VCÖ: Zahl der Verkehrstoten im 1. Halbjahr um 18 Prozent auf 188 zurückgegangen - 01.07.2013

188 Menschen verloren im 1. Halbjahr bei Verkehrsunfällen in Österreich ihr Leben. Das ist die niedrigste Anzahl seit Bestehen der Unfallstatistik, macht der VCÖ aufmerksam. Die meisten Verkehrstoten weist Niederösterreich mit 54 auf. Der VCÖ fordert, dass ein Teil der Verkehrsstrafen in den Bau von Geh- und Radwegen entlang von Freilandstraßen investiert wird. Das erhöht die Verkehrssicherheit und schafft Arbeitsplätze.

188 Verkehrstote waren heuer in den ersten sechs Monaten nach vorläufigen Zahlen in Österreich zu beklagen. Das sind um 43 weniger als nach endgültigen Zahlen im 1. Halbjahr des Vorjahres. Der VCÖ weist darauf hin, dass dies die niedrigste Anzahl seit Bestehen der Unfallstatistik ist. Mit Ausnahme von Kärnten und dem Burgenland, wo es jeweils ein Todesopfer mehr gab als im 1. Halbjahr des Vorjahres, ging die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle in allen Bundesländern zurück.

Die VCÖ-Analyse zeigt, dass es in Salzburg mit minus 58 Prozent den stärksten Rückgang gab, gefolgt von Vorarlberg (minus 50 Prozent), Wien (minus 27 Prozent) und Niederösterreich (minus 26 Prozent).

Die meisten Verkehrstoten gibt es nach wie vor im größten Bundesland: In Niederösterreich starben 54 Menschen bei Verkehrsunfällen, das ist etwa ein Drittel mehr als in Oberösterreich (37 Verkehrstote). In der Steiermark verunglückten 29 Personen im Straßenverkehr tödlich. Die niedrigste Anzahl von Verkehrstoten weist Vorarlberg auf (fünf), dahinter liegen das Burgenland (sieben) sowie Wien und Salzburg (jeweils acht).

Der VCÖ macht darauf aufmerksam, dass in den vergangenen fünf Jahren im zweiten Halbjahr um rund ein Drittel mehr Menschen bei Verkehrsunfällen in Österreich tödlich verunglückten als im 1. Halbjahr. In den Jahren 2008 bis 2012 waren im 1. Halbjahr insgesamt 1.001 Verkehrstote zu beklagen, im 2. Halbjahr waren es 1.326 Todesopfer.

„Von den sichersten Staaten in Europa können wir lernen, dass auf Freilandstraßen ein Tempolimit von 80 statt 100 km/h die Zahl der schweren Unfälle verringert und damit Menschenleben rettet“, betont VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek. Zu hohe Geschwindigkeit ist die Hauptursache der schweren Verkehrsunfälle in Österreich: Bei jedem dritten tödlichen Verkehrsunfall war im 1. Halbjahr zu hohes Tempo die Ursache.

Im Ortsgebiet kann die Verkehrssicherheit durch mehr Verkehrsberuhigung verbessert werden. So erhöhen Begegnungszonen, die seit heuer in der Straßenverkehrsordnung verankert sind, die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr und damit die Verkehrssicherheit. In Begegnungszonen haben Fußgänger immer Vorrang, Autos dürfen maximal 20 oder maximal 30 km/h fahren und nur auf extra markierten Flächen halten und parken.

Zudem fordert der VCÖ, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen in den Bau von Geh- und Radwegen entlang von Freilandstraßen investiert wird. „Jede Siedlung soll gut mit Geh- und Radwegen mit dem nächstgelegenen Ort verbunden sein. Das ermöglicht mehr Menschen, kurze Strecken kostengünstig und gesund zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Und der Geh- und Radwegeausbau schafft regional Arbeitsplätze“, so VCÖ-Expertin Urbanek.

VCÖ: 188 Verkehrstote im 1. Halbjahr in Österreich
(Bei Verkehrsunfällen in Österreich tödlich Verunglückte)

1. Halbjahr 2013: 188 Verkehrstote

1. Halbjahr 2012: 231 Verkehrstote

1. Halbjahr 2011: 246 Verkehrstote

1. Halbjahr 2010: 250 Verkehrstote

1. Halbjahr 2009: 287 Verkehrstote

1. Halbjahr 2008: 312 Verkehrstote
Quelle: BMI, VCÖ 2013

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