VCÖ: Zu Pfingsten erhöhte Unfallgefahr – im Vorjahr jede Stunde fünf schwere Verkehrsunfälle - 14.05.2013

62 Tote und 4.148 Verletzte. Das ist die traurige Opferbilanz der sieben letzten Pfingstwochenenden, macht der VCÖ aufmerksam. Der VCÖ weist darauf hin, dass im Vorjahr zu Pfingsten mehr als doppelt so viele schwere Verkehrsunfälle passierten wie zu Ostern. Jeder dritte tödliche Unfall passierte in den vergangenen Jahren in der Steiermark. Hauptursache der Unfälle ist zu hohes Tempo. Der VCÖ fordert Tempolimit 80 auf Freilandstraßen. Die Einnahmen aus Verkehrsstrafen sollen für Verkehrssicherheit zweckgewidmet werden.

Zu Pfingsten ist das Unfallrisiko auf Österreichs Straßen deutlich höher. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass im Vorjahr am Pfingstwochenende mehr als doppelt so viele schwere Verkehrsunfälle passierten wie am Osterwochenende: Bei 488 Verkehrsunfällen wurden Menschen verletzt. Fünf Todesopfer waren laut Innenministerium zu beklagen.

„Die verstärkten Verkehrskontrollen der Exekutive haben Schlimmeres verhindert. Einige Risikolenker konnten aus dem Verkehr gezogen werden, bevor sie Schaden angerichtet haben“, weist VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek auf die Bilanz der Verkehrskontrollen hin. Es wurden im Vorjahr zu Pfingsten 306 Führerscheine abgenommen, 586 Alkolenker angezeigt und mehr als 50.000 wurden beim Schnellfahren erwischt

Die Gründe für das erhöhte Unfallrisiko zu Pfingsten: Es sind viele Motorradfahrer unterwegs, besonders bei Schönwetter. Heuer sind bereits 14 Motorradfahrer tödlich verunglückt. Zusätzlich gibt es verstärkten Ausflugs- und Urlaubsreiseverkehr. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass in den vergangenen sieben Jahren am Pfingstwochenende 62 Menschen bei Verkehrsunfällen auf Österreichs Straßen ums Leben kamen. Allein in der Steiermark verunglückten 23 Menschen tödlich, in Niederösterreich 15. Keine tödlichen Unfälle gab es in Vorarlberg und im Burgenland.

Die Hauptursache der schweren Verkehrsunfälle ist zu hohes Tempo. „Noch immer wird Schnell fahren von zu vielen als Kavaliersdelikt angesehen. Hier ist auch der Gesetzgeber aufgerufen, der Verkehrssicherheit absoluten Vorrang zu geben. Speziell auf Freilandstraßen sollten 80km/h als Tempolimit gelten und 100 km/h nur dort erlaubt sein, wo es aus Verkehrssicherheitssicht zulässig ist“, stellt VCÖ-Expertin Urbanek fest.

In jenen europäischen Staaten, wo die Verkehrssicherheit deutlich höher ist als in Österreich, gilt auf Freilandsstraßen Tempo 80, etwa in der Schweiz, Malta oder Dänemark. Zusatzvorteil: Der Schilderwald, den es derzeit aufgrund von Ausnahmeregelungen gibt, wird gelichtet. „Auch die Toleranzgrenzen beim Überschreiten von Tempolimits suggerieren, es darf ruhig ein bisserl mehr sein. Diese Haltung ist im Bereich der Verkehrssicherheit gefährlich, das gilt für Alkohol genauso wie für die Geschwindigkeit“, betont VCÖ-Expertin Urbanek. In der Schweiz liegt die Toleranzgrenze beim Überschreiten von Tempolimits bei 3 km/h.

Der VCÖ fordert zudem, dass Einnahmen aus Verkehrsstrafen für die Verkehrssicherheit zweckgewidmet werden. So sollten damit Nacht- und Discobusse in ländlichen Regionen mitfinanziert werden, um Jugendlichen eine sichere Alternative zu Moped und Auto zu geben.


VCÖ:  62 Verkehrstote in den vergangen sieben Jahren zu Pfingsten!
(Verkehrsunfälle / Verletzte / Tödlich Verunglückte)

Pfingsten 2012: 488 / 572 / 5 (vorläufige Daten BMI)
Pfingsten 2011: 424 / 587 / 9
Pfingsten 2010: 440 / 582 / 6
Pfingsten 2009: 425 / 586 / 9
Pfingsten 2008: 521 / 668 / 5
Pfingsten 2007: 497 / 648 / 21
Pfingsten 2006: 362 / 505 / 7
Summe: 3.157 Unfälle / 4.148 Verletzte / 62 Verkehrstote
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013

VCÖ: In Niederösterreich und der Steiermark passierten die meisten tödlichen Unfälle
(Anzahl Verkehrstote zu Pfingsten in den Jahren 2006 bis 2012)

Steiermark: 23
Niederösterreich: 15
Tirol: 7
Kärnten: 6
Oberösterreich: 6
Salzburg:  3
Wien: 2
Vorarlberg: 0
Burgenland: 0
Österreich: 62
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013

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