VCÖ-Unfallbilanz: In Österreich im 1. Quartal um 20 Prozent weniger Verkehrstote - 31.03.2013

Heuer sind in Österreich im 1. Quartal weniger Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen als zur gleichen Zeit des Vorjahres, wie die heute veröffentlichte VCÖ-Unfallbilanz zeigt. Mit 78 Todesopfern ist der Blutzoll nach wie vor sehr hoch. In Niederösterreich gab es die meisten tödlichen Unfälle. Überhöhte Geschwindigkeit und Unaufmerksamkeit sind die häufigsten Unfallursachen. Der VCÖ fordert mehr Maßnahmen gegen Handy am Steuer und mehr Bahn- und Busverbindungen.

Bereits 78 Menschenleben wurden heuer bei Verkehrsunfällen in Österreich ausgelöscht, wie die heute veröffentlichte VCÖ-Unfallbilanz für das 1. Quartal zeigt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren 97 Verkehrstote zu beklagen. Rund 6.000 Verkehrsunfälle endeten in den ersten drei Monaten mit Verletzten. „Das schlechte Wetter hat dazu geführt, dass langsamer und aufmerksamer gefahren wurde. Zudem sind kaum Motorradfahrer unterwegs. Die unfallreichen Monate stehen erst bevor. Zwischen April und September passierten in den vergangenen Jahren im Schnitt um die Hälfte mehr schwere Verkehrsunfälle als im ersten Quartal“, berichtet VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek.

Im Bundesländervergleich weist Niederösterreich die meisten Verkehrstoten auf. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass es heuer in sechs Bundesländern weniger tödliche Verkehrsunfälle gab als im ersten Quartal des Vorjahres: Im Burgenland, in Niederösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Wien. In drei Bundesländer waren leider mehr Todesopfer zu beklagen: In Kärnten, in der Steiermark und in Oberösterreich.

Der VCÖ weist darauf hin, dass die häufigsten Ursachen für tödliche Verkehrsunfälle nicht angepasste Geschwindigkeit und Unachtsamkeit waren. Österreichweit passierte jeder dritte tödliche Unfall wegen überhöhter Geschwindigkeit, weitere dreizehn Prozent wegen Ablenkung, wie etwa Telefonieren am Steuer.

Durch verstärkte Maßnahmen gegen Telefonieren am Steuer kann die Zahl der schweren Unfälle verringert werden. Neben mehr Kontrollen spricht sich der VCÖ für eine Bewusstseins-Kampagne aus: „Viele unterschätzen die Gefahr durch Telefonieren am Steuer. Wer beim Autolenken telefoniert, reagiert aber ähnlich schlecht und langsam wie Alkolenker mit 0,8 Promille“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Urbanek. Zudem würde Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen und mehr Tempo 30 Zonen im Ortsgebiet die Verkehrssicherheit erhöhen. Der VCÖ unterstützt die europäische Bürgerinitiative für Tempo 30. Die Initiative kann direkt im Internet unter de.30kmh.eu unterstützt werden.

Da der Öffentliche Verkehr um ein Vielfaches verkehrssicherer ist als Auto und Motorrad, setzt sich der VCÖ für mehr Bahn- und Busverbindungen ein. Ziel soll sein, dass die Mehrheit der Beschäftigten ihren Arbeitsplatz gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann, so der VCÖ.


VCÖ: Heuer ist Zahl der Verkehrstoten in Österreich gesunken
(Anzahl Verkehrstote jeweils zwischen 1.Jänner und 31. März)
1. Quartal 2013*: 78 Verkehrstote
1. Quartal 2012: 97 Verkehrstote
1. Quartal 2011: 98
1. Quartal 2010: 103
1. Quartal 2009: 125
1. Quartal 2008: 137
1. Quartal 2007: 123
1. Quartal 2006: 102
*vorläufiges Ergebnis
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2012

VCÖ: In Niederösterreich gab es heuer die meisten Verkehrstoten
(Verkehrstote im 1. Quartal 2013, in Klammer im 1. Quartal 2012)
Niederösterreich: 23 Verkehrstote (30)
Steiermark: 17 Verkehrstote (14)
Oberösterreich: 15 Verkehrstote (11)
Kärnten: 8 Verkehrstote (7)
Tirol: 7 Verkehrstote (12)
Salzburg: 3 Verkehrstote (11)
Wien: 3 Verkehrstote (6)
Vorarlberg: 1 Verkehrstote (4)
Burgenland: 1 Verkehrstote (2)
Österreich: 78 Verkehrstote (97)
Quelle: BMI, VCÖ 2013

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