VCÖ: Verstärkte Maßnahmen gegen Lkw-Unfälle wichtig

VCÖ (Wien, 10. Juni 2016) – Bereits sechs Menschen kamen heuer in Wien bei Verkehrsunfällen mit Lkw-Beteiligung ums Leben. Der heutige Sicherheitsgipfel hat gezeigt, dass es etliche Maßnahmen gibt, mit deren Umsetzung die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer erhöht werden kann, betont der VCÖ. Die Vorziehung der Haltelinien für den Radverkehr verhindert, dass Radfahrende bei Kreuzungen neben Lkw im „toten Winkel“ stehenbleiben. Neben Bewusstseinsarbeit sind auch Maßnahmen zur Verringerung des Lkw-Verkehrs in der Stadt sehr wichtig. Auf EU-Ebene ist zudem der verpflichtende Einbau von Fahrassistenzsystemen bei Lkw vorzuschreiben.

Lkw sind ein tödlicher Unfallgegner. In Österreich sind Lkw in rund drei Prozent der Verkehrsunfälle mit Personenschaden beteiligt, der Anteil an den tödlichen Unfällen ist mit rund zwölf Prozent vier Mal so hoch, macht der VCÖ aufmerksam. Allein in den vergangenen eineinhalb Jahren starben in Wien zehn Menschen bei Verkehrsunfällen mit Lkw-Beteiligung. Der VCÖ begrüßt das Vorhaben der Stadt Wien, Kreuzungen und Übergänge sicherer zu machen. Durch die Vorziehung von Haltelinien für Radfahrende stehen Radfahrende bei Kreuzungen sichtbar vor Lkw und nicht seitlich daneben im „toten Winkel“.

Zusätzlich sind Kreuzungen möglichst frei von ablenkenden Werbetafeln zu machen. Neben der Bewusstseinsarbeit braucht es zudem eine gesetzliche Änderung auf EU-Ebene. „Lkw müssen in Zukunft verpflichtend mit Fahrassistenzsystemen ausgestattet werden. Man möchte selbstfahrende Autos auf die Straße bringen, und ist gleichzeitig aber offenbar nicht Willens Lkw mit lebensrettenden Fahrassistenzsystemen standardmäßig auszurüsten“, so VCÖ-Experte Gansterer. Jedes Jahr sterben EU-weit zahlreiche Menschen, weil sie von abbiegenden Lkw übersehen werden. Der VCÖ sieht auch Österreichs EU-Abgeordnete sowie die Regierung gefordert, sich in der EU für diese lebensrettenden Assistenzsysteme stark zu machen.

Der VCÖ weist aber auch auf ein grundsätzliches Problem hin. „Es sind insgesamt zu viele Lkw in der Stadt unterwegs. Es braucht eine verbesserte Stadtlogistik und die Förderung von Alternativen, die sicherer sind als Lkw“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. So zeigen internationale Beispiele, dass viele Kleintransporte im urbanen Bereich auf Transporträder verlagert werden können.

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