VCÖ-Untersuchung: Jeder 4. Beschäftigte kommt mit Öffis zur Arbeit - 27.02.2013

Bereits jeder 4. Beschäftigte in Österreich kommt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Am höchsten ist der Anteil in Wien mit 55 Prozent. Der Nationalrat beschließt heute die Einführung des Öffi-Jobtickets. Der VCÖ rechnet, dass damit die Zahl der Beschäftigten, die umweltfreundlich zur Arbeit fahren, weiter steigen wird.

Die Zahl der Beschäftigten, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen, steigt. Eine VCÖ-Untersuchung zeigt, dass bereits rund 855.000 Beschäftigte mit den Öffis in die Arbeit fahren, das ist jeder 4. unselbstständig Beschäftigte. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Wien der Anteil mit rund 55 Prozent am höchsten ist, gefolgt von Tirol mit 18 Prozent sowie Niederösterreich und Salzburg mit jeweils 17 Prozent. Am niedrigsten ist der Anteil in Kärnten mit neun Prozent. Im Jahr 2001 kamen nur knapp 600.000 unselbständig Beschäftigte mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. In allen Bundesländern ist die Zahl der mit Öffis zur Arbeit fahrenden Beschäftigten gestiegen, so der VCÖ.

„Dass deutlich mehr Beschäftigte mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen, liegt an den gestiegenen Spritpreisen sowie an der Verbesserung des Angebots. So wurde seit dem Jahr 2001 in Wien unter anderem das U-Bahnnetz stark vergrößert, in Tirol, der Steiermark, Salzburg, Kärnten und Vorarlberg wurden S-Bahnen eingeführt“, betont VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer.

Der VCÖ begrüßt, dass heute der Nationalrat die Einführung des steuerbegünstigten Öffi-Jobtickets beschließt. „Arbeitgeber können freiwillig ihren Beschäftigten die Jahreskarte oder Streckenkarte bezahlen, ohne dass für die Beschäftigten dafür Steuern oder Sozialabgaben anfallen. Und die Betriebe können das Jobticket als Betriebsausgabe geltend machen“, erläutert VCÖ-Experte Gansterer. Das Jobticket darf nicht statt bisher gezahltem Lohn zur Verfügung gestellt werden, sondern muss eine zusätzliche Leistung sein. Das Unternehmen kann auch einen Teilbetrag zur Öffi-Karte beisteuern. Das Jobticket gilt für den Arbeitsweg. Dort, wo es wie zum Beispiel in Wien keine Streckenkarte gibt, ist die Jahresnetzkarte das Jobticket. Das Jobticket ist ein Sachbezug, der vom Unternehmen zu bezahlen ist.

Der VCÖ rechnet, dass viele Unternehmen das Jobticket nutzen, denn auch diese profitieren davon. Derzeit bieten viele Unternehmen kostenlose oder stark vergünstigte Firmenparkplätze an, die den Betrieben teuer kommen. Ein Jobticket ist günstiger als ein Parkplatz. Zudem haben Beschäftigte, die mit dem Auto zur Arbeit kommen, ein rund 50 Mal so hohes Unfallrisiko als jene, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

Der VCÖ fordert eine stärkere Förderung des betrieblichen Mobilitätsmanagement. Unternehmen, die sich dort ansiedeln, wo es eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln gibt tragen zur Verringerung der Verkehrs- und Umweltprobleme bei. Wie stark der Standort die Verkehrsmittelwahl der Beschäftigten beeinflusst, zeigt das Unternehmen Thales Austria. Dieses hat heuer seinen Standort in Wien an das Rivergate verlegt, das direkt an der U6 und S-Bahn-Station Handelskai liegt. Zudem haben alle Beschäftigten eine Öffi-Jahreskarte erhalten. Die Folge: Heute kommen fast alle Beschäftigten mit den Öffis zur Arbeit, am früheren Standort fuhr die Mehrheit mit dem Auto zur Arbeit. 

Das Jobticket gilt rückwirkend per 1. Jänner 2013. „Viele haben sich persönlich eine Streckenkarte oder Netzkarte gekauft. Hier fehlt derzeit aber eine Klarstellung des Finanzministeriums, wie nun diese Beschäftigten rückwirkend einen Beitrag erhalten können, wenn ihr Arbeitgeber ein Jobticket zur Verfügung stellt. Im Interesse der Beschäftigten und der Unternehmen muss es vom Finanzministerium eine einfache Lösung geben“, fordert VCÖ-Experte Gansterer. 

VCÖ: Bereits jeder 4. Beschäftigte fährt mit Öffis zur Arbeit (Anteil unselbstständig Beschäftigte, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen)
Wien: 55 Prozent
Tirol: 18 Prozent
Niederösterreich: 17 Prozent
Salzburg: 17 Prozent
Vorarlberg: 14 Prozent
Steiermark: 13 Prozent
Burgenland: 13 Prozent
Oberösterreich: 12 Prozent
Kärnten: 9 Prozent
Österreich: 24 Prozent
Quelle: VCÖ 2013

Zurück zur Übersicht