VCÖ zu VOR-Tarifreform: Nachbesserungen nötig

VCÖ (Wien, 30. Juni 2016) - Kommende Woche, am 6. Juli, tritt die VOR-Tarif-Reform in Kraft. Nach jahrelangen Diskussionen wurde das bisherige Zonenmodell, das immer wieder für Kritik sorgte, geändert. Auf einzelnen Strecken kommt es durch die Änderungen zu starken Preiserhöhungen. Der VCÖ sieht die Notwendigkeit von Nachbesserungen, um zu starke Erhöhungen abzufedern. Zudem braucht es in der Ostregion einen verstärkten Ausbau des Öffentlichen Verkehrsnetzes.

Die VOR-Tarifreform tritt mit 6. Juli in Kraft und ersetzt den bisherige „Zonentarif“ durch einen Streckentarif. "Schon bei der Bekanntgabe der Tarifreform haben wir darauf hingewiesen, dass Reformen nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer haben. Und wir bleiben dabei: Wenn es gravierende Verschlechterungen gibt, sind Nachbesserungen nötig. Und das ist jetzt der Fall", stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Auf einigen Strecken kommt es zu empfindlichen Erhöhungen. Dafür braucht es Lösungen, denn " Ziel der Tarifreform muss ja sein, neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen und nicht bestehende Fahrgäste zu verärgern. Umso mehr als die Ostregion wächst und mit ihr auch die Mobilität. Im Interesse des Klimaschutzes, aber auch um Staus auf den Straßen zu vermeiden ist es wichtig, dass in Zukunft mehr Menschen auf Bahn und Bus umsteigen", betont VCÖ-Experte Gansterer.

Deshalb ist der verstärkte Ausbau des öffentlichen Verkehrsangebots in der Ostregion wichtig. Neben häufigeren Bahn- und Busverbindungen braucht es vor allem auch in den besonders stark wachsenden Gebieten, wie etwa dem Umland von Wien und im Nordburgenland zusätzliche Verbindungen. Als große, aber lösbare Herausforderung sieht der VCÖ die Versorgung dünner besiedelter Regionen mit öffentlichen Verkehrsangeboten. „Dort, wo es keinen Linienverkehr gibt, kann mit sogenannten Mikro-ÖV-Systemen, wie etwa Gemeindebusse oder Anrufsammeltaxis, das Mobilitätsangebot für die Bevölkerung verbessert werden“, so VCÖ-Experte Gansterer.

„Ein gutes öffentliches Verkehrsnetz ist die beste finanzielle Unterstützung für Pendler-Haushalte. Dadurch können sich Haushalte ein teures Zweit- oder Drittauto ersparen. Auch deshalb ist der weitere Ausbau des Öffentlichen Verkehrs wichtig“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. So wird ab 6. Juli die Jahreskarte für die Strecke St. Pölten – Wien 1.588,- Euro kosten. Wird das amtliche Kilometergeld von 42 Cent pro Kilometer als Kosten für das Auto zugrunde gelegt, sind die Kosten mit dem Auto mit rund 11.000 Euro pro Jahr rund sieben Mal so hoch. Werden Kilometerkosten von 20 Cent zugrunde gelegt, kostet das Pendeln mit dem Auto auf dieser Strecke noch immer mehr als dreimal so viel wie mit dem Öffentlichen Verkehr.

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