VCÖ-Mobilitätspreis Tirol

VCÖ-Mobilitätspreis Tirol an Gemeinde Serfaus

Das Auto wird in Tirol nicht nur für längere Strecken genutzt. Der VCÖ weist darauf hin, dass jede sechste Autofahrt in Tirol kürzer als eineinhalb Kilometer ist. Distanzen bis einen Kilometer werden dort gerne zu Fuß gegangen, wo es angenehm zu gehen ist. „Mit Verkehrsberuhigung, schönen, breiten und barrierefreien Gehwegen sowie mit Begegnungszonen kann der Anteil des Gehens stark erhöht werden“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Werden im Ort viele Alltagserledigungen zu Fuß gemacht, dann stärkt das die Nahversorgung und erhöht die Lebensqualität im Ort. Und die Gemeinschaft im Ort wird gestärkt. Wer zu Fuß geht, trifft Nachbarn und Bekannte und plaudert mit ihnen. Wer mit dem Auto fährt, fährt an ihnen vorbei.

Auch ein weiterer Ausbau der Infrastruktur für das Radfahren ist sehr wichtig. Zudem können Gemeinden und Städte durch Verkehrsberuhigung und mit Tempo 30 statt 50 sichere Bedingungen zum Radfahren auf der herkömmlichen Fahrbahn schaffen.

"Wir kommen diesem Bedarf mit dem Ausbau des Radwege an zahlreichen neuralgischen Stellen entgegen, die wir als Konjunkturpaket vorziehen“, sagt Ingrid Felipe und verweist auf die anstehende Ertüchtigung des Inntal-Radwegs und an den Ausbau der Radwege auf zwei Innsbrucker Brücken, die bisher Gefahrenstellen waren. Im Frühsommer ist außerdem der Radweg von St. Johann bis Fieberbrunn eröffnet worden, der mit 1,2 Mio. Euro budgetiert war und in Rekordzeit von unter einem Jahr gebaut wurde.

Die Gemeinde Serfaus ist der diesjährige Gewinner des VCÖ-Mobilitätspreis Tirol. Der VCÖ, Landeshauptmann-Stv. Ingrid Felipe und Alexander Jug (ÖBB-Personenverkehr AG) überreichten den VCÖ-Mobilitätspreis Tirol an Bürgermeister Paul Greiter.

Unter dem Motto „Serfaus z’liab“ erfolgte im Sommer der Startschuss zur Ausdehnung der Verkehrsberuhigung auf die Sommermonate. In Serfaus gab es bereits im Winter Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Hintergrund der Ausdehnung: Die Nächtigungen in den Sommermonaten sind in Serfaus seit dem Jahr 2005 um 53 Prozent auf rund 376.000 gestiegen.

Der Verkehr hat stark zugenommen, was die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger von Serfaus beeinträchtigte und den Erfolg des Tourismus gefährdete: Die Gäste wollen Ruhe und saubere Luft und nicht Verkehrsabgase und Verkehrslärm.

Im Sommer 2013 und 2014 wurden umfangreiche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung gesetzt. Es gab ein Fahrverbot für Ferien- und Tagesgäste, Pendler und Lieferanten. Die einheimische Bevölkerung wurde mit Bewusstseinsmaßnahmen motiviert, unnötige Autofahrten zu vermeiden.

Im Juni 2015 wurde dann Serfaus zur Begegnungszone. Es gilt Tempolimit 20 km/h, Fußgängerinnen und Fußgänger können die Straße überall queren, es sind alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt, Parken ist nur auf gekennzeichneten Flächen möglich und nebeneinander Radfahren ist erlaubt. Serfaus ist heute einer der größten Begegnungszonen Österreichs. Im Ortskern wurden Bänke und Rastplätze geschaffen, die zum Verweilen einladen und ein gemütliches Flanieren durch den Ort ermöglichen.

Tagesgäste können am Ortseingang kostenlos parken und sie werden dann – ebenfalls kostenlos – mit der Dorfbahn in das Zentrum von Serfaus gebracht. Zusätzlich wurde das Mobilitätsangebot erweitert, es stehen an drei Self-Service-Stationen Leihfahrräder zur Verfügung, die einfach per Smartphone ausgeliehen werden können.

„Immer mehr vor allem junge Kunden besitzen heute kein eigenes Auto mehr. Damit wird eine umweltschonende Anreise mit der Bahn zum Urlaubsziel deutlich interessanter. Gemeinsam mit unseren Partnern im Mobilitätsbereich ist es das erklärte Ziel durch einen guten Mix aus Bahn- und Busverbindungen noch mehr Menschen von Urlaubsreisen mit den ÖBB zu überzeugen. Damit passend zum Siegerprojekt „Serfaus z‘liab“ der lange Weg in den Urlaub „der Umwelt z‘liab“ mit den ÖBB erfolgt“, so ÖBB Regionalleiter Alexander Jug.

Der VCÖ-Mobilitätspreis Tirol wird vom VCÖ in Kooperation mit dem Land Tirol und den ÖBB durchgeführt und vom Verkehrsverbund Tirol und der TIWAG unterstützt.

 

Die Gewinner des VCÖ-Mobilitätspreis Tirol

Jahr 2015: Gemeinde Serfaus – Begegnungszone Serfaus

Jahr 2014: Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaital GmbH: Innsbrucker Tram / Regionalbahn

Jahr 2013: Marktgemeinde Reutte

Jahr 2012: Klimabündnis Tirol

Jahr 2011: Stadtgemeinde Schwaz: „Schwaz mobil“

Jahr 2010: Verkehrsverbund Tirol „Einführung Wipptal S-Bahn“

Jahr 2009: Stadtgemeinde Schwaz „Bahnhofsprojekt Schrankenlos“

Jahr 2008: EGGER

Jahr 2007: Klimabündnis Tirol

Jahr 2006: GE Jenbach

Jahr 2005: Stadtgemeinde Schwaz

Quelle: VCÖ 2015

Der VCÖ-Mobilitätspreis Tirol wird unterstützt von: