VCÖ: Zweitautos werden im Schnitt nur mehr 7.190 Kilometer pro Jahr gefahren – großes Carsharing-Potenzial

VCÖ: Carsharing bei Wohnhausanlagen und in Gemeinden

VCÖ (Wien, 5. Mai 2017) – Die Zweitautos von Österreichs Haushalten werden immer weniger gefahren, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Nur mehr 7.190 Kilometer pro Jahr ist im Schnitt ein Zweit-Pkw unterwegs. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Zweitwagen stark zu. Der VCÖ sieht ein großes Potenzial für Carsharing, auch in den Regionen. Carsharing-Angebote können über Wohnhausanlagen und Gemeinden organisiert werden.

Im Jahr 2016 gab es in Österreich bereits rund 1,38 Millionen Zweitautos. Die Zahl der Zweitautos ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Gleichzeitig werden die Zweitwagen immer weniger gefahren, im Vorjahr im Schnitt nur mehr 7.190 Kilometer, das sind um rund 1.850 Kilometer weniger als vor zehn Jahren, berichtet der VCÖ.

„Im Schnitt sind die Zweitautos nicht einmal eine halbe Stunde pro Tag im Einsatz, mehr als 23 Stunden am Tag sind sie keine Fahrzeuge, sondern Stehzeuge“, verdeutlicht VCÖ-Experte Markus Gansterer. In allen Bundesländern stehen Zweitautos viel, am meisten in Wien, wo sie im Schnitt mit knapp mehr als 6.300 Kilometer am wenigsten gefahren werden. Im Burgenland kommen Zweitautos auf durchschnittlich 8.000 Kilometer pro Jahr, der höchste Wert im Bundesländer-Vergleich.

Zweit-Pkw kosten Geld und verbrauchen viel Platz. Nebeneinander geparkt verbrauchen Österreichs Zweitautos eine Fläche von rund 22 Quadratkilometer, das entspricht der Fläche von 3.670 Fußballfeldern, macht der VCÖ aufmerksam.

Mit Carsharing können die Kosten für die einzelnen Haushalte deutlich reduziert werden. Mehr als 80 Prozent der Kosten machen Anschaffung und Instandhaltung des Zweitautos aus. „Früher wurde Carsharing nur als städtisches Angebot gesehen. Doch Carsharing ist auch für Regionen gut geeignet“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Die Rahmenbedingungen für Carsharing haben sich verbessert. Dank der Digitalisierung sind Carsharing-Plattformen leichter zu organisieren, wie die Plattform Carsharing 24/7 zeigt. Und insgesamt verbreitet sich in der Bevölkerung das Prinzip „nutzen statt besitzen“. „Die Gesellschaft ändert sich und mit ihr der Zugang und die Einstellung zur Mobilität“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest.

Wohnhausanlagen sind prädestiniert für Carsharing. Für die Bewohnerinnen und Bewohner kann ein Pool von Fahrzeugen zur gemeinsamen Nutzung angeschafft werden. Von Autos in verschiedenen Größen über E-Mopeds bis hin zu E-Fahrrädern und Transporträdern. „Für die Haushalte ist es kostengünstiger und für die Umwelt besser, wenn diese Sharing-Angebote von der Politik unterstützt werden anstatt bei neuen Wohnanlagen teure Pkw-Stellplätze verpflichtend vorzuschreiben“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Auch über Gemeinden lässt sich vor allem E-Carsharing gut organisieren. In Niederösterreich bieten bereits rund 60 Gemeinden E-Carsharing an.

Innovative Ideen und umgesetzte Carsharing-Projekte können auch beim diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreis eingereicht werden. Dieser steht unter dem Motto „klimaverträglich mobil“. Der VCÖ-Mobilitätspreis ist Österreichs größter Wettbewerb für nachhaltige Mobilität und wird vom VCÖ in Kooperation mit dem bmvit, dem Umweltministerium und den ÖBB durchgeführt. Informationen und Einreichunterlagen unter www.vcoe.at oder (01) 8932697

VCÖ: Zweitautos werden wenig gefahren

(Fahrleistung von Zweitautos von privaten Haushalten im Jahr 2016 – Änderung gegenüber dem Jahr 2010)

Österreich: 7.190 km (minus 1.175 km)

Burgenland: 8.000 km (minus 298 km)

Steiermark: 7.493 km (minus 600 km)

Kärnten: 7.370 km (minus 1.652 km)

Niederösterreich: 7.291 km (minus 844 km) 

Oberösterreich: 7.151 km (minus 1.210 km)

Salzburg: 7.009 km (minus 1.733 km )

Tirol: 6.795 km (minus 1.856 km)
Vorarlberg: 6.766 km ( minus 1.265 km) 

Wien: 6.308 km (minus 2.254 km)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

VCÖ: Immer mehr Zweitautos in Österreich

Jahr 2016: 1,376 Millionen

Jahr 2014: 1,080 Millionen

Jahr 2010: 0,998 Millionen

Jahr 2006: 0,918 Millionen

Jahr 2000: 0,706 Millionen
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

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