VCÖ: Zahl der Verkehrstoten im 1. Halbjahr auf 172 zurückgegangen

Jeder 4. Verkehrstote in Niederösterreich, niedrigste Anzahl in Vorarlberg vor Wien und Burgenland

VCÖ (Wien, 30. Juni 2017) – Die Zahl der Verkehrstoten ist in Österreich im 1. Halbjahr nach vorläufigen Daten auf 172 zurückgegangen, informiert der VCÖ. Im Vorjahr wurden im 1. Halbjahr 190 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet. Jeder vierte Verkehrstote war in Niederösterreich zu beklagen. Die niedrigste Opferzahl weist Vorarlberg vor Wien und Burgenland auf. Der VCÖ spricht sich für mehr Discobusse und Anrufsammeltaxis in den Regionen aus. Zudem sind verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen zu hohes Tempo und Ablenkung nötig.

172 Tote und mehr als 20.000 Verletzte. Das ist die traurige Opferbilanz der Verkehrsunfälle in Österreich im 1. Halbjahr, berichtet der VCÖ. Aber: Die Zahl der tödlich Verunglückten war in Österreich im 1. Halbjahr noch nie so niedrig wir heuer. Im Vorjahr kamen nach endgültigen Daten (inklusive Unfallopfer, die innerhalb 30 Tagen ihren Verletzungen erliegen) 190 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Vor zehn Jahren im 1. Halbjahr 2007 war die Zahl der Verkehrstoten mit 324 fast doppelt so hoch wie heuer, macht der VCÖ aufmerksam.

Im Bundesländer-Vergleich waren in Niederösterreich mit 47 die meisten Todesopfer zu beklagen, den zweithöchsten Blutzoll weist Oberösterreich mit 37 Verkehrstoten auf. In der Steiermark kamen 24 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, in Salzburg 18 und in Tirol elf. In immerhin vier Bundesländern – Vorarlberg, Wien, Burgenland und Kärnten – starben jeweils weniger als zehn Menschen bei Verkehrsunfällen, informiert der VCÖ. In sechs Bundesländern ging die Zahl der Verkehrstoten nach vorläufigen Daten zurück.

„Die 172 Todesopfer des heurigen Jahres sind Mahnung, verstärkte Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit umzusetzen. Letztlich gibt es nur eine akzeptable Anzahl von tödlichen Verkehrsunfällen und die ist Null. Diesem Ziel gilt es so nahe wie möglich zu kommen“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest.

Um die Zahl der Verkehrsunfälle weiter zu verringern, gilt es bei den Hauptunfallursachen zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit anzusetzen, etwa durch verstärkte Kontrollen, durch die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem sowie mehr Verkehrsberuhigung im Ortsgebiet.

Mit 1. Juli wird die Probezeit beim Probeführerschein auf drei Jahre verlängert. Während des Probeführerscheins gilt die 0,1 Promillegrenze. Bei schweren Verkehrsstrafdelikten wird eine Nachschulung angeordnet und die Probezeit um ein Jahr verlängert. In den Deliktkatalog wird nun neu auch die Missachtung des Handyverbots aufgenommen. Wenn in den ersten drei Jahre des Autofahrens „Don’t drink and drive“ und „Don’t phone and drive“ einzuhalten sind, dann ist die Chance hoch, dass diese beiden Prinzipien auch danach beherzigt werden, so der VCÖ.

Wichtig für die Verkehrssicherheit von Jugendlichen ist auch, dass es mehr Discobusse und Anrufsammeltaxis gibt. Der VCÖ schlägt vor, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen für die Einführung von Discobussen und Anrufsammeltaxis zweck gewidmet wird. „Auch für alle anderen Altersgruppen sind Bahn und Bus um ein Vielfaches sicherer als das Auto. Mit dem Ausbau des Öffentlichen Verkehrsangebots kann die Zahl der Verkehrsunfälle reduziert werden“, erklärt VCÖ-Sprecher Gratzer.

VCÖ: In Österreich im 1. Halbjahr deutlich weniger Verkehrstote (Bei Verkehrsunfällen in Österreich tödlich Verunglückte)

 

1. Halbjahr 2017: 172 Verkehrstote  (vorläufige Zahl)

1. Halbjahr 2016: 190 Verkehrstote

1. Halbjahr 2015: 214 Verkehrstote

1. Halbjahr 2014: 238 Verkehrstote

1. Halbjahr 2013: 191 Verkehrstote

1. Halbjahr 2012: 233 Verkehrstote

1. Halbjahr 2011: 246 Verkehrstote

1. Halbjahr 2010: 250 Verkehrstote

1. Halbjahr 2009: 287 Verkehrstote

1. Halbjahr 2008: 312 Verkehrstote

1. Halbjahr 2007: 324 Verkehrstote

Quelle: VCÖ 2017

 

VCÖ: Jeder 4. Verkehrstote in Niederösterreich (1.Halbjahr 2017 (vorläufige Daten), in Klammer 1. Halbjahr 2016 (endgültige Daten))

 

Niederösterreich: 47 Verkehrstote (48 Verkehrstote )

Oberösterreich: 37 (43 )

Steiermark: 24 (28 )

Salzburg: 18 (18 )

Tirol: 11 ( 18)

Kärnten: 9 (13 )

Burgenland: 8 (5)

Wien: 8 (13 )

Vorarlberg: 7 (3  )

Österreich: 172 (190)

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2017

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