VCÖ-Untersuchung: Große Unterschiede im Mobilitätsverhalten in Österreichs Landeshauptstädten

VCÖ (Wien, am 4. Juli 2014) – Österreichs Landeshauptstädte weisen im Mobilitätsverhalten große Unterschiede auf, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Innsbruck ist beim zu Fuß gehen und Radfahren Spitzenreiter, die Wienerinnen und Wiener sind Österreichs fleißigste Öffi-Fahrer. Bereits in sechs Landeshauptstädten wird die Mehrheit der Alltagswege autofrei zurückgelegt. Der VCÖ betont, dass es in allen Städten verbesserte Bedingungen zum Gehen und Radfahren braucht. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums ist das Angebot an städtischen Öffis und an Verbindungen vom Umland in die Stadt zu verbessern.

„Es gibt beim Mobilitätsverhalten nicht nur zwischen Stadt und Land große Unterschiede, sondern auch zwischen den Städten“, fasst VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek eine aktuelle VCÖ-Untersuchung auf Basis der Mobilitätserhebungen von Österreichs Landeshauptstädten zusammen. In bereits sechs Landeshauptstädten wird mehr als die Hälfte der Alltagswege autofrei zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Am niedrigsten ist der Anteil der Autofahrten in Wien und Innsbruck. In Wien werden 72 Prozent der Alltagswege mit Öffis, zu Fuß oder mit dem Rad erledigt, in Innsbruck 67 Prozent. Am meisten wird in Klagenfurt das Auto genutzt. Hoch dürfte der Anteil der Autofahrten auch in Eisenstadt sein, wo es noch keine aktuellen Daten zum Mobilitätsverhalten gibt. In Burgenlands Landeshauptstadt gibt es pro 1.000 Personen mit 661 Pkw die meisten Autos, was ein Zeichen dafür ist, dass die Bevölkerung sehr stark vom Auto abhängig ist. Zum Vergleich: In Graz gibt es pro 1.000 Einwohner 476 Autos, in Innsbruck 438 und in Wien nur 386.

Innsbruck ist sowohl beim Gehen als auch beim Radfahren Österreichs Spitzenreiter, so die VCÖ-Analyse. In Tirols Landeshauptstadt werden 29 Prozent der Alltagswege (zur Arbeit, zum Einkaufen, ins Kino etc.) zu Fuß gegangen, auch die Wienerinnen und Wiener sind gut zu Fuß unterwegs mit einem Anteil von 27 Prozent. Bronze geht an Bregenz mit 25 Prozent. „Eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung verringert nicht nur Verkehrslärm und Abgasbelastung, sondern nützt auch der Wirtschaft. Hohe Fußgängerfrequenz macht Straßen für Geschäfte attraktiv“, so VCÖ-Expertin Urbanek.

Innsbruck, Bregenz und Salzburg sind auch die drei Rad-Hauptstädte Österreichs, wie die VCÖ-Analyse zeigt. In Bregenz und Salzburg werden jeweils 20 Prozent der Alltagswege mit dem Rad gefahren, in Innsbruck sogar 22 Prozent. Graz hat mit 14 Prozent den Anschluss an die Spitze verloren. Am wenigsten wird in Linz und in Wien Rad gefahren, wobei sich in Wien der Radverkehrsanteil seit dem Jahr 2002 verdreifacht hat. „Angesichts der in Zukunft weiter steigenden Erdölpreise ist es für die privaten Haushalte ein großer finanzieller Vorteil, wenn viele Ziele gut mit dem Fahrrad erreichbar sind. Und so wie Messi und Neymar weiter trainieren, um gut zu bleiben bzw. um noch besser zu werden, sind auch die Rad-Hauptstädte gefordert, die Bedingungen zum Radfahren zu verbessern“, so VCÖ-Expertin DI Urbanek.

Österreichs Öffi-Champion ist unangefochten Wien, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Bereits 39 Prozent der Alltagswege werden in der Bundeshauptstadt mit Öffis gefahren. Linz liegt als zweiter mit 22 Prozent deutlich dahinter, vor Graz mit 20 Prozent. In St. Pölten werden 17 Prozent der Alltagswege mit Öffis gefahren, in Innsbruck 16 Prozent und in Salzburg und Bregenz jeweils 15 Prozent. Der VCÖ betont, dass es auch aufgrund des starken Bevölkerungswachstums sowohl in den Städten als auch vom Umland in die Zentren rasch mehr öffentliche Verkehrsverbindungen braucht.

Erklärung Begriff Alltagswege: Strecken, die zurückgelegt werden, um Erledigungen zu machen (etwa zur Arbeit gehen, Dienstwege, Einkaufen, ins Kino, Kaffeehaus usw. gehen). NICHT inkludiert sind Spaziergänge, Wandern oder sportliche Aktivitäten wie laufen, Rennradfahren oder Mountainbiken.

 

VCÖ: In Innsbruck wird am meisten zu Fuß gegangen (Anteil Alltagswege, die zu Fuß zurückgelegt werden)

Innsbruck: 29 Prozent

Wien: 27 Prozent

Bregenz: 25 Prozent

Linz: 22  Prozent

Salzburg: 20 Prozent

Graz: 19 Prozent

St. Pölten: 16 Prozent

Klagenfurt: 11 Prozent

Quelle: Mobilitätserhebungen der Städte, VCÖ 2014

 

VCÖ: Innsbruck hat höchsten Radverkehrsanteil (Anteil Alltagswege, die mit Fahrrad gefahren werden)

Innsbruck: 22 Prozent

Bregenz: 20 Prozent

Salzburg: 20 Prozent

Klagenfurt: 17 Prozent

Graz: 14 Prozent

St. Pölten: 11 Prozent

Linz: 7 Prozent

Wien:  6 Prozent

Quelle: Mobilitätserhebungen der Städte, VCÖ 2014

 

VCÖ: Wienerinnen und Wiener sind die fleißigsten Öffi-Fahrer (Anteil Alltagswege, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden)

Wien: 39 Prozent

Linz: 22 Prozent

Graz: 20 Prozent

St. Pölten: 17 Prozent

Innsbruck: 16 Prozent

Bregenz: 15 Prozent

Salzburg: 15 Prozent

Klagenfurt: 6 Prozent

Quelle: Städte, VCÖ 2014

 

VCÖ: In Wien und Innsbruck ist der Anteil der Autofahrten am niedrigsten (Anteil Alltagswege, die mit Auto gefahren werden)

Wien: 28 Prozent

Innsbruck: 33 Prozent

Bregenz: 40 Prozent

Salzburg: 45 Prozent

Graz: 47 Prozent

Linz: 49 Prozent

St. Pölten: 56 Prozent

Klagenfurt: 66 Prozent

Quelle: Städte, VCÖ 2014

 

VCÖ: Auto-Abhängigkeit in Wien am geringsten (Pkw pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner)

Wien: 386 Pkw / 1.000 Personen

Innsbruck: 438 Pkw / 1.000 Personen

Graz: 476 Pkw / 1.000 Personen

Salzburg: 512 Pkw / 1.000 Personen

Linz: 513 Pkw / 1.000 Personen

Bregenz (Bezirk): 516 Pkw /1.000 Personen

St. Pölten: 569 Pkw / 1.000 Personen

Klagenfurt: 603 Pkw / 1.000 Personen

Eisenstadt (plus Rust): 661 Pkw / 1.000 Personen

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014

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