VCÖ-Unfallbilanz: Heuer in Wien erstmals weniger als 20 Verkehrstote möglich

VCÖ (Wien, 19. Dezember 2013) – Auf Wiens Straßen gab es heuer deutlich weniger tödliche Verkehrsunfälle als im Vorjahr, wie die aktuelle VCÖ-Unfallbilanz zeigt. Erstmals sind weniger als 20 Verkehrstote möglich, bisher starben 17 Menschen bei Verkehrsunfällen in Wien. Im Vorjahr waren 24 Verkehrstote zu beklagen. Überschattet wird die Bilanz von drei tödlichen Kinderunfällen, macht der VCÖ aufmerksam. Die VCÖ-Analyse zeigt zudem, dass elf der 17 Todesopfer Fußgänger waren. Der VCÖ fordert mehr verkehrsberuhigte Zonen, kürzere Rotphasen bei Fußgängerampeln und verstärkte Maßnahmen gegen Telefonieren am Steuer.

„Wiens Straßenverkehr ist heuer sicherer geworden. Die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle war seit Bestehen der Unfallstatistik noch nie so gering wie heute“, fasst VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek die aktuelle VCÖ-Unfallbilanz zusammen. Heuer kamen in Wien bei Verkehrsunfällen 17 Menschen ums Leben, im gesamten Vorjahr starben 24 Menschen. Der VCÖ weist darauf hin, dass im Jahr 1999 noch 60 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen, im Jahr 1988 verzeichnete Wien 90 Verkehrstote.  

Sorge bereitet dem VCÖ der nach wie vor sehr hohe Anteil von Fußgängerinnen und Fußgängern bei den tödlich Verunglückten. Elf Fußgängerinnen und Fußgänger starben heuer bei Verkehrsunfällen in Wien, das sind fast zwei Drittel der Verkehrstoten. Im Vorjahr kamen 16 Fußgänger bei Verkehrsunfällen in Wiens ums Leben. Besonders traurig: Drei tödlich verunglückte Fußgänger waren Kinder. Zwei wurden von Pkw niedergefahren, ein Kind von einem Klein-Lkw. „Unser Verkehrssystem ist nicht kindgerecht, aber auch nicht seniorengerecht. Ausgerechnet auf die Schwächsten im Verkehr wird viel zu wenig Rücksicht genommen. Durch mehr verkehrsberuhigte Zonen und mehr Tempo 30 statt 50 sind viele schwere Fußgängerunfälle zu vermeiden“, stellt VCÖ-Expertin Urbanek fest. Ältere Menschen sind häufig als Fußgänger Opfer von Verkehrsunfällen.  Wo viele ältere Menschen und Kinder unterwegs sind, sollten verkehrsverberuhigte Zonen selbstverständlich sein.

Handlungsbedarf sieht der VCÖ auch bei den Ampelschaltungen. Viele Fußgängerampeln haben zu lange Rotphasen. „Kürzere Ampelintervalle verringern die Zahl der Rotgeher und erhöhen damit die Verkehrssicherheit. Gerade in Wien, wo viele Wege zu Fuß gegangen werden, sind bessere Bedingungen zum zu Fuß gehen zu schaffen“, betont VCÖ-Expertin Urbanek. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Wien 28 Prozent der Alltagswege zu Fuß zurückgelegt werden. Zum Vergleich: Nur 27 Prozent der Wege werden mit dem Auto gefahren.

Gefährdet werden Fußgängerinnen und Fußgänger auch durch abgelenkte Kfz-Lenker. Jeder dritte Autounfall mit Fußgänger passiert deshalb, weil der Autofahrer abgelenkt war, etwa durch Telefonieren oder SMS schreiben. Der VCÖ fordert daher die Aufnahme von Handy am Steuer in das Vormerksystem. Zudem führt der VCÖ eine Initiative für mehr Aufmerksamkeit am Steuer durch. Umfassende Informationen gibt es direkt im Internet unter www.vcoe.at/aufmerksamlenken.

Wachsrütteln möchte der VCÖ mit der drei teiligen Comic-Serie „Death Corporation“, die sehr drastisch zeigt, welche katastrophalen Folgen telefonieren oder SMS-Schreiben beim Autolenken hat.  Die Serie ist auf You Tube zu sehen (Folge1: http://www.youtube.com/watch?v=3XXnVepxbYw&feature=youtube_gdata_player).

VCÖ: Heuer in Wien erstmals weniger als 20 Verkehrstote möglich

1.1.bis 18.12. 2013: 17 Verkehrstote
Gesamtjahr 2012: 24 Verkehrstote
Gesamtjahr 2011: 22 Verkehrstote
Gesamtjahr 2010: 29 Verkehrstote
Gesamtjahr 2009: 32 Verkehrstote
Gesamtjahr 2008: 27 Verkehrstote
Gesamtjahr 2007: 35 Verkehrstote
Gesamtjahr 2006: 33 Verkehrstote
Gesamtjahr 2005: 34 Verkehrstote
Gesamtjahr 2004: 43 Verkehrstote
Gesamtjahr 2003: 45 Verkehrstote
Gesamtjahr 2002: 45 Verkehrstote
Gesamtjahr 2001: 41 Verkehrstote
Gesamtjahr 2000: 34 Verkehrstote

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013

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