VCÖ zu Ausweitung des Abgasskandals: Unsaubere Abgastricks verursachen großen Schaden

VCÖ zu Ausweitung von Abgasskandal: Unsaubere Abgastricks verursachen großen Schaden

VCÖ (Wien, 22. April 2016) – Abgastricks verschmutzen die Luft und schädigen damit Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung. Der deutsche Verkehrsminister Dobrindt gab heute Nachmittag bekannt, dass Audi, Mercedes, Opel, Porsche und Volkswagen mehr als 600.000 Fahrzeuge zurückrufen. Zudem wurden weitere Hersteller genannt, bei denen offenbar unsaubere Abgastricks angewandt wurden. Der VCÖ weist auf die negativen Folgen für Österreich hin. Die infolge der Abgastricks erhöhte Schadstoffbelastung ist mitverantwortlich für die Überschreitung von Luftgüte-Grenzwerten.

„In den vergangenen Jahren wurden wichtige Maßnahmen mit dem Argument der angeblich so sauberen Motoren abgewürgt. Doch der „saubere Diesel“ entpuppt sich als Illusion. Jetzt ist die Politik gefordert, im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung das Versäumte nachzuholen“, fordert VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen umfassende Konsequenzen nach der heute bekanntgewordenen Ausweitung des Abgasskandals.

Nach den Ergebnissen des deutschen Kraftfahrbundesamts rufen fünf weitere Autohersteller mehr als 600.000 Neuwagen zurück. Diese Hersteller haben keine eindeutig verbotene Software eingebaut, aber laut deutschem Verkehrsminister wurden andere technische Verfahren festgestellt. Auch andere, nicht deutsche, Hersteller  - Alfa Romeo, Chevrolet, Dacia, Fiat, Hyundai, Nissan, Renault - wurden in diesem Zusammenhang genannt. Viele Hersteller stellen die Abgastechnik ihrer Fahrzeuge so ein, dass die Filter erst ab einer bestimmten Außentemperatur arbeiten. Diese sogenannten Thermofenster sind unter bestimmten Bedingungen nach den EU-Richtlinien legal. „Diese Regelung wurde für Tricks missbraucht. Daher muss eine Konsequenz aus dem Abgasskandal das absolute Verbot dieser Thermofenster sein“, fordert VCÖ-Expertin Rasmussen.

Der VCÖ weist darauf hin, dass im Vorjahr in Österreich bei 32 Luftgüte-Messstellen der erlaubte Jahresgrenzwert von Stickstoffdioxid (NO2) überschritten wurde. Hauptverursacher sind Dieselfahrzeuge. Die Abgastricks haben zur verstärkten Luftverschmutzung geführt. Das Reizgas Stickstoffdioxid (NO2) verursacht Entzündungen in den Atemwegen. Dadurch kommt es unter anderem zu Husten und Asthmaanfällen und Beeinträchtigungen der Lungenfunktion. Bei Kindern kann es zu  Verzögerungen des Lungenwachstums kommen, was Folgen bis ins Erwachsenenalter hat.

„Wenn bei den Auspuffen mehr gesundheitsschädliche Abgase rauskommen, dann kommen mehr Schadstoffe in unsere Lungen rein. Es ist höchste Zeit, dass die Politik den Tricksereien bei Abgasen und Spritverbrauch ein Ende setzt. Die Förderung des Diesel hat in eine für Gesundheit und Umwelt schädliche Sackgasse geführt“, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest. Der VCÖ fordert die Abschaffung der Steuerbegünstigung für Diesel und den beschleunigten Ausbau umweltfreundlicher Mobilitätsangebote, wie Öffentlicher Verkehr und der Radfahrinfrastruktur.

 

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