VCÖ: Wien erreicht bei europäischen Luftqualitäts-Ranking 3. Platz

VCÖ (Wien, am 31. März 2015) – Die Luftqualität-Maßnahmen von 23 europäischen Städten, darunter Wien und Graz, hat die deutsche Umweltorganisation BUND untersucht. Spitzenreiter im Einsatz für eine bessere Luftqualität ist Zürich, gefolgt von Kopenhagen. Bereits an dritter Stelle liegt Wien, Graz landet als 10. im Mittefeld. Während beim grobkörnigen Feinstaub Fortschritte erzielt wurden, gibt es Handlungsbedarf beim besonders schädlichen Ultra-Feinstaub und bei den Stickoxiden, betont der VCÖ.

„Luft ist unser Lebenselixier. Leider ist in vielen Städten Europas die Luft durch Schadstoffe verschmutzt. In den Städten  verursacht vor allem der Kfz-Verkehr große Probleme für die Luftqualität“, erklärt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Der BUND hat daher untersucht, welche Maßnahmen in wichtigen europäischen Städten gesetzt werden, um die gesundheitsschädlichen Luftschadstoffe des Kfz-Verkehrs zu verringern.

 

Spitzenreiter im Kampf für eine saubere Luft ist Zürich. In Zürich ist die Verbesserung der Luftqualität Teil der Stadtplanung. Ziel der Stadt ist die deutliche Reduktion des Autoverkehrs mit autofreien Zonen und autofreien Stadtteilen. Gleichzeitig werden Öffentlicher Verkehr, Gehen und Radfahren forciert. Kopenhagen ist berühmt für die Förderung des Radfahrens, heuer möchte man erreichen, dass 50 Prozent der Beschäftigten mit dem Rad zur Arbeit fahren. Zudem gibt es in Kopenhagen Fahrverbote für Lkw der Schadstoffklasse EURO 3 oder älter. In Wien gibt es derzeit nur für EURO1 Lkw und ältere ein Fahrverbot. Positiv wird bei Wien beurteilt, dass die Wienerinnen und Wiener bereits 72 Prozent der Alltagswege mit Öffis, zu Fuß und mit dem Rad zurücklegen, auch die Parkraumbewirtschaftung wird positiv gesehen. Bei Graz sieht die Studie noch  Aufholbedarf.

Der VCÖ weist darauf hin, dass die gesundheitsschädlichen Stickoxide aufgrund des hohen Diesel-Anteils ein großes Problem sind. Vor allem auch deshalb, weil neue Fahrzeuge die im Labor ermittelten Abgaswerte beim Fahren im Straßenverkehr nicht einhalten, sondern die Luft mit mehr Schadstoffen verschmutzen.

Aus Gesundheitssicht macht zudem der Ultra-Feinstaub Sorgen. Größerer Feinstaub (PM10) bleibt in den oberen Atemwegen (Nase, Rachen) „hängen“. Die kleinsten Partikel (PM0,1 bis PM1) können hingegen bis in die Lungenbläschen und in den Blutkreislauf eindringen und werden in verschiedene Organe verteilt. Dort können sie chronische Mikroentzündungen mit schwerwiegenden Folgen verursachen. Messungen haben gezeigt, dass an stark befahrenen Straßen die Ultra-Feinstaubbelastungen so hoch sein kann wie in Lokalen, wo geraucht wird. Der VCÖ fordert in Österreichs Städten eine Verringerung der vom Verkehr verursachten Belastungen und den verstärkten Ausbau des Öffentlichen Verkehrs sowie verbesserte Bedingungen zum Radfahren und Gehen.

VCÖ: Wien erreicht 3. Platz bei Maßnahmen für verbesserte Luftqualität (Umsetzung von Maßnahmen im Verkehrsbereich für verbesserte Luftqualität)

1. Zürich

 

2. Kopenhagen

 

3. Wien

 

4. Stockholm

 

5. Berlin

 

6. Helsinki

6. London

6. Paris

6. Stuttgart

 

10. Amsterdam

10. Graz

 

12. Düsseldorf

12. Lyon

 

14. Brüssel

 

15. Barcelona

15. Milan

15. Prag

 

18. Dublin

18. Glasgow

18. Madrid

18. Rom

 

22. Lissabon

23. Luxemburg

Quelle: BUND, VCÖ 2015

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