VCÖ: Vorarlberger radeln am häufigsten zur Arbeit

VCÖ: In Österreich ist jeder dritte Arbeitsweg kürzer als fünf Kilometer

VCÖ (Wien, 28. April 2017) – Radfahren zur Arbeit hat in Österreich noch ein großes Potenzial, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Verkehrsministeriums zeigt. Österreichweit werden sieben Prozent der Arbeitswege mit dem Rad gefahren. Im Bundesländer-Vergleich radeln in Vorarlberg und im Land Salzburg die meisten zur Arbeit, im Burgenland die wenigsten. In allen Bundesländern sind zumindest 30 Prozent der Arbeitswege kürzer als fünf Kilometer. Der VCÖ fordert den starken Ausbau der Rad-Infrastruktur. Zudem können Betriebe Anreize setzen, damit mehr Beschäftige zur Arbeit radeln.

Die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger fahren am häufigsten mit dem Rad zur Arbeit, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Verkehrsministeriums zeigt. 14 Prozent der Arbeitswege werden im Ländle geradelt, knapp dahinter liegt Salzburg mit 13 Prozent, dann folgt Niederösterreich mit acht Prozent. Die drei Bundesländer liegen über dem Österreich-Schnitt von sieben Prozent. Wenig mit dem Rad zur Arbeit gefahren wird in Tirol, Kärnten und Oberösterreich (jeweils vier Prozent) sowie im Burgenland (drei Prozent).

„Das Potenzial für mehr Radverkehr am Weg zur Arbeit ist groß. Denn viele Beschäftigte wohnen in Radfahrdistanz zum Arbeitsplatz“, betont VCÖ-Experte Markus Gansterer. So haben in Österreich 37 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsweg von weniger als fünf Kilometer, davon sind etwas mehr als die Hälfte weniger als zweieinhalb Kilometer unterwegs. Auch im Burgenland wohnen 30 Prozent der Beschäftigten weniger als fünf Kilometer vom Arbeitsplatz entfernt.

Beim Alter fällt auf, dass der Radverkehrsanteil am Arbeitsweg bei den 55- bis 64-Jährigen mit acht Prozent doppelt so hoch ist wie bei den 25- bis 34-Jährigen. Am häufigsten fahren die 45- bis 54-Jährigen mit dem Rad zur Arbeit (neun Prozent). „Radfahren zur Arbeit ist nicht nur kostengünstig, sondern auch eine Chance, auf die tägliche gesunde Portion Bewegung zu kommen. Radfahren ist gemeinsam mit zu Fuß gehen die gesündeste Mobilität“, weist VCÖ-Experte Gansterer auf einen Zusatznutzen hin. Bei längeren Arbeitswegen kann die Kombination Rad und Öffentlicher Verkehr eine bewegungsaktive und kostengünstige Option sein.

Voraussetzung dafür, dass viel mit dem Fahrrad gefahren wird, ist eine gute Infrastruktur und ein radfahrfreundliches Klima. Der VCÖ fordert eine Infrastrukturoffensive für den Radverkehr. So sind zwischen Siedlungen und dem nächsten Ortsgebiet sichere und baulich getrennte Radverbindungen zu errichten, ebenso zu Bahnhöfen. In den Gemeinden und Städten sind  Verkehrsberuhigung und ausreichend Platz zum Radfahren auf der Fahrbahn wichtig, um mehr Menschen das Radfahren zur Arbeit zu ermöglichen. 

Wesentlich sind zudem Anreize für die Beschäftigten durch die Betriebe. So hat es der steirische Industriebetrieb Anton Paar GmbH durch Bewusstseinsarbeit und Invcentives geschafft, dass rund jeder vierte Beschäftigte mit dem Rad zur Arbeit fährt, informiert der VCÖ. Radfahren zur Arbeit beugt Erkrankungen vor und kann als Teil der betrieblichen Gesundheitsvorsorge genutzt werden. Wichtig sind ausreichend Radabstellplätze möglichst nahe dem Firmeneingang, Servicestationen mit Luftpumpe, Duschen und Umkleidemöglichkeiten sowie Wettbewerbe. Dienstfahrräder können steuerfrei auch privat genutzt werden.

Der österreichweite Wettbewerb „Radelt zur Arbeit“ startet mit Anfang Mai. Nähere Informationen und Anmeldemöglichkeit auf www.radeltzurarbeit.at

VCÖ: Vorarlberger fahren am häufigsten mit Rad zur Arbeit (Anteil Wege zur Arbeit, die mit Fahrrad zurückgelegt werden)

Vorarlberg: 14 Prozent

Salzburg: 13 Prozent 

Niederösterreich: 8 Prozent

Österreich: 7 Prozent

Steiermark: 6 Prozent
Wien: 6 Prozent

Tirol: 4 Prozent
Kärnten: 4 Prozent
Oberösterreich: 4 Prozent

Burgenland: 3 Prozent

Quelle: bmvit, VCÖ 2017

VCÖ: Jeder dritte Arbeitsweg ist kürzer als fünf Kilometer (Anteil Wege zur Arbeit unter 5 Kilometer (in Klammer unter 2,5 Kilometer))

Österreich: 37 Prozent (20 Prozent) 

Vorarlberg: 49 Prozent (25 Prozent)
Tirol: 43 Prozent (25 Prozent)

Oberösterreich: 37 Prozent (19 Prozent)
Wien: 37 Prozent (17 Prozent)

Kärnten: 36 Prozent (19 Prozent)
Salzburg: 36 Prozent (19 Prozent)

Steiermark: 34 Prozent (18 Prozent)
Niederösterreich: 32 Prozent (20 Prozent)
Burgenland: 30 Prozent (21 Prozent)

Quelle: bmvit, VCÖ 2017

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