Sicherer Schulweg

VCÖ-Aktion Sicherer Schulweg: Über 1.000 Gefahrenstellen gemeldet!

Den Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück zu legen, verhilft Kindern täglich zu gesunder Bewegung. Gleichzeitig ermöglicht der Schulweg, das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu lernen und wichtige Erfahrungen zu sammeln.

Gefahren am Schulweg können nur beseitigt werden, wenn die zuständigen Behörden davon erfahren. Im Herbst 2015 hat der VCÖ deshalb dazu aufgerufen, Problemstellen in ganz Österreich in einer Online-Karte zu verzeichnen. Über 1.000 Problemstellen wurden gesammelt und an die Zuständigen in den Gemeinden weitergeleitet.
Hier können Sie die Karte mit allen Problemstellen einsehen: Sicherer Schulweg

Was Gemeinden für mehr Sicherheit tun können

Leitfaden Land OÖ: Verkehrsberuhigung im Umfeld von Schulen, Kindergärten und Horten (pdf, kostenlos)

Land Kärnten: "Verkehrssicherheit" Ortsbild gestalten, Verkehr beruhigen, Geschwindigkeit senken, Verkehrssicherheit erhöhen

Temporär autofreie Zone: Artikel über eine Schulstraße in Bozen

Der Wolfurter Weg: Kommunales Verkehrskonzept im Zeichen der Koexistenz (Gesamtsieg VCÖ-Mobilitätspreis 2015)

VCÖ-Factsheets zu Tempo 30 und Begegnungszone

Ein Pedibus ist eine Gruppe von Kindern, die von einer Aufsichtsperson begleitet, gemeinsam zu Fuß zur Schule geht – abgeholt an vereinbarten „Haltestellen“ und Uhrzeiten. Informationen dazu gibt es zum Beispiel hier: 
ww.pedibus.ch 
http://www.schulenmobil.at/start.asp?ID=74

Für etwas ältere Kinder auf dem Fahrrad eignet sich die BIKEline: Im Einzugsgebiet der teilnehmenden Schulen werden Haltestellentafeln aufgestellt, an denen sich die SchülerInnen morgens treffen, um auf ausgewählten Routen gemeinsam mit dem Fahrrad in die Schule zu fahren. Als Ansporn und Wettbewerb werden elektronisch die zurückgelegten Kilometer und Höhenmeter erfasst. http://www.bikebird.at/BIKEline2School/

Informationen für einen sicheren Weg zur Schule

Der VCÖ rät Eltern von Kindern bis zum 12. Lebensjahr noch in den Ferien den Schulweg zu üben. Bei Schulanfängern ist es wichtig, noch in den Ferien den besten Schulweg zu suchen.

Kinder können erst ab etwa dem 9. Lebensjahr Entfernungen richtig abschätzen, das Abschätzen von Geschwindigkeit ist erst danach möglich. Das Sichtfeld ist erst ab dem 12. Lebensjahr voll entwickelt, weshalb vorher das seitliche Herannahen von Autos nur begrenzt wahrgenommen werden kann.

Oft führen viele Wege in die Schule. Es sollte nicht der kürzeste, sondern der für das Kind beste Weg gewählt werden – also jener auf dem es weniger Autoverkehr gibt, weniger Straßen zu überqueren sind und wo das Tempo des Autoverkehrs niedriger ist.

Wichtig ist, den Schulweg aus der Perspektive des Kindes zu betrachten. Hindernisse oder parkende Autos, über die Erwachsene leicht hinwegblicken, können Kindern die Sicht leicht verstellen.

Der Schulweg ist für Kinder die Chance, auf einen Teil ihrer täglichen gesunden Portion Bewegung zu kommen. Bewegungsmangel ist gerade bei Kindern, aber auch bei Jugendlichen ein zunehmendes Problem. Eine Studie der WHO kam zum Ergebnis, dass Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen, wacher, konzentrierter und auch weniger aggressiv sind, als jene, die mit dem Auto zur Schule gebracht wurden.

Der VCÖ setzt sich für eine kindgerechte Verkehrsplanung ein. Es braucht im Umfeld von Schulen verkehrsberuhigte Zonen und ausreichend breite Flächen zum zu Fuß gehen sowie im ganzen Ortsgebiet mehr Tempo 30 statt 50. In Bozen gibt es bei einigen Schulen in der Früh vor Schulbeginn Fahrverbote, damit Eltern ihre Kinder nicht direkt zur Schule fahren können.

VCÖ-Checklist für den sicheren Schulweg

  • Wie viele Straßen muss Ihr Kind auf diesem Schulweg überqueren?
  • Welche Straßenübergänge mit Schutzwegen sind zusätzlich durch Ampel oder Schülerlotsen gesichert?
  • Welche Kreuzungen am Schulweg sind für Ihr Kind unübersichtlich?
  • Wo gibt es einen von der Fahrbahn getrennten Geh- beziehungsweise Radweg?
  • Auf welchen Abschnitten des Schulweges ist viel Autoverkehr ein Problem? Wo hohes Tempo des Autoverkehrs?

Wenn Ihr Kind alleine oder begleitet mit dem Fahrrad zur Schule fährt, denken Sie bitte an regelmäßige Sicherheitschecks für das Fahrrad (Licht, Bremsen, Höhe des Sattels, ...). 
Der VCÖ empfiehlt, das Fahrrad mindestens einmal im Jahr einem professionellen Service zu unterziehen.

Wenn Ihr Kind öffentliche Verkehrsmittel am Schulweg benutzen kann, üben sie auch hier schon vor Schulbeginn das richtige Verhalten:

  • An Haltestellen nicht zu nahe am Straßenrand stehen
  • Nach dem Aussteigen warten bis Bus oder Straßenbahn weggefahren sind
  • Nach links und rechts schauen und, wenn kein Fahrzeug kommt, die Straße überqueren.