VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg

VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg für Wolfurt und Vorarlberger Fahrrad Wettbewerb

Einer der großen gesellschaftlichen Entwicklungen ist der demografische Wandel und die damit zunehmende Anzahl älterer Menschen. In Vorarlberg werden im Jahr 2030 rund 92.000 Menschen 65 Jahre oder älter sein, um rund 30.000 mehr als heute. Ältere Menschen haben ein anders Mobilitätsverhalten und damit auch andere Ansprüche an das Mobilitätsangebot. Zudem nimmt die Bedeutung der umweltfreundlichen Mobilitätsangebote in einer älter werdenden Gesellschaft deutlich zu. Seniorinnen und Senioren sind umweltfreundlicher mobil als der Landesschnitt

"Nirgendwo in Österreich wird so gerne und viel geradelt wie in Vorarlberg. Bei uns werden schon jetzt 15 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt, das ist ein doppelt so hoher Anteil wie im österreichischen Durchschnitt. Unser Ziel ist – wie im Regierungsprogramm 'Vorarlberg  gemeinsam gestalten' festgehalten – eine weitere Steigerung auf 20 Prozent bis zum Jahr 2020 ", betont Landesrat Johannes Rauch. Dafür investiert das Land entsprechend. Im laufenden Budget für das Jahr 2015 sind rund 3,5 Millionen Euro für den Radwegeausbau vorgesehen. Gleichzeitig wird der schrittweise Ausbau der Bahnhöfe zu multifunktionalen Verkehrsdrehscheiben für eine optimale Anbindung an Bus und Bahn fortgesetzt, so Rauch.

Mit Verkehrsberuhigung, einem dichten Wegenetz, Abkürzungen für das Gehen und Radfahren sowie Begegnungszonen und Fußgängerzonen können Gemeinden und Städte viel tun, damit die Bevölkerung mehr Wege zu Fuß gehen. Wird mehr zu Fuß gegangen, wird die Nahversorgung im Ort gestärkt, ebenso wird der soziale Austausch zwischen den Menschen gestärkt.

Der Wolfurter Weg

"Wolfurt zeigt, wie eine Gemeinde fit gemacht werden kann für die sich verändernde Mobilität. Ein tolles Projekt", gratuliert VCÖ-Experte Gansterer Bürgermeister Christian Natter zum Gewinn des VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg. Die Marktgemeinde Wolfurt hat im Jahr 2013 unter Einbeziehung von Fachleuten und mit intensiver Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ein Verkehrs- und Gestaltungskonzept für das kommunale Straßennetz erarbeitet. Das Konzept folgt dem Leitgedanken "Koexistenz statt Dominanz". Ziel war es, ökologisch verträgliche Mobilität zu forcieren und besonders die Bedürfnisse der schwächeren Gruppen wie Kinder und ältere Menschen besonders zu berücksichtigen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Es gilt nun Tempo 30 auf allen Nebenstraßen, es wurden vier Fahrradstraßen und eine Begegnungszone umgesetzt, drei weitere Begegnungszonen sind in Planung. Durch Tempo 30 ist der Verkehr leiser und sicherer geworden, die Fahrradstraßen machen das Radfahren noch attraktiver, da diese Vorrang gegenüber den einmündenden Nebenstraßen haben. Und es wurde die erste Begegnungszone auf einer Landesstraße mit mehr als 10.000 Kfz pro Tag in Vorarlberg umgesetzt.

Vorarlberger Fahrrad Wettbewerb

Der Vorarlberger Fahrrad Wettbewerb wurde im Jahr 2007 gestartet. Ziel ist es, im Aktionszeitraum möglichst viele Wege und Kilometer mit dem Rad zu fahren. Wer im Aktionszeitraum eine Mindestanzahl an Wegen oder Kilometern mit dem Rad fährt, kann einen Preis gewinnen. Im ersten Jahr nahmen knapp mehr als 5.000 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger am Fahrrad Wettbewerb teil, im Vorjahr waren es mit über 11.000 bereits doppelt so viele. "Der Vorarlberger Fahrrad Wettbewerb hat nicht nur in Vorarlberg viele zum Mitmachen motiviert, sondern die Idee wurde auch außerhalb des Ländles aufgegriffen und nachgeahmt. Den Fahrrad Wettbewerb gibt es nun auch in Tirol, Südtirol und Liechtenstein", gratuliert VCÖ-Experte Gansterer. Zusammen mit Landesrat Rauch und ÖBB-Vertreter Fink überreicht er den VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg für den Fahrrad Wettbewerb an Martin Reis vom Energieinstitut Vorarlberg.

Die ÖBB-Infrastruktur AG hat zu beiden Gewinnern des VCÖ-Mobilitätspreises Vorarlberg einen direkten Bezug, betont Fink: "So adaptieren und erweitern wir gerade das Güterzentrum in Wolfurt, um die umweltfreundliche Umschlagkapazität auf rund 190.000 Transporteinheiten pro Jahr zu verdoppeln. Auch beim Fahrradverkehr achten wir mit den Partnern von Land und Gemeinden darauf, dass für Fahrräder ausreichend Stellplätze zur Verfügung stehen. Nicht umsonst ist der Bahnhof Dornbirn zum besten Bahnhof beim VCÖ-Bahntest 2015 gewählt worden, dort gibt es allein 370 Radabstellplätze in einer modernen Parkgarage."

Der VCÖ-Mobilitätspreis war heuer dem Thema "Mobilität im Wandel" gewidmet. In Vorarlberg wird der VCÖ-Mobilitätspreis vom VCÖ in Kooperation mit dem Land Vorarlberg und den ÖBB durchgeführt und vom Verkehrsverbund Vorarlberg und Rhomberg Bau unterstützt. Ziel des VCÖ-Mobilitätspreises Vorarlberg ist es, vorbildliche und innovative Projekte für eine umweltfreundliche Mobilität bekannt zu machen und zur Nachahmung zu motivieren. Der VCÖ-Mobilitätspreis wurde in Vorarlberg heuer zum 11. Mal vergeben.