VCÖ-Untersuchung: Mehr Teleworking kann Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs deutlich verringern - 17.05.2013

Die Potenziale der Telearbeit werden in Österreich zuwenig genutzt, stellt der VCÖ fest. Derzeit sind nur rund zwei Prozent von Österreichs Beschäftigten zumindest einen Tag pro Woche im „Homeoffice“. Wird der Anteil auf zehn Prozent erhöht, können rund 94.500 Tonnen CO2 im Verkehr vermieden werden, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt.

Der Verkehrssektor ist Österreichs Sorgenkind beim Klimaschutz. Der Verkehr weist mit 55 Prozent seit dem Jahr 1990 den stärksten Anstieg bei den Treibhausgas-Emissionen auf. Zum Vergleich: Die Emissionen der Industrie sind im gleichen Zeitraum um elf Prozent gestiegen, jene der Raumwärme (Heizen) sogar um 26 Prozent zurückgegangen, macht der VCÖ aufmerksam.

„Etwa jede 4. Autofahrt der Österreicher geht in die Arbeit. Gerade beim Arbeitsweg ist das Potenzial groß, Autofahrten zu vermeiden. Auch durch Telearbeit“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest.  Derzeit fahren in Österreich mehr als zwei Millionen Beschäftigte mit dem Auto zur Arbeit. Der VCÖ weist darauf hin, dass etwa jeder sechste Beschäftige in Österreich einen Arbeitsweg von mehr als 30 Kilometer hat, jede dritte hat mehr als 15 Kilometer zur Arbeit. 

Nur rund zwei Prozent von Österreichs Beschäftigten arbeiten zumindest einen Tag von zu Hause. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass bei einem Anteil von zehn Prozent Teleworker die Treibhausgas-Emissionen um rund 94.500 Tonnen pro Jahr gesenkt werden können. Rund 41 Millionen Liter Sprit können eingespart werden, das sind bei derzeitigen Spritpreisen eine Ersparnis von rund 55 Millionen Euro.

Der VCÖ hat für einen konkreten Fall berechnet, was Telearbeit für den Einzelnen bringen kann. Wer einen Arbeitsweg von 20 Kilometer hat und mit dem Auto zur Arbeit fährt, kann mit einmal Telearbeit pro Woche die Spritkosten um rund 165 Euro pro Jahr verringern und rund 275 Kilogramm CO2 vermeiden. Auch die Zeitersparnis ist beeindruckend. Bei 45 Telearbeitstagen im Jahr sind es in diesem Beispiel rund 24 Stunden an Fahrtzeit, die sich der Beschäftigte spart, betont der VCÖ. Und die Straßen werden zu den Spitzenzeiten entlastet, die Staus können damit verringert werden.

Telearbeit kann aber nur eine von mehreren Maßnahmen sein, um die Arbeitswegkosten der Beschäftigten zu verringern. „Das öffentliche Verkehrsnetz weist derzeit zu viele Lücken auf. Um mehr Beschäftigten die Chance zu geben, mit Bahn oder Bus zur Arbeit zu fahren, ist das Netz auszubauen und die Anzahl der Verbindungen vor allem auch am Abend zu erhöhen“, fordert VCÖ-Experte Gansterer. Zudem sind Anreize für Unternehmen wichtig, ihren Betriebsstandort so zu wählen, dass dieser gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. 


VCÖ: Mit Telearbeit können Spritkosten und CO2-Emissionen verringert werden

Beispiel: 20 Kilometer Arbeitsweg
Einsparung durch einen Tag Telearbeit pro Woche:
Vermeidung CO2-Emissionen pro Jahr: 274 kg
Verringerung Kraftstoffverbrauch pro Jahr: 118 Liter
Ersparnis Spritkosten pro Jahr: 164 Euro
Quelle: VCÖ 2013

VCÖ: Jeder 3. Beschäftigte hat Arbeitsweg von mehr als 15 Kilometer

Arbeitsweg unter einem Kilometer: 7 Prozent
Arbeitsweg 1 bis 5 Kilometer: 24 Prozent
Arbeitsweg 6 bis 15 km: 31 Prozent
Arbeitsweg 16 bis 30 km: 19 Prozent
Arbeitsweg 31 bis 50 km: 9 Prozent
Arbeitsweg 51 bis 100 km: 6 Prozent
Arbeitsweg mehr als 100 km: 2 Prozent
Kein fester Arbeitsplatz: 2 Prozent
Quelle: AK, VCÖ 2013

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