VCÖ zu Welt-Umwelttag: Verkehr ist großes Sorgenkind für Österreichs Umweltpolitik

VCÖ (Wien, 5. Juni 2014) – Der Verkehr in Österreich ist ein großes Sorgenkind für den Umweltschutz, stellt der VCÖ am heutigen Welt-Umwelttag fest. Der Verkehr verursacht mehr als ein Viertel der Treibhausgas-Emissionen und rund die Hälfte der Stickoxid-Emissionen. Straßen, Parkplätze und andere Verkehrsflächen versiegeln eine Fläche von mehr als 2.000 Quadratkilometer in Österreich. Der VCÖ betont, dass die Energiewende nur mit einer Mobilitätswende erreichbar ist.

„Die Verringerung der vom Verkehr verursachten Umweltverschmutzung ist eine der größten Herausforderungen für die Umweltpolitik “, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen anlässlich des heutigen Welt-Umwelttages fest. Der VCÖ weist darauf hin, dass 27 Prozent von Österreichs klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen durch den Verkehr verursacht werden. Während die Treibhausgas-Emissionen im Bereich der Raumwärme (Heizen) seit dem Jahr 1990 dank vieler Maßnahmen um 34 Prozent zurückgegangen sind, gab es beim Verkehr bei den Treibhausgas-Emissionen einen Anstieg um 54 Prozent.

Auch bei anderen umweltschädlichen Schadstoffen hat der Verkehr einen hohen Anteil: So werden exklusive dem Kraftstoffexport fast die Hälfte der Stickoxid-Emissionen vom Verkehr verursacht.  Stickoxide tragen zur Versauerung der Böden bei und verschlechtern auch die Wasserqualität von Österreichs Gewässer. Zudem verursacht der Verkehr mehr ein Fünftel der PM2,5-Emissionen (Feinst-Staub-Partikel).

Weiters versiegeln die rund 110.000 Kilometer Straßen sowie Parkplätze und andere Verkehrsflächen eine Fläche von mehr als 2.000 Quadratkilometer, das entspricht der fünffachen Fläche Wiens, macht der VCÖ aufmerksam. Und auch der Verkehrslärm beeinträchtigt die Umwelt. 

„Insgesamt ist der Verkehr in Österreich ein großes Umweltproblem. Das erfreuliche ist aber, dass Lösungen nicht erst erfunden werden müssen, sondern bereits vorhanden sind. Der Öffentliche Verkehr und bei kürzeren Strecken das Fahrrad oder bei Distanzen unter einem Kilometer die eigenen Füße sind die umweltfreundlichen Alternativen zum Auto“, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest. Die Politik ist gefordert, es den Österreicherinnen und Österreicher zu erleichtern, umweltfreundlich mobil zu sein. 

Dazu zählt auch die verstärkte Förderung der  Nahversorgung im Ort und die Umsetzung eine verkehrssparenden Siedlungspolitik.  Die Infrastrukturen für das Radfahren und Gehen sind massiv zu verbessern. Großen Handlungsbedarf gibt es im Gütertransport. Gerade Städte sind prädestiniert dafür, Schritt für Schritt eine CO2-freie Güterlogistik einzuführen. So können Klein-Lkw sukzessive durch E-Transporter ersetzt werden, betont der VCÖ. Auch Lastenfahrräder haben in den Städten ein großes Potenzial.

10 VCÖ-Tipps für alle, die umweltfreundlicher mobil sein möchten

1. Arbeitsweg: Wer weniger als fünf Kilometer vom Arbeitsort entfernt wohnt, hat eine ideale Distanz, um mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen. Auch Distanzen von 5 bis 10 Kilometer sind für viele gut mit dem Rad zu bewältigen, Elektro-Fahrräder ermöglichen auch Distanzen bis 15 Kilometer.

2. Arbeitsweg: Wer gute öffentliche Verkehrsverbindungen zur Verfügung hat, ist mit einer Öffi-Jahreskarte umweltfreundlicher und um ein Vielfaches kostengünstiger unterwegs als mit dem Auto.

3. Arbeitsweg: Wenn es keine Alternative zum Auto gibt, Fahrgemeinschaften mit Kollegen bilden. Schont Umwelt und Geldbörse. 

4. Einkaufen: Studien zeigen, dass viele Einkäufe auch mit dem Fahrrad erledigt werden können.

5. Einkaufen: Das Motto „Kauf im Ort, fahr nicht fort“ beherzigen, ist umweltfreundlicher und stärkt die regionale Wirtschaft.

6. Einkaufen: Produkte aus der Region den Vorrang vor Waren geben, die tausende Kilometer transportiert wurden. 

7. Freizeitziele: Wenn möglich Freizeitziele, etwa Kino, Freunde oder Sportveranstaltungen besuchen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad zurücklegen. 

8. Ausflüge: Etliche Ausflugsziele sind auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Es zahlt sich aus, sich vor dem Ausflug zu informieren.

9. Wohnen: Bei der Auswahl des Wohnortes auch darauf achten, ob öffentliche Verkehrsangebote und andere Infrastrukturen (Kindergarten, Schule, Einkaufsmöglichkeiten, usw.) in der Nähe sind. 

10. Wenn Autofahren, dann spritsparend: Schon beim Autokauf auf Verbrauch achten. Durch spritsparenden Fahrstil kann Spritverbrauch und damit die Umweltbelastung um 15 bis 20 Prozent gegenüber herkömmlichem Fahrstil verringert werden. 

Quelle: VCÖ 2014

Zurück zur Übersicht