VCÖ: Verkehrslärm größte Lärmquelle in Österreich – Dauerhafter Lärm macht krank

VCÖ: Kfz-Verkehr stärkster Lärmerreger – Verkehr verringern

VCÖ (Wien, 25. April 2017) – Verkehrslärm ist in Österreich der größte Lärmerreger, macht der VCÖ anlässlich des morgigen internationalen Tags gegen Lärm aufmerksam. Sechs von zehn lärmgeplagten Personen in Österreich geben den Verkehr als Ursache an. Davon wiederum geben fast 80 Prozent den Kfz-Verkehr als Lärmquelle an. Dauerhafter Verkehrslärm kann zu Herz-Kreislauferkrankungen führen. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen zur Verringerung des Verkehrslärms. Im Ortsgebiet ist Radfahren und Gehen stärker zu fördern.

Laut Daten der Statistik Austria fühlen sich vier von zehn Österreicherinnen und Österreichern zu Hause tagsüber oder in der Nacht vom Lärm ihrer Umgebung gestört. „Die mit Abstand größte Lärmquelle ist der Verkehrslärm. Sechs von zehn lärmgeplagten Personen geben den Lärm der Fahrzeuge als Ursache an“, berichtet VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen.

Jene, die vom Verkehrslärm betroffen sind, geben zu fast 80 Prozent den Kfz-Verkehr als Ursache an. Danach folgen der Flugverkehr, die Bahn sowie Straßenbahnen. Insgesamt stört der Verkehrslärm vier Mal so viele Personen wie der Lärm von Nachbarn, achtmal so viele wie Baustellenlärm und 17 Mal so viele wie der Lärm von Lokalen, verdeutlicht der VCÖ.

Dauerhafter Verkehrslärm macht krank. Der Körper wird durch Lärm in einen Stresszustand versetzt. Bei dauerhafter Belastung können Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Folge sein. Studien in Tirol entlang der Transitautobahnen haben gezeigt, dass Verkehrslärm bei Kindern zu Konzentrationsstörungen führt, was negative Folgen auf die schulischen Leistungen hat.

„Der stark wachsende Lkw-Verkehr ist nicht nur wegen der Schadstoffe, sondern auch wegen des Lärms ein Gesundheitsproblem. Es sind sowohl in Österreich als auch auf EU-Ebene verstärkte Maßnahmen zur Verringerung des Lkw-Verkehrs umzusetzen“, fordert VCÖ-Expertin Rasmussen. Dass Waren mehrere tausend Kilometer quer durch Europa transportiert werden, liegt auch daran, dass der Lkw-Verkehr nur für einen Teil der verursachten Kosten und Schäden zahlt. Die sichtbare Folge: Auf Autobahnen ist die rechte Spur mittlerweile eine rollende Lagerhalle.

In den Gemeinden und Städten kann der Verkehrslärm verringert werden, indem kurze Strecken nicht mit dem Auto, sondern mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden. "Sowohl für den Einzelnen als auch für Anrainerinnen und Anrainer sind Gehen und Radfahren die gesündeste Form der Mobilität", stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest. Voraussetzung dafür ist eine fußgänger- und radfahrfreundliche Verkehrsplanung, mit Verkehrsberuhigung, Tempo 30 statt 50 und einer guten Infrastruktur zum Gehen und Radfahren, so der VCÖ.  Bei 50 km/h sind die vom Fahrzeug verursachten Rollgeräusche übrigens lauter als der Motorenlärm. Wird das Tempo von 50 auf 30 km/h verringert, dann sinkt die dauerhafte Lärmbelastung um drei Dezibel, was einer Halbierung der Verkehrsmenge entspricht.

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