VCÖ: Verkehr ist Salzburgs größtes Sorgenkind beim Klimaschutz!

VCÖ (Wien, 10. Dezember 2015) – Der Verkehr ist Salzburgs größtes Sorgenkind beim Klimaschutz, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Im Vergleich zum Jahr 1990 sind die klimaschädlichen Emissionen des Verkehrs um fast zwei Drittel gestiegen. Die Zunahme beim Verkehr machte die Einsparungen in anderen Bereichen wieder zunichte. Der VCÖ setzt sich für mehr öffentliche Verkehrsverbindungen ein sowie für verbesserte Infrastrukturen fürs Radfahren und Gehen. Investitionen in klimafreundliche Mobilität sind eine Joblokomotive.

Pro Jahr ist Salzburg laut Umweltbundesamt für rund 3,8 Millionen Tonnen klimaschädliche Emissionen verantwortlich. Davon verursacht der Verkehr mehr als 1,6 Millionen Tonnen Treibhausgase und ist damit der mit Abstand größte Emittent Salzburgs. „Die Emissionen des Verkehrs sind seit dem Jahr 1990 um fast zwei Drittel gestiegen, so stark wie in keinem anderen Sektor. Die Zunahme beim Verkehr macht die Einsparungen in anderen Bereichen wieder zunichte“, macht VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen aufmerksam.

So ist es im Bereich Raumwärme gelungen, die klimaschädlichen Emissionen um 300.000 Tonnen zu verringern, beim Verkehr gab es eine Zunahme um mehr als 600.000 Tonnen CO2. „Im Bereich der Raumwärme wurden durch die Umstellung auf neue Heizsysteme sowie durch Wärmedämmung trotz wachsender Anzahl der Haushalte die Emissionen verringert. Eine Strategie, die in abgewandelter Form auch im Verkehrsbereich anzuwenden ist“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Die Umstellung auf andere Mobilitätsformen, wie Öffentlicher Verkehr sowie bei kürzeren Strecken Radfahren oder Gehen, kann die Treibhausgas-Emissionen deutlich verringern.

Das Potenzial für mehr umweltfreundliche Mobilität ist groß. Viele Autofahrten sind kurz und können bei guter Infrastruktur auf das Fahrrad verlagert werden. Möglichst kreuzungsfreie Hauptradverbindungen sind zu forcieren, so der VCÖ. Zudem ist der Öffentliche Verkehr vorrangig auszubauen.

Wesentlich für den Klimaschutz ist auch, dass der tatsächliche Spritverbrauch der Autos deutlich reduziert wird: „Im Zuge des VW-Skandals wurde sehr deutlich, dass in den vergangenen Jahren ein Großteil der Verringerung des Spritverbrauchs nur auf dem Papier stattgefunden hat“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Eine Studie des Umweltbundesamts zeigt, dass Österreichs Neuwagenflotte beim Fahren auf der Straße um 27 Prozent mehr Sprit verbraucht als die Herstellerangaben versprechen.

Der VCÖ spricht sich für den verstärkten Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und der Infrastruktur zum Radfahren aus. Zusatznutzen: Pro 100 Millionen investierter Euro schafft der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs sowie der Radfahrinfrastruktur um rund 50 Prozent mehr Arbeitsplätze als der Bau von Autobahnen.

Um das zwei Grad Ziel zu erreichen, muss der Verkehr in den nächsten vier Jahrzehnten emissionsfrei werden. „Die positive Nachricht ist, dass dieses Ziel erreichbar ist. Aber nur, wenn schon heute verstärkte Maßnahmen für eine Verkehrswende umgesetzt werden. Wir sind die letzte Generation, die den Klimawandel bremsen kann“, appelliert VCÖ-Expertin Rasmussen im Interesse der heutigen Kinder für verstärkte Klimaschutzmaßnahmen. Dazu zählen auch eine verkehrssparende Siedlungsentwicklung und die Stärkung der Nahversorgung.

Der VCÖ hat Tipps zusammengestellt, wie jeder und jede Einzelne im Mobilitätsbereich einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Zu den Tipps

 

VCÖ: In Salzburg sind Emissionen des Verkehrs am stärksten gestiegen

(Treibhausgas-Emissionen in OÖ, Änderung seit dem Jahr 1990)

Verkehr: 1,626 Millionen Tonnen (plus 61,3 Prozent)
Industrie: 0,762 Millionen Tonnen (MINUS 5,0 Prozent)
Kleinverbrauch / Raumwärme: 0,519 Millionen Tonnen (MINUS 36,6 Prozent)
Landwirtschaft: 0,503 Millionen Tonnen (MINUS 4,9 Prozent)
Energieversorgung: 0,239 Millionen Tonnen (MINUS 2,4 Prozent)
Sonstige: 0,124 Millionen Tonnen (plus 5,1 Prozent)

Summe: 3,773 Millionen Tonnen (plus 7,1 Prozent)

Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2015

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