VCÖ: Wien hat zweithöchste Anzahl von Straßenbahnlinien und 8. größtes U-Bahnnetz

VCÖ (Wien, am 3. März 2014) – Beim Öffi-Angebot in den EU-Hauptstädten gibt es sehr große Unterschiede, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Wien hat im Metropolen-Vergleich die zweithöchste Anzahl an Straßenbahnlinien, das 8. größte U-Bahnnetz und belegt bei der Anzahl der Buslinien Platz 13. Im Vergleich zum Angebot ist die Jahreskarte nur in osteuropäischen Städten günstiger als in Wien. In Berlin kostet die Jahreskarte doppelt so viel wie in Wien, in London vier Mal so viel. Der VCÖ spricht sich für einen weiteren Ausbau des Öffi-Netzes aus, um drohende Engpässe zu vermeiden.

Der VCÖ hat das Öffi-Angebot der 28 EU-Hauptstädte sowie von Zürich und München untersucht. „Die Unterschiede im Angebot sind enorm. Wien zählt zu jenen Metropolen, wo das Öffi-Angebot gut ist“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest.

Die Ergebnisse der VCÖ-Untersuchung  im Detail: In 22 EU-Hauptstädten sowie in München und Zürich gibt es Straßenbahnen. Wien hat nach Budapest die zweithöchste Anzahl von Straßenbahnlinien. In Budapest gibt es 32 Linien, in Wien 29 Linien, dahinter liegen Warschau und Bukarest mit jeweils 26 Linien.

U-Bahnen gibt es in nur 19 der 30 untersuchten Städte. Das längste U-Bahnnetz hat London mit 434 Kilometern, das zweitlängste Madrid mit 293 Kilometern, gefolgt von Paris mit 205 Kilometern. Wien hat das 8. größte U-Bahnnetz und zählt zu jenen acht Städten, wo die U-Bahnen mit rund zwei Minuten das kürzeste Intervall aufweisen. In der Nacht fährt die U-Bahn neben Wien aber nur in München, Kopenhagen und Stockholm, macht der VCÖ aufmerksam. Mehr U-Bahn Linien als in Wien gibt es in 5 EU-Hauptstädten sowie in München.

Nach dem Angebot spielt für Fahrgäste natürlich der Preis eine wichtige Rolle. Die Wiener Jahreskarte ist im Vergleich zu den EU15-Hauptstädten nach Rom die zweitgünstigste. In Rom ist jedoch das U-Bahn und Straßenbahnnetz deutlich kleiner als in Wien. Günstiger als in Wien ist die Jahreskarte zudem in sieben osteuropäischen Städten und in Valetta. In Tallin (keine U-Bahn) können die Bewohnerinnen und Bewohner den Öffentlichen Verkehr ohne Fahrschein benutzen, die Finanzierung erfolgt zur Gänze aus dem allgemeinen Steuertopf. In München kostet die Jahreskarte 474,- Euro und damit um 109,- Euro mehr als in Wien. In Paris, Budapest, Kopenhagen und Berlin kostet die Jahreskarte etwa das Doppelte und in London das 4-Fache.

Der VCÖ betont, dass das Öffi-Angebot in Wien weiter auszubauen ist. „Angesichts des starken Bevölkerungswachstum ist das Öffi-Netz vor allem dort auszubauen, wo Engpässe drohen. Um Kapazitäten zu erhöhen, sind für Straßenbahnen eigene Gleiskörper sowie insgesamt die Bevorrangung des Öffentlichen Verkehrs wichtig. Auch ist in den Flächen- und Außenbezirken das Angebot weiter zu verbessern“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Zudem ist im Ballungsraum Wien der Öffentliche Verkehr verstärkt auszubauen, damit mehr Pendlerinnen und Pendler auf Bahn oder Bus umsteigen können. Der VCÖ führt derzeit eine österreichweite Unterschriftenaktion für „Mehr Öffis mit höher Qualität“ durch. Der Aufruf kann unter  www.vcoe.at online unterschrieben werden, Unterschriftenlisten gibt es beim VCÖ unter (01) 8932697 oder vcoe@vcoe.at

 

VCÖ: Öffi-Jahreskarte kostet in London am meisten
(Preis für Jahreskarte, Stand Februar 2014) 

1. Tallinn: Gratis für Einwohner von Tallinn, sonst 276,- Euro (keine U-Bahn / 4 Straßenbahnlinien)
2. Prag: 173,- Euro (59 Kilometer U-Bahn / 21 Straßenbahnlinien)
3. Rom: 250,- Euro (40 km U-Bahn /6 Straßenbahnlinien )
4. Sofia: 256,- Euro (31 km U-Bahn / 16 Straßenbahnlinien)
5. Bratislava: 264,- Euro (keine U-Bahn / 8 Straßenbahnlinien)
6. Warschau: 267,- Euro (23 km U-Bahn / 26 Straßenbahnlinien)
7. Valletta: 288,- Euro (keine U-Bahn / keine Straßenbahn)
8. Bukarest: 293,- Euro (69 km U-Bahn / 26 Straßenbahnlinien)
9. Vilnius: 348,- Euro (keine U-Bahn / keine Straßenbahn)
10. Wien: 365,- Euro (74 Kilometer U-Bahn / 29 Straßenbahnlinien)
11. Nikosia: 400,- Euro(keine U-Bahn /keine Straßenbahn)
12. Laibach: 420,- Euro (keine U-Bahn / keine Straßenbahn)
12. Lissabon: 420,- Euro (43 km U-Bahn / 5 Straßenbahnlinien)
14. Luxemburg: 440,- Euro (keine U-Bahn / keine Straßenbahn)
15. Amsterdam: 450,- Euro(42 km U-Bahn / 16 Straßenbahnlinien)
16. Athen: 450,- Euro (79 km U-Bahn / 3 Straßenbahnlinien)
17. Zagreb: 452,- Euro (keine U-Bahn / 15 Straßenbahnlinien)
18. München: 474,- Euro (95 Kilometer U-Bahn / 13 Straßenbahnlinien)
19. Riga: 480,- Euro (keine U-Bahn / 9 Straßenbahnlinien)
20. Brüssel: 499,- Euro (40 Kilometer U-Bahn / 21 Straßenbahnlinien)
21. Helsinki:  512,- Euro (21 km U-Bahn / 12 Straßenbahnlinien)
22. Madrid: 546,- Euro (293 km U-Bahn / 4 Straßenbahnlinien)
23. Zürich: 598,- Euro (keine U-Bahn / 14 Straßenbahnlinien)
24. Paris: 701,- Euro  (205 km U-Bahn / 5 Straßenbahnlinien)
25. Kopenhagen: 706,- Euro (28 km U-Bahn/ keine Straßenbahn)
26. Budapest: 709,- (31 km U-Bahn / 32 Straßenbahnlinien)
27. Berlin: 722,- Euro (146 km U-Bahn / 22 Straßenbahnlinien)
28. Stockholm: 943,- Euro(108 km U-Bahn / 1 Straßenbahnlinien)
29. Dublin: 1.450,- Euro(keine U-Bahn / 2 Straßenbahnlinien)
30. London: 1.532,- Euro (434 km U-Bahn /4 Straßenbahnlinien) 

Quelle: VCÖ 2014

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