmen, damit Öffentlicher Verkehr und Radfahren stärker voneinander profitieren.

Am Stadtrand gibt es bereits ein gutes Zusammenspiel von Öffentlichem Verkehr und Radverkehr. Hier dient der Radverkehr als Zubringer in der Fläche, sofern ausreichend sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder vorhanden sind. Weitere sollten an Haltestellen des Öffentlichen Verkehrs errichtet werden. Haltestellen sollten zu Mobilitätsknoten weiterentwickelt werden. Gemeinsame Angebote für Radgaragen, Leihradsysteme und den Öffentlichen Verkehr in Form einer Mobilitätskarte tragen zu Multimodalität bei. Mobilitätsketten, das heißt etwa per Rad zur Bahn, per Bahn in die Stadt und dann weiter mit dem Leihrad, sollten forciert werden.

Konflikte gibt es vor allem im urbanen Bereich. Wenn zu wenig Platz vorhanden ist, kommt es zu gegenseitigen Behinderungen. In Wien wird durch die sinkende Anzahl an Autoanmeldungen Platz frei, der neu verteilt werden kann. Autofrei gestaltete Hauptachsen für den Radverkehr und den Öffentlichen Verkehr erhöhen die Effizienz des Verkehrs und die Lebensqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner.

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Rad und Öffentlicher Verkehr sind gemeinsam zu entwickeln. 50 Expertinnen und Experten
diskutierten, wie gemeinsame Potenziale weiter gestärkt und Konflikte gelöst werden können.

Austausch hilft bei Umsetzung

Weitere Ideen zur Lösung von Konflikten sind schon seit längerer Zeit in Verkehrskonzepten zu finden, meist scheitert es an der konkreten Umsetzung. Ein regelmäßiges Forum zum Austausch für alle Beteiligten könnte hier Abhilfe schaffen. Bei der Umsetzung ist es wichtig, Maßnahmen und deren Nutzen als Gesamtkonzept zu kommunizieren. Es sollen  neue Möglichkeiten als Pilotprojekte getestet werden. Ein Beispiel sind für den Radverkehr befahrbare Haltestellenkaps.

Beispiele für die Stärkung gemeinsamer Potenziale sind auf Öffentlichen Verkehr und Fahrrad abgestimmte Ampelschaltungen, Radfahren gegen die Einbahn, Begegnungszonen, Halbjahreskarten für den Öffentlichen Verkehr im Winter und ein dichteres Stationennetz bei Leihradsystemen. Öffentlicher Verkehr und Radverkehr dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen, stattdessen soll das Potenzial von strategischen Partnerschaften stärker ausgeschöpft werden. Radfahren und Öffentlicher Verkehr können, kombiniert mit Gehen und Carsharing, als Mobilitätsverbund präsentiert werden, der uneingeschränkte Mobilität ohne Bedarf an Autobesitz ermöglicht.

Das VCÖ-World-Café ist Teil von „Wien 2025 – meine Zukunft“ und fand in Kooperation mit der MA18 der Stadt Wien, den Wiener Linien und der Mobilitätsagentur statt.

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