VCÖ: Wien Innere Stadt war im Vorjahr vor Waidhofen/Thaya Österreichs Bezirk mit höchstem E-Auto-Anteil

VCÖ: Bei Firmenflotten Anteil der E-Autos rascher erhöhen – In Regionen E-Carsharing forcieren

VCÖ (Wien, am 11. Jänner 2018) – Erstmals erreichte im Vorjahr in Österreich ein Bezirk einen E-Auto-Anteil von zehn Prozent bei den Neuzulassungen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Wien Innere Stadt war Österreichs Bezirk mit dem höchsten E-Auto Anteil vor dem Waldviertler Bezirk Waidhofen/Thaya. Spitzenreiter bei den Landeshauptstädten ist Graz. E-Autos sind für ländliche Regionen sehr gut geeignet, vor allem in Form von E-Carsharing durch Gemeinden oder Vereine, betont der VCÖ. Eine zentrale Rolle beim Durchbruch der E-Mobilität spielen zudem die Firmenflotten.

5.433 E-Autos wurden im Vorjahr in Österreich neu zugelassen, das waren 1,5 Prozent aller Neuzulassungen. In 58 Bezirken und fünf Statutarstädten war der E-Auto-Anteil höher als im Österreich-Schnitt, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Österreichs Spitzenreiter war der 1. Bezirk in Wien mit 10,1 Prozent. Damit hat erstmals in Österreich ein Bezirk die 10-Prozent Grenze übersprungen, macht der VCÖ aufmerksam. In Wiens Innenstadt haben viele Unternehmen ihren Sitz.

„Betriebe und Unternehmen spielen eine zentrale Rolle beim Tempo der Energiewende im Autoverkehr. Denn fast zwei Drittel aller Neuwagen werden auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Bei neuzugelassenen Diesel-Pkw beträgt der Anteil der Firmen und anderer juristischer Personen 67 Prozent, bei E-Pkw ist der Anteil mit 70 Prozent nur unwesentlich höher. Zuletzt hat VW-Chef Matthias Müller festgestellt, dass die Steuerbegünstigung von Diesel ein Hemmschuh für den Durchbruch der E-Mobilität ist. Neben der Abschaffung der Steuerbegünstigung von Diesel ist der Sachbezug für Firmenwagen, die beim Fahren CO2 ausstoßen, zu erhöhen.

Den zweithöchsten Anteil von E-Autos an den Neuzulassungen wies im Vorjahr der Waldviertler Bezirk Waidhofen/Thaya mit 3,7 Prozent auf. Im Jahr 2016 war Waidhofen/Thaya sogar Österreichs Spitzenreiter. Den dritthöchsten Anteil an E-Autos hatte im Vorjahr Wien-Mariahilf (3,4 Prozent) vor Wien-Margareten (3,1 Prozent) sowie vor den Bezirken Mistelbach und Rohrbach mit jeweils 3,0 Prozent, so die VCÖ-Analyse. Unter die Top 10 schafften es unter anderem auch noch die Bezirke Horn (2,8 Prozent) sowie Hermagor und Bregenz mit jeweils 2,7 Prozent. Auch Graz, der Spitzenreiter unter den Landeshauptstädten, erreichte einen E-Auto Anteil von 2,7 Prozent.

Der VCÖ weist darauf hin, dass E-Autos für Regionen sehr gut geeignet sind. Auch in den Regionen ist der Anteil kurzer Autofahrten sehr hoch. Am Land sind 60 Prozent der Autofahrten kürzer als zehn Kilometer, 94 Prozent kürzer als 50 Kilometer. Gerade in den Regionen ist die Anzahl der Zweitautos sehr hoch. Die 1,4 Millionen Zweitautos in Österreich werden im Schnitt nur 7.190 Kilometer pro Jahr gefahren. Und in den Regionen gibt es viele Einfamilienhäuser. Damit kann das E-Auto in der Garage einfach geladen werden. Mit Photovoltaikanlage kann zudem die benötigte Energie selbst erzeugt werden.

„Da E-Autos in der Anschaffung zwar teurer, aber im Betrieb sehr günstig sind, sind sie für Carsharing in den Regionen sehr gut geeignet, wie mittlerweile mehrere Projekte zeigen“, weist VCÖ-Expertin Rasmussen auf erfolgreiche regionale Initiativen hin. Im steirischen Vulkanland arbeiten 23 Gemeinden und 16 Betriebe zusammen. Rund 60 E-Fahrzeuge umfasst der Pool des regionalen Carsharing-Projekts. Auch im Mühlviertel haben sich mehrere Regionen zusammengeschlossen und bieten Carsharing mit 17 E-Autos an.

VCÖ: In Wien Innere Stadt war bereits jeder 10. Neuwagen ein E-Auto (Anteil E-Pkw an Pkw-Neuzulassungen 2017
(Anzahl neuzugelassene E-Pkw))
Wien Innere Stadt: 10,1 Prozent (228 E-Pkw)
Bezirk Waidhofen / Thaya: 3,7 Prozent (33)
Wien Mariahilf: 3,4 Prozent (21)
Wien-Margareten: 3,1 Prozent (21)
Bezirk Mistelbach: 3,0 Prozent (73)
Bezirk Rohrbach: 3,0 Prozent (44)
Bezirk Horn: 2,8 Prozent (32)
Bezirk Hermagor: 2,7 Prozent (10)
Bezirk Bregenz: 2,7 Prozent (119)
Graz: 2,7 Prozent (336)
Bezirk Kitzbühel: 2,6 Prozent (72)
Bezirk Grieskirchen: 2,6 Prozent (49)
Bezirk Krems Land: 2,6 Prozent (39)
Bezirk Hartberg-Fürstenfeld: 2,6 Prozent (64)
Bezirk Kirchdorf / Krems: 2,5 Prozent (39)
Bezirk St. Johann im Pongau: 2,5 Prozent (66)
Bezirk Steyr Land: 2,5 Prozent (41)
Bezirk Zell am See: 2,5 Prozent (72)
Wien-Währing: 2,4 Prozent (18)
Bezirk Tulln: 2,3 Prozent (81)
Wien-Hernals: 2,3 Prozent (17)
Bezirk Südoststeiermark: 2,3 Prozent (55)
Bezirk Lienz: 2,3 Prozent (30)
Bezirk Dornbirn: 2,3 Prozent (84)
Bezirk St. Pölten Land: 2,3 Prozent (85)
Bezirk Perg: 2,2 Prozent (57)
Bezirk Korneuburg: 2,2 Prozent (60)
Krems Stadt: 2,2 Prozent (30)
Bezirk Imst: 2,2 Prozent (47)
Bezirk Vöcklamarkt: 2,1 Prozent (20)
Wien-Neubau: 2,1 Prozent (11)
Waidhofen/Ybbs: 2,1 Prozent (12)
Graz Umgebung: 2,1 Prozent (100)
St. Pölten: 2,0 Prozent (70)
Quelle: Datafact, VCÖ 2018

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