VCÖ: Zwei Drittel von Österreichs Radfahrern erledigen zumindest gelegentlich Einkäufe mit Rad

VCÖ (Wien, 20. März 2015) – Mit dem Frühling beginnt für viele auch die Radfahrsaison. Der VCÖ weist darauf hin, dass rund zwei Drittel der Radfahrenden zumindest gelegentlich mit dem Fahrrad Einkäufe erledigen. Das Potenzial zum Einkaufen mit dem Rad ist groß, wie Vorarlberg zeigt. In vielen Regionen Österreichs sind aber Geschäfte mit dem Fahrrad schlecht erreichbar. Der VCÖ möchte nun gemeinsam mit der Bevölkerung Gefahrenstellen und Hindernisse am Einkaufsweg aufzeigen. Diese können in eine Online-Karte unter www.vcoe.at eingetragen werden.

„Mit dem Fahrrad einkaufen ist umweltfreundlich, kostengünstig und gesund. In Österreich nutzen immerhin zwei Drittel der Radfahrerinnen und Radfahrer zumindest gelegentlich das Fahrrad zum Einkaufen“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest. Mobilitätserhebungen der Bundesländer zeigen sehr große Unterschiede beim Anteil der Einkäufe, die mit dem Rad erledigt werden. In Oberösterreich werden rund sieben Prozent der Einkäufe mit dem Rad gemacht, in Niederösterreich acht Prozent, in Tirol zehn Prozent. Spitzenreiter ist Vorarlberg, wo 22 Prozent der Einkäufe mit dem Rad erledigt werden. 

„Zwei Faktoren sind für einen hohen Radverkehrsanteil beim Einkaufen zentral. Erstens eine gute Nahversorgung und zweitens eine gute Infrastruktur zum Radfahren. Sind die Geschäfte gut mit dem Fahrrad erreichbar, werden auch mehr Einkäufe mit dem Rad gemacht“, so VCÖ-Experte Gansterer. Die Einkaufsmenge ist viel seltener ein Hindernis als gedacht. Eine steirische Studie zeigt, dass rund 70 Prozent der Lebensmitteleinkäufe eine Menge haben, die bequem mit dem Rad zu transportieren ist.

Im Rahmen einer repräsentativen Umfrage ließ der VCÖ im Vorjahr erheben, welche Maßnahmen aus Sicht der Radfahrenden das Einkaufen mit dem Rad erleichtern. Am häufigsten – von 50 Prozent – wurde eine bessere Radfahrinfrastruktur genannt, 39 Prozent wünschen mehr und bessere Radabstellmöglichkeiten vor den Geschäften und immerhin 13 Prozent wünschen die Möglichkeit Anhänger oder Lastenrad auszuleihen.

Der VCÖ will nun gemeinsam mit der Bevölkerung die Bedingungen zum Einkaufen mit dem Fahrrad verbessern. In eine interaktive Online-Karte können ganz konkrete Problemstellen und Hindernisse am Einkaufsweg eingetragen und beschrieben werden, auch wenn beispielsweise bei Geschäften gute Radabstellmöglichkeiten fehlen. Die Ergebnisse werden vom VCÖ dann gesammelt an die zuständigen Stellen übermittelt.

Zudem sind auch vorbildliche Lösungen gesucht, die ebenso in die Online-Karte eingetragen werden können. „Die Geschäfte sind gut beraten, wenn sie sich um ihre Kundinnen und Kunden, die mit dem Rad kommen, bemühen“, weist VCÖ-Experte Gansterer auf eine Studie des Umweltministeriums hin. Demnach kaufen Radfahrende um rund 20 Prozent häufiger ein als Personen, die mit dem Auto einkaufen. „Wer mit dem Rad einkauft, ist leichter als Stammkundin oder als Stammkunde zu gewinnen“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

 

Webtipp: VCÖ-Einkaufsweg-Check www.vcoe.at

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