VCÖ-Untersuchung: Im Mai steigt Unfallrisiko auf Österreichs Straßen - 06.05.2013

Das Unfallrisiko auf Österreichs Straßen nimmt im Mai deutlich zu. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass im Schnitt der vergangenen drei Jahre im Mai um 38 Prozent mehr Verkehrsunfälle passierten als im Schnitt der Monate Jänner bis April. Besonders stark haben die Kinderunfälle zugenommen. Der VCÖ fordert mehr Verkehrsberuhigung in den Wohngebieten und im Schulumfeld sowie Tempolimit 80 statt 100 auf Freilandstraßen.

3.459 Verkehrsunfälle mit 4.281Verletzten und 45 Todesopfer. Das war die traurige Verkehrsunfallbilanz in Österreich im vergangenen Mai. „Der Mai ist der erste der besonders unfallträchtigen Monate. Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im Mai deutlich höher als in den Monaten Jänner bis April. Es ist erhöhte Vorsicht im Straßenverkehr geboten“, betont VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek.

Im Schnitt der vergangenen drei Jahre passierten im Mai um 38 Prozent mehr Verkehrsunfälle als im Zeitraum Jänner bis April, so die VCÖ-Untersuchung. Die Zahl der Verkehrstoten war in den vergangenen drei Jahren im Mai um 43 Prozent höher. „Im Mai sind mehr Motorrad- und Mopedfahrer unterwegs. Zudem nimmt der Ausflugsverkehr zu“, nennt VCÖ-Expertin Urbanek die Gründe für den Anstieg der Unfälle. Die Hauptursache der Verkehrsunfälle ist zu hohes Tempo.

Zudem nimmt der Anhalteweg stark zu: Bei Tempo 80 steht ein Auto bei Vollbremsung nach 56 Meter, bei 100 km/h erst nach 80 Meter. „Dieser Unterschied kann über Leben und Tod entscheiden, oder zumindest, ob jemand leicht oder schwer verletzt ist“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Urbanek. Mit einer generellen Verringerung des Tempolimits auf Freilandstraßen von 100 auf 80 km/h kann die Zahl der Unfallopfer deutlich verringert werden.

Der VCÖ weist darauf hin, dass im Mai die Kinderunfälle besonders stark ansteigen. Im Vorjahr wurden im Mai um 62 Prozent mehr Kinder Opfer von Verkehrsunfällen als im Schnitt der Monate zuvor. Die VCÖ-Untersuchung zeigt, dass in den vergangenen drei Jahren die Zahl der Kinderunfälle im Mai um 60 Prozent höher war als in den Monaten davor.

„Mit dem schönen Wetter bewegen sich Kinder wieder mehr im Freien, was angesichts des zunehmenden Bewegungsmangels bei Kindern sehr, sehr wichtig ist. Doch das heutige Verkehrssystem nimmt auf Kinder viel zu wenig Rücksicht. Für die Verkehrssicherheit der Kinder braucht es vor allem in den Wohngebieten und im Schulumfeld mehr Verkehrsberuhigung“, betont VCÖ-Expertin Urbanek. Für ein kindgerechtes Verkehrssystem sind auch ausreichend breite Gehsteige sowie übersichtliche Straßenübergänge sehr wichtig.

VCÖ: Im Mai deutlich mehr Verunglückte auf Österreichs Straßen
(Vergleich Mai mit Durchschnitt Jänner bis April, Jahre 2010 bis 2012)

Verkehrsunfälle: plus 38 Prozent
Verletzte: plus 34 Prozent
Verkehrstote: plus 43 Prozent
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013

VCÖ: Zahl der Verkehrsunfälle auf Österreichs Straßen nimmt im Mai stark zu
Zahl der Verkehrsunfälle im Mai (in Klammer Durchschnitt Jänner bis April)

Mai 2012: 3.459 (2.542)
Mai 2011: 3.602 (2.350)
Mai 2010: 3.111 (2.486)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013

Deutlich mehr Verletzte im Mai
(in Klammer Durchschnitt Jänner bis April)

Mai 2012: 4.281 (3.226)
Mai 2011: 4.442 (3.049)
Mai 2010: 3.994 (3.244)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013

Verkehrstote im Mai
(in Klammer Durchschnitt Jänner bis April)

Mai 2012: 45 (33)
Mai 2011: 55 (34)
Mai 2010: 50 (37)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013

VCÖ: Im Mai deutlich mehr Verkehrsunfälle mit Kindern
(Vergleich verletzte Kinder Mai mit Durchschnitt Jänner bis April, Jahre 2010 bis 2012)

Mai 2012: 275 (170)
Mai 2011: 295 (173
Mai 2010: 275 (184)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013

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