VCÖ zu Klimabilanz: CO2-Ausstoß des Verkehrs sogar im Coronajahr viel höher als im Jahr 1990!

VCÖ: Umfassendes Maßnahmenpaket nötig, um Verkehr auf Klimakurs zu bringen

Foto: Stefan Redel Adobe Stock 2464628

VCÖ (Wien, 20. August 2021) - Durch den Verkehrsrückgang infolge der Covid-19 Pandemie sind die CO2-Emissionen des Verkehrs im Vorjahr um 3,4 Millionen Tonnen gesunken. Aber mit 20,6 Millionen Tonnen war der CO2-Ausstoß des Verkehrs um 49 Prozent höher als im Jahr 1990. Der Verkehr ist der einzige Sektor, der im Coronajahr 2020 im Vergleich zum Jahr 1990 höhere CO2-Emissionen aufwies, macht der VCÖ aufmerksam. Die Verkehrszunahme macht die Einsparungen der anderen Sektoren wieder zunichte. Der VCÖ fordert die rasche Umsetzung eines umfassenden Klimaschutz-Maßnahmenpakets im Verkehr.

Der Gebäudesektor verursachte um 4,9 Millionen Tonnen Treibhausgase weniger als im Jahr 1990, Energie und Industrie haben 3,9 Millionen Tonnen gegenüber 1990 eingespart, die Landwirtschaft 1,4 Millionen Tonnen. Der Verkehr hingegen verursachte sogar im Coronajahr 2020 um 6,8 Millionen Tonnen mehr klimaschädliche Emissionen als im Jahr 1990. "Damit hat die Zunahme des Verkehrs die Einsparungen anderer Sektoren wieder zunichte gemacht. Mangelnden Klimaschutz im Verkehr kann sich Österreich sowohl aus ökologischer als auch ökonomischer Sicht nicht leisten", betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Der vor eineinhalb Wochen veröffentlichte Bericht des Weltklimarats hat verdeutlicht, dass sich die Klimakrise zuletzt massiv verschärft hat. Die Treibhausgas-Emissionen sind deutlicher und vor allem rascher zu reduzieren. In Österreich ist beim Klimaschutz der Nachholbedarf im Verkehrssektor besonders groß, stellt der VCÖ fest.

Als erster wichtiger Schritt zum Klimaziel sind alle Maßnahmen, die zu mehr Autoverkehr und mehr Lkw-Verkehr führen, zu unterlassen. Sowohl die Infrastrukturpolitik als auch das Steuersystem sind rasch in Einklang mit den Klimazielen zu bringen. "Klimafreundliches Verhalten muss voll unterstützt werden, durch den Ausbau des Öffi- und Radwegnetzes und durch ein Steuersystem, das klimafreundliches Verhalten belohnt", fordert VCÖ-Experte Schwendinger. Darüber hinaus sind alle CO2-Einsparungspotenziale im Verkehrsbereich zu nutzen, etwa durch niedrigere Tempolimits, durch betriebliches Mobilitätsmanagement, durch die Stärkung der Nahversorgung sowie die Förderung langlebiger Produkte aus der Region statt Wegwerfware aus fernen Kontinenten.

VCÖ: Verkehrszunahme macht Einsparungen der anderen Sektoren wieder zunichte (Treibhausgas-Emissionen 2020, in Klammer Änderung gegenüber dem Jahr 1990)

Verkehr (inkl. Inlandflüge): 20,6 Millionen Tonnen (plus 6,8 Millionen Tonnen - plus 49,4 Prozent)

Energie und Industrie: 32,5 Millionen Tonnen (minus 3,9 Millionen Tonnen - minus 10,7 Prozent)

Landwirtschaft: 8,1 Millionen Tonnen (minus 1,4 Millionen Tonnen - minus 14,3 Prozent)

Gebäude: 8,0 Millionen Tonnen (minus 4,9 Millionen Tonnen - minus 37,9 Prozent)

Abfallwirtschaft: 2,3 Millionen Tonnen (minus 1,9 Millionen Tonnen - minus 46,3 Prozent)

Gesamt: 73,7 Millionen Tonnen (minus 4,7 Millionen Tonnen - minus 6,1 Prozent)

Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2021

 

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