VCÖ: Verkehrsunfälle in Niederösterreich verursachten im Vorjahr Kosten von rund 1 Milliarde Euro!

VCÖ (Wien, 28. Juli 2014) – Verkehrsunfälle verursachen viel menschliches Leid und auch enorme volkswirtschaftliche Kosten. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass die Verkehrsunfälle in Niederösterreich im Vorjahr volkswirtschaftliche Gesamtkosten von rund einer Milliarde Euro verursacht haben. Darin enthalten sind unter anderem medizinische Behandlungskosten, Kosten für Arbeitskräfteausfall und Kosten für die Einsatzkräfte. Der VCÖ setzt sich für verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen Schnellfahren und Ablenkung ein. Zudem kann durch mehr Bahn- und Busverbindungen die Verkehrssicherheit erhöht werden.

„Verkehrsunfälle verursachen viel Leid und große Schmerzen. Sie verursachen zudem auch für die Gesellschaft sehr hohe Kosten“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest. Der VCÖ hat auf Basis offizieller Daten untersucht, welcher Gesamtschaden durch die im Vorjahr passierten Verkehrsunfälle in Niederösterreich verursacht wurde. Das Ergebnis der VCÖ-Analyse: Der verursachte Schaden beträgt rund eine Milliarde Euro. Im Vorjahr starben in Niederösterreich bei Verkehrsunfällen 112 Menschen, 9.121 wurden verletzt, dazu kommen noch mehr als 100.000 Unfälle mit Sachschaden.

Diese volkswirtschaftlichen Unfallkosten setzen sich zusammen aus den bei Verkehrsunfällen verursachten Sachschäden, aus den medizinischen Behandlungskosten, Verwaltungskosten und Kosten für Rettung, Feuerwehr und Polizei. Dazu kommt noch der wirtschaftliche Schaden für Unternehmen und Betriebe durch den Ausfall von Arbeitskräften, erklärt der VCÖ.

„Wenn Arbeitskräfte wegen eines Verkehrsunfalls für einige Zeit ausfallen, dann ist das vor allem für kleinere Betriebe ein großes Problem. Das ist auch mit ein Grund, warum zunehmend mehr Betriebe und Unternehmen Verantwortung für den Arbeitsweg ihrer Beschäftigten mitübernehmen. Durch betriebliches Mobilitätsmanagement kann die Verkehrssicherheit der Beschäftigten erhöht werden“, so VCÖ-Experte Gansterer. So können Betriebe ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Jobticket für den Öffentlichen Verkehr zwischen Wohnung und Arbeitsplatz - steuerfrei – zur Verfügung stellen (nähere Informationen zum Jobticket direkt unter www.vcoe.at).

Der VCÖ weist darauf hin, dass mit Bahn und Bus das Unfallrisiko deutlich geringer ist als mit dem Pkw. „Zusätzliche Bahn- und Busverbindungen sowie der Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes macht die Mobilität nicht nur umweltfreundlicher und kostengünstiger, sondern erhöht auch wesentlich die Verkehrssicherheit. Besonders deutlich ist das bei den Discobussen“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Deshalb fordert auch der VCÖ, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen für zusätzliche Bahn –oder Busverbindungen in der Nacht sowie für zusätzliche Discobusse zweckgewidmet wird.

Zudem setzt sich der VCÖ für verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen Schnellfahren und mangelnde Aufmerksamkeit und Ablenkung ein. Neben verstärkten Bewusstseinskampagnen sollen Schnellfahren und Handy am Steuer ins Vormerksystem aufgenommen werden.

International gibt es auch Berechnungsansätze, die das menschliche Leid in die Unfallkosten einbeziehen. Werden das Leiden und die Einschränkungen im Leben nach Verkehrsunfällen auch monetär bewertet, steigen die Gesamtschäden der Verkehrsunfälle in Niederösterreich sogar auf rund 1,9 Milliarden Euro! Der VCÖ weist darauf hin, dass es in Niederösterreich in den vergangenen zehn Jahren gelungen ist, die Zahl der schweren Verkehrsunfälle deutlich zu reduzieren: Im Jahr 2004 kamen in Niederösterreich noch 269 Menschen bei Verkehsunfällen ums Leben, im Vorjahr starben 112 Menschen.

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