VCÖ: Zu hohe Toleranzgrenze bei Lkw erhöht Unfallrisiko auf Tempo 80-Abschnitt

VCÖ (Wien, 16. November 2015) – Die Zahl der Verkehrsunfälle auf dem Tempo 80 Abschnitt auf der A1 bei Salzburg hat sich laut des Sachverständigen Gerhard Kronreif von 16 auf 31 pro Jahr fast verdoppelt. Die Ursache: Lkw fahren deutlich schneller als 80 km/h. Aufgrund der Toleranzgrenze haben Lkw erst ab 95 km/h eine Strafe zu erwarten, wird vom Gutachter angeführt. Der VCÖ kritisiert die hohe Toleranzgrenze, die zu vermehrten Verkehrsunfällen auf dem Abschnitt führt. Der VCÖ fordert eine Verringerung der Toleranzgrenze auf 5 km/h. Zudem zeigen Beispiele aus anderen Regionen Österreichs, dass mit Hilfe einer Section Control die Zahl der Unfälle verringert werden kann.

„Es sind Maßnahmen nötig, die dazu führen, dass auch Lkw das Tempolimit einhalten“, fordert VCÖ-Experte Markus Gansterer Konsequenzen aus den Ergebnissen einer Unfallanalyse der Sachverständigers Gerhard Kronreif. Während in der Schweiz die Toleranzgrenze beim Überschreiten von Tempolimits lediglich 3 km/h beträgt, stellte der Sachverständige fest, dass Lkw in Österreich „erst ab 95 km/h mit Strafen zu rechnen haben“. Die Folge: Viele Lkw halten sich nicht an Tempo 80. Der VCÖ fordert eine Verringerung der Toleranzgrenze auf maximal 5 km/h.

Zudem spricht sich der VCÖ für die Einrichtung einer Section Control auf diesem Abschnitt aus. „Sowohl beim Bindermichl-Tunnel in Linz, als auch beim Kaisermühlen-Tunnel in Wien und am Wechselabschnitt auf der A2 hat sich die Section Control bewährt. Das Tempolimit wird eingehalten, die Zahl der Unfälle ist deutlich zurückgegangen. Im Interesse der Verkehrssicherheit ist diese Maßnahme rasch einzuführen“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Wichtig ist auch an den Wurzeln des Schadstoffproblems anzusetzen. Die zu hohe Stickstoffdioxid-Belastung in Salzburg ist die Folge der zu hohen Schadstoffe, die aus den Auspuffen vor allem der Dieselfahrzeuge kommen. „Der VW-Skandal hat ins Bewusstsein gerufen, dass Diesel-Pkw die Luft mit viel mehr Schadstoffen verschmutzen, als auf dem Papier steht. Die Autohersteller sind gefordert, Autos auf den Markt zu bringen, die beim Fahren das halten, was auf dem Papier steht. Und die Politik muss auf EU-Ebene bei den Abgastests strengere Kontrollen vorschreiben", stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Insgesamt zeigt der VW-Skandal auch, dass die durch den Verkehr verursachten Schadstoffprobleme nur lösbar sind, wenn sich das Mobilitätsverhalten verändert. Deshalb ist gerade für den Ballungsraum Salzburg der verstärkte Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und häufigere Verbindungen unverzichtbar.

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