VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark

VCÖ-Mobilitätspreis für „Mit E-Bike zur S-Bahn“ und Lastenrad Graz

Zwei Gewinner beim diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark: Das Projekt  „Mit dem E-Bike zur S-Bahn“ und das "Lastenrad Graz" wurden von VCÖ, Verkehrslandesrat Jörg Leichtfried und den ÖBB mit dem VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark ausgezeichnet.

Ein Mobilitätstrend der Zukunft ist die Multimodalität. Das bedeutet, dass Menschen zunehmend vielfältiger mobil sind und je nach Zweck, das am besten geeignete Verkehrsmittel wählen. „Die Einteilung der Menschen in die Gruppe der „Autofahrer“, „Fußgänger“, „Radfahrer“ oder „Öffi-Nutzer“ ist überholt. Die überwiegende Mehrheit nutzt mehrere Verkehrsmittel häufig und kombiniert immer öfter auf einzelnen Strecken verschiedene Verkehrsmittel“, erklärt VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak.

Der Öffentliche Verkehr ist das Rückgrat der multimodalen Mobilität. Umso wichtiger ist es, dass Bahnhöfe und Haltestellen ein multimodaler Verkehrsknotenpunkt sind. Zum einen ist es wichtig, dass Haltestellen und Bahnhöfe auch zu Fuß und mit dem Rad gut erreichbar sind sowie mit dem örtlichen öffentlichen Verkehrsnetz optimal verknüpft sind. Zudem sind Leihradstationen sowie Carsharing- und Mietwagenstationen zunehmend wichtiger.

„Die neue Landesregierung bekennt sich in ihrem Regierungsübereinkommen zum weiteren Ausbau des Öffentlichen Verkehrs. Von besonderer Bedeutung sind dabei attraktive Bus- und S-Bahnverbindungen sowie die Schaffung von Busdirektverbindungen zwischen den regionalen Zentren. Ferner setzen wir auf Mitfahrbörsen und Sammelplätze sowie Car-Sharing vor allem im Bereich der Nutzung von E-Fahrzeugen“, betont Landesrat Jörg Leichtfried.

Der diesjährige VCÖ-Bahntest hat gezeigt, dass 30 Prozent der steirischen Fahrgäste zu Fuß zur Haltestelle oder zum Bahnhof kommen, elf Prozent mit dem Fahrrad und 24 Prozent mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln. 16 Prozent werden mit dem Auto, dem Taxi oder einer Fahrgemeinschaft zum Bahnhof gebracht. Die Kombination Rad und Bahn ist für viele steirische Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer interessant. Fast die Hälfte der Fahrgäste kombiniert schon heute zumindest gelegentlich Rad und Bahn, so ein weiteres Ergebnis des VCÖ-Bahntest.

Wie eine gute multimodale Kombination von Bahn und Rad aussieht, zeigt das Projekt „Mit dem E-Bike zur S-Bahn“ von der Energie Steiermark Mobilitäts GmbH und der Graz Köflacher Bahn (GKB). Wer eine Jahreskarte für die S-Bahnlinien der GKB hat, kann um nur 185 Euro ein E-Bike dazu mieten. Die so genannte „Grüne Jahreskarte“ wurde im Juni 2014 gestartet. Die S-Bahn Steiermark hat seit ihrem Start im Jahr 2007 die Zahl der Fahrgäste um 40 Prozent steigern können. Ziel ist es, noch mehr Menschen zum Umstieg auf die S-Bahn zu motivieren. Als ein Grund, warum die S-Bahn nicht genutzt wird, wurde das Problem genannt, von zu Hause zur Haltestelle zu kommen bzw. von der Haltestelle nach Hause. Elektro-Fahrräder sind für diese „First Mile“ bzw. „Last Mile“ ein ideales Verkehrsmittel, um rasch und mühelos zum Zug zu kommen. Den VCÖ-Mobilitätspreis nahm die Geschäftsführerin der Energie Steiermark Mobilitäts GmbH, Gundel Perschler, entgegen.

„Mobilität im Wandel“ lautete das Motto des diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark, der vom VCÖ in Kooperation mit dem Land Steiermark und den ÖBB durchgeführt und von der Holding Graz und dem Steirischen Verkehrsverbund unterstützt wird.  „Die ÖBB-Infrastruktur AG investiert alleine heuer in der Steiermark 340 Millionen Euro in die Verbesserung und den Neubau von Bahninfrastrukturanlagen“, erklärt Projektleiter Gerhard Gobiet, der für die Errichtung des Semmering Basistunnels verantwortlich zeichnet. „Die Neubaustrecken in den Süden legen künftig die Basis für einen zukunftsorientierten Bahnverkehr und ermöglichen kurze Reisezeiten zwischen den Ballungszentren und darüber hinaus. In Verbindung mit innovativen urbanen Mobilitätslösungen ermöglichen wir besonders kurze Verbindungsmöglichkeiten von Haustür zu Haustür.“

Eine große Herausforderung für die Zukunft ist der Gütertransport. Die EU hat in ihrem Weißbuch als Ziel für das Jahr 2030 einen CO2-freien Gütertransport in den Städten formuliert. Dafür braucht es eine umfassende Elektrifizierung des städtischen Gütertransports und auch einen verstärkten Einsatz von Lastenfahrrädern.  Ein Beispiel, wie es gehen kann, ist das „Lastenrad Graz“. Seit Juli 2014 kann es in Graz kostenlos ausgeliehen werden. Bereits im 1. Jahr wurde es 259 Mal ausgeliehen. „Lastenräder sind ein ideales Transportmittel in der Stadt, etwa um größere Lebensmitteleinkäufe zu machen. Auch größere Güter, wie beispielsweise eine Waschmaschine können damit gut transportiert werden“, gratuliert VCÖ-Geschäftsführer Nowak Martin Moser, der für den Verein zur Förderung von Lastenfahrrädern den VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark entgegen nimmt. Die Entlehnung ist einfach: Online unter www.das-lastenrad.at den Zeitraum reservieren.

„Herzliche Gratulation dem Verein zur Förderung von Lastenfahrrädern in Graz. Lastenräder sind schließlich im urbanen Bereich das ideale Transportmittel und zusätzlich im Sinne des EU-Zieles eines CO2-freien Gütertransportes in Städten“, so Landesrat Leichtfried.

Der VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark wird unterstützt von: