VCÖ warnt vor Alko-Unfällen in der Punschzeit - Zuletzt wieder mehr Alko-Unfälle

VCÖ (Wien, 27. November 2014) – Adventzeit ist auch Punschzeit, was sich leider auch in der Unfallstatistik bemerkbar macht. Im Dezember steigt der Anteil der Alkohol-Unfälle im Straßenverkehr, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Der VCÖ hat die Unfalldaten der vergangenen fünf Jahre analysiert. Ein einziger Punsch kann bis zu 0,4 Promille verursachen, die Reaktionszeit verschlechtert sich bereits ab 0,3 Promille. Der VCÖ fordert vor allem für ländliche Regionen mehr Nachtbusse und Anrufsammeltaxis.

Auf Österreichs Straßen passieren im Schnitt sechs Alkoholunfälle pro Tag, macht der VCÖ aufmerksam. Dass Alkohol am Steuer nach wie vor ein Problem ist, zeigt auch die Bilanz der Polizei: Im Vorjahr wurden mehr als 35.000 Alko-Lenker erwischt. Heuer wurden im 1. Halbjahr bei 1.042 Alko-Unfällen 1.357 Menschen verletzt, 21 Menschen kamen ums Leben – und damit doppelt so viele wie im 1. Halbjahr 2013.

Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass der Anteil von Alko-Unfällen im Dezember höher ist als im Jahresschnitt. In den vergangenen fünf Jahren waren 6,4 Prozent der Verkehrsunfälle mit Personenschaden Alko-Unfälle, im Dezember stieg der Anteil im Schnitt auf 7,5 Prozent.

In den vergangenen fünf Jahren starben allein im Monat Dezember in Summe 22 Menschen bei Alko-Unfällen, 1.293 wurden verletzt.

Der Dezember ist auch Punschzeit. Der VCÖ warnt, dass ein Punsch bis zu 0,4 Promille auslösen kann. „Schon ab 0,3 Promille verschlechtert sich die Reaktionszeit. Bei 0,5 Promille steigt das Unfallrisiko auf das Doppelte“, macht VCÖ-Expertin Urbanek aufmerksam. Der VCÖ empfiehlt, Weihnachtsmärkte und Punschstände mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß zu besuchen. Wer mit dem Auto fährt, sollte alkoholfreien Punsch den Vorrang geben.

Neben der schlechteren Reaktionszeit führt Alkohol auch zu einem insgesamt gefährlicheren Fahrverhalten. „Oft tritt Alkohol am Steuer in Kombination mit anderen Verkehrsdelikten auf, wie etwa zu schnelles fahren, Vorrangverletzung oder auch Telefonieren am Steuer. Die Unfallgefahr nimmt damit enorm zu“, betont VCÖ-Expertin Urbanek.

Der VCÖ weist darauf hin, dass im Vorjahr im Burgenland der Anteil der Alkohol-Unfälle am höchsten war (7,5 Prozent der Verkehrsunfälle) und in Wien mit 3,8 Prozent am niedrigsten. Bei den Bezirken hatte Scheibbs mit 11,9 Prozent den höchsten Anteil von Alko-Unfällen gefolgt von den Bezirken Hermagor und Völkermarkt mit jeweils 11,3 Prozent und dem Bezirk Neusiedl mit 11,1 Prozent. Die meisten Todesopfer durch Alko-Unfälle waren im Bezirk Liezen zu beklagen, wo vier Menschen bei Alko-Unfällen tödlich verunglückten.

„Während es in den Städten die Möglichkeit gibt, am Abend mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Taxi sicher nach Hause zu kommen, fehlt diese Möglichkeit häufig in ländlichen Regionen. Deshalb ist es wichtig, dass es am Land mehr Nachtbusse und Anrufsammeltaxis gibt“, betont VCÖ-Expertin Urbanek. Die Nachbusse und Anrufsammeltaxis könnten mit einem Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen mitfinanziert werden.

Die Mindeststrafe für Alkohol am Steuer beträgt bei 0,5 bis 0,79 Promille 300 Euro und es gibt eine Vormerkung im Vormerksystem. Zwischen 0,8 und 1,19 Euro ist mindestens 800 Euro zu zahlen und der Führerschein ist für ein Monat weg. Bei 1,2 - 1,59 Promille beträgt die Mindeststrafe 1.200 Euro, der Führerschein wird für mindestens vier Monate entzogen, eine Nachschulung ist zudem verpflichtend. Ab 1,6 Promille beträgt die Strafe zwischen 1.600 und 5.900 Euro, der Führerschein ist für mindestens ein halbes Jahr abzugeben, neben der Nachschulung ist auch eine Kontrolle beim Amtsarzt vorgeschrieben.

 

VCÖ: Anteil der Alko-Unfälle im Dezember höher als im Jahresschnitt (Anteil der Alko-Unfälle an den Verkehrsunfällen)

Dezember 2013: 7,5 Prozent

Gesamtjahr 2013: 6,1 Prozent

 

Dezember 2012: 7,2 Prozent

Gesamtjahr 2012: 6,6 Prozent

 

Dezember 2011: 7,6 Prozent

Gesamtjahr 2011: 6,4 Prozent

 

Dezember 2010: 7,1 Prozent

Gesamtjahr 2010: 6,4 Prozent

 

Dezember 2009: 7,9 Prozent

Gesamtjahr 2009: 6,5 Prozent

 

Quelle: VCÖ, Statistik Austria 2014

 

VCÖ: Alkohol am Steuer fordert in Vorweihnachtszeit hohen Blutzoll (Verunglückte bei Alko-Unfällen in Österreich)

Dezember 2013: 4 tödlich Verunglückte, 274 Verletzte

Dezember 2012: 4 tödlich Verunglückte, 267 Verletzte

Dezember 2011: 3 tödlich Verunglückte, 244 Verletzte

Dezember 2010: 6 tödlich Verunglückte, 234 Verletzte

Dezember 2009: 5 tödlich Verunglückte, 274 Verletzte

Summe: 22 tödlich Verunglückt, 1.293 Verletzte

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014

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