VCÖ: Wiener Autos vor allem für kurze Strecken im Einsatz

VCÖ: Jede dritte Autofahrt kürzer als 5 Kilometer – Hoher Spritverbrauch bei kurzen Autofahrten

VCÖ (Wien, 23. Oktober 2017) – Wiens Autofahrer sitzen acht Mal so häufig bei kurzen Strecken unter fünf Kilometern hinter dem Lenkrad als auf langen Strecken über 50 Kilometer, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Bei nur sechs von 100 Fahrten sind Wiens Autofahrer weiter als 50 Kilometer unterwegs. Gerade bei kurzen Strecken ist der Spritverbrauch pro gefahrenem Kilometer sehr hoch. Eine stärkere Verlagerung kurzer Autofahrten auf Öffis oder Fahrrad verbessert die Verkehrssituation und verringert die Staus.

„Viele Wienerinnen und Wiener fahren nicht oder nur sehr selten mit dem Auto. Mit 45 Prozent hat Wien einen doppelt so hohen Anteil autofreier Haushalte wie im Österreich-Schnitt“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Aber auch in Wien werden viele Kurzstrecken mit dem Auto gefahren. Die Wiener Autofahrer fahren acht Mal häufiger Kurzstrecken unter fünf Kilometer als längere Distanzen von über 50 Kilometer, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Verkehrsministeriums zeigt. 35 Prozent der Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer, 63 Prozent kürzer als zehn Kilometer. Hingegen sind die Wiener Autos nur auf sechs Prozent ihrer Fahrten weiter als 50 Kilometer unterwegs.

Pro Kilometer verbrauchen Autos auf Kurzstrecken besonders viel Sprit, macht der VCÖ aufmerksam. Am ersten Kilometer ist der Verbrauch etwa drei bis viermal so hoch wie im Schnitt, auf den ersten fünf Kilometern etwa doppelt so hoch wie im Schnitt. Entsprechend ist auch der klimaschädliche CO2-Ausstoß bei kurzen Autofahrten verhältnismäßig hoch.

Der VCÖ spricht sich für verstärkte Anreize aus, damit kurze Strecken nicht mit dem Auto gefahren werden. Firmen und Unternehmen können mit betrieblichem Mobilitätsmanagement dazu beitragen, dass Beschäftigte mit Öffis oder dem Fahrrad statt dem Auto zur Arbeit kommen. Schulen können durch Bewusstseinsaktionen den Anteil der Eltern-Taxis reduzieren.

Auch durch die Kombination von Gehen und Öffis beziehungsweise Fahrrad und Öffis können kurze Autofahrten ersetzt werden. Wesentlich dafür ist eine gute Radinfrastruktur zu den Haltestellen sowie ausreichend und wettergeschützte Fahrradabstellplätze. Insgesamt führen der Ausbau der Radinfrastruktur und eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung dazu, dass mehr kurze Strecken mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden.

„Wenn es gelingt, die Zahl der kurzen Autofahrten zu reduzieren, dann stehen jene, die aufs Auto angewiesen sind, weniger im Stau“, so VCÖ-Experte Gansterer.

VCÖ: Wiener Autofahrer fahren deutlich mehr kurze als lange Strecken mit dem Auto
(Länge der Autofahrten der Wiener Autofahrer)
Kürzer als 1 Kilometer: 4 Prozent
1 bis 2,5 Kilometer: 10 Prozent
2,5 bis 5 Kilometer: 21 Prozent
5 bis 10 Kilometer: 28 Prozent
10 bis 20 Kilometer: 19 Prozent
20 bis 50 Kilometer: 12 Prozent
Länger als 50 Kilometer: 6 Prozent
Quelle: bmvit, VCÖ 2017

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