VCÖ: Zahl der Verkehrstoten ging in letzten 10 Jahren auf Autobahnen am stärksten zurück

VCÖ (Wien, 19. Dezember 2014) – Die Verkehrssicherheit ist in Österreich in den vergangenen zehn Jahren gestiegen, aber nicht für alle Verkehrsteilnehmer in gleichem Ausmaß, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Auch ist im Ortsgebiet und auf Freilandstraßen die Zahl der tödlich Verunglückten weniger stark zurückgegangen als auf Autobahnen und Schnellstraßen. Während die Zahl der Verkehrstoten um 47 Prozent zurückgegangen ist, gab es lediglich um 15 Prozent weniger Verletzte. Der VCÖ fordert mehr unfallvermeidende Maßnahmen. Neben einer Reform des Vormerksystems fordert der VCÖ mehr Geh- und Radwege entlang von Freilandstraßen.

In den Jahren 2011 bis 2013 starben bei Verkehrsunfällen in Österreich 1.509 Menschen, um 1.336 weniger als im Zeitraum 2001 bis 2003. Das ist ein Rückgang von 47 Prozent, macht der VCÖ aufmerksam. Da es in einem einzelnen Jahr auch wetterbedingt statistische Ausreißer geben kann, hat der VCÖ die Zeiträume 2011 bis 2013 mit dem Zeitraum 2001 bis 2003 verglichen.

 „Den stärksten Rückgang bei den tödlichen Verkehrsunfällen gab es auf den Autobahnen und Schnellstraßen, während es im Ortsgebiet und auf den Freilandstraßen verstärkte Maßnahmen braucht“, fasst VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek die VCÖ-Analyse zusammen.

Auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen ist die Zahl der tödlich Verunglückten um 66 Prozent zurückgegangen, macht der VCÖ aufmerksam. „Zahlreiche Maßnahmen haben das tödliche Unfallrisiko verringert. Die Baustellen wurden sicherer, gefährliche Abschnitte wurden entschärft, etwa mit Hilfe der Section Control und auch die bei nicht allen beliebten niedrigeren Tempolimits haben die Zahl der tödlichen Unfälle verringert. Zudem wurden der Insassenschutz und die medizinische Notfallversorgung besser“, nennt VCÖ-Expertin Urbanek einige Gründe. Die Zahl der Verletzten ist „nur“ um 27 Prozent gesunken.

Im Ortsgebiet ging die Zahl der Verkehrstoten in den vergangenen zehn Jahren um rund 42 Prozent zurück und die Zahl der Verletzten um nur neun Prozent. Im Ortsgebiet sind viele Fußgängerinnen und Fußgänger unterwegs. Im Vorjahr waren 40 Prozent der im Ortsgebiet tödlich Verunglückten Fußgänger. „Gerade im Ortsgebiet muss sich das Verkehrssystem nach den Schwächsten orientieren. Das sind Fußgänger, und hier wiederum speziell Kinder und ältere Menschen. Verkehrsberuhigung und eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung machen den Verkehr für die Schwächsten sicherer“, betont VCÖ-Expertin Urbanek.

Auf den Freilandstraßen gab es einen Rückgang der tödlichen Unfälle um rund 43 Prozent. Im Vorjahr war fast jedes fünfte Todesopfer ein Fußgänger oder Radfahrer. Der VCÖ fordert, dass es zumindest im Bereich von Siedlungen entlang von Freilandstraßen einen Geh- und Radweg in den nächstgelegenen Ort gibt.

Insgesamt sind in Österreich mehr unfallvermeidende Maßnahmen nötig. Dazu zählt auch die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem. In immerhin 12 EU Staaten ist Handy am Steuer eine Delikt im Vormerksystem bzw. Punkteführerschein, so der VCÖ.

 

VCÖ: Auf Autobahnen stärkster Rückgang tödlicher Verkehrsunfälle (Durchschnitt pro Jahr – Zeitraum 2011 bis 2013 – Änderung zu Zeitraum 2001-2003)

Ortsgebiet: 135 Verkehrstote  (minus 42,5 Prozent)

Autobahnen & Schnellstraßen: 53 Verkehrstote (minus 66,0 Prozent)

Freiland : 315 Verkehrstote (minus 43,5 Prozent)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014

 

VCÖ: Stärkster Rückgang bei tödlich verunglückten Pkw-Insassen (Durchschnitt pro Jahr – Zeitraum 2011 bis 2013 – Änderung zu Zeitraum 2001-2003)

Pkw-Insassen: 254 Todesopfer  (minus 52,9 Prozent)

Moped / Motorrad: 91 Todesopfer (minus 37,2 Prozent)

Fußgänger: 83 Todesopfer (minus 38,9 Prozent)

Radfahrer: 48 Todesopfer (minus 24,1 Prozent)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014

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