VCÖ-Umfrage: Jeder 3. Radfahrer tritt mehrmals die Woche in die Pedale

VCÖ (Wien, 16. Juli 2015) – Österreichs Radfahrerinnen und Radfahrer sind sehr vielfältig mobil, wie die diesjährige VCÖ-Radfahr-Umfrage zeigt. 80 Prozent der Radfahrer sitzen mehrmals im Monat hinter dem Lenkrad eines Autos, 40 Prozent sind oft mit dem Öffentlichen Verkehr unterwegs. Im Juli und August wird am meisten Rad gefahren. Verbesserungen werden unter anderem bei der Kombination von Fahrrad und Öffentlicher Verkehr gewünscht. Der VCÖ fordert Ausbau und Verbesserung der Infrastruktur fürs Radfahren.

„Dort, wo die Verkehrsplanung gute Bedingungen für das Radfahren schafft, wird auch mehr und häufiger Rad gefahren. Das Potenzial für mehr Radverkehr ist in Österreich groß. Wichtig ist, dass die Infrastruktur für das Radfahren ausgebaut und verbessert wird“, fasst VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer die Ergebnisse der diesjährigen VCÖ-Radfahr-Umfrage zusammen. 1.000 Radfahrerinnen und Radfahrer wurden in einer repräsentativen Umfrage vom Institut Integral im Auftrag des VCÖ befragt.

Das Verkehrsklima wird von den Radfahrerinnen und Radfahrern besser als erwartet bewertet. Sehr zufrieden mit den Bedingungen zum Radfahren im Wohnort sind 41 Prozent, weitere 47 Prozent sind zufrieden, 12 Prozent sind unzufrieden. Jeder zweite Radfahrende sagt, am Wohnort haben sich Bedingungen zum Radfahren verbessert, sechs Prozent sehen Verschlechterungen. 60 Prozent der Radfahrenden erleben die anderen Verkehrsteilnehmer als rücksichtsvoll. Die Vielfahrenden erleben die anderen Verkehrsteilnehmer rücksichtsvoller als die Wenigfahrenden. „Das liegt auch daran, dass dort wo ein gutes Verkehrsklima für das Radfahren herrscht, auch mehr Rad gefahren wird“,  so VCÖ-Experte Gansterer. Vier von zehn Radfahrenden wünschen, dass Autos beim Überholen mehr Abstand halten.

Die VCÖ-Radfahr-Umfrage zeigt, dass das Fahrrad immerhin von 41 Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln kombiniert wird. Von dieser Gruppe wünscht jeder dritte verbesserte Möglichkeiten bei Radmitnahme in den städtischen Öffis und mehr Radabstellmöglichkeiten bei Haltestellen und U-Bahnstationen. Jeder vierte sieht bei der Radmitnahme bei den Bahnen Verbesserungsbedarf und bei den Radabstellmöglichkeiten am Bahnhof. 29 Prozent sind mit dem Leihradangebot am Bahnhof und an Haltestellen unzufrieden.

Überhaupt ist das Mobilitätsverhalten von Österreichs Radfahrerinnen und Radfahrer sehr vielfältig, wie die VCÖ-Radfahr-Umfrage zeigt. 80 Prozent lenken zumindest mehrmals im Monat ein Auto, 40 Prozent fahren mehrmals im Monat mit Öffs im Nahverkehr, 15 Prozent nutzen mindestens mehrmals im Monat die Bahn für längere Fahrten und fast alle – nämlich 97 Prozent – sind für Alltagswege zu Fuß unterwegs. Jene, die häufig Radfahren nutzen weniger das Auto und häufiger die öffentlichen Verkehrsmittel.

35 Prozent der Radfahrenden treten mehrmals die Woche in die Pedale, weitere 35 Prozent mehrmals im Monat und 30 Prozent machen gelegentlich Alltagserledigungen mit dem Rad. „Der Anteil der Vielfahrenden ist bei den 17- bis 30-Jährigen und bei 60- bis 70-Jährigen am höchsten. Auch nutzen Radfahrende, die in größeren Städten wohnen, häufiger das Rad als jene, die in kleinen Orten wohnen“, macht VCÖ-Experte Gansterer aufmerksam. Jetzt im Juli und August wird in Österreich am meisten Rad gefahren. Die Hälfte der Radfahrenden ist in dieser Jahreszeit mehrmals in der Woche mit dem Fahrrad unterwegs.

Sehr beliebt ist das Einkaufen mit dem Rad. Acht von zehn Radfahrenden fahren mit dem Rad einkaufen, mehr als die Hälfte davon häufig. „Handel und Gemeinden sind gut beraten, wenn sie sich für eine gute Erreichbarkeit von Geschäften mit dem Fahrrad einsetzen sowie ausreichend qualitätsvolle Fahrrad-Abstellanlagen anbieten“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Jeder fünfte berufstätige Radfahrende radelt mehrmals die Woche in die Arbeit, jeder zweite nutzt zumindest gelegentlich das Rad, um in die Arbeit zu kommen

Bis zum Jahr 2025 soll laut Masterplan des Umweltministeriums der Radverkehrsanteil  in Österreich auf 13 Prozent steigen. „Die Bereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher mehr Rad zu fahren ist da. Jetzt geht es darum, in den Gemeinden und Städten die Infrastrukturen für das Radfahren weiter zu verbessern“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest.

Webtipp: Mehr Ergebnisse der VCÖ-Radfahr-Umfrage auf www.vcoe.at/radfahren

 

VCÖ: Jeder zweite sieht verbesserte Bedingungen zum Radfahren (Wie haben sich Bedingungen zum Radfahren im Wohnort  / Wohnbezirk verändert?)

Stark  verbessert: 17 Prozent

Etwas verbessert: 35 Prozent

Gleich geblieben: 35 Prozent

Etwas verschlechtert: 4 Prozent

Stark verschlechtert: 2 Prozent

Weiß nicht: 7 Prozent

Quelle: VCÖ-Radfahr-Umfrage 2015

 

Ich erlebe die anderen Verkehrsteilnehmer als rücksichtsvoll: 

Alle Radfahrenden: 60 Prozent (40 Prozent erleben andere als nicht rücksichtsvoll)

Vielfahrende: 67 Prozent (33 Prozent)

Wenigfahrende: 55 Prozent (45 Prozent)

Quelle: VCÖ-Radfahr-Umfrage 2015

 

VCÖ: Mit Fahrrad sind Ziele direkt und zügig zu erreichen

Alle Radfahrenden: 84 Prozent (16 Prozent Ziele sind mit Rad nicht direkt und zügig erreichbar)

Vielfahrende: 91 Prozent (9 Prozent)

Wenigfahrende: 77 Prozent (23 Prozent)

Quelle: VCÖ-Radfahr-Umfrage 2015

 

VCÖ: Jeder dritte Radfahrende tritt mehrmals die Woche in die Pedale (Wie häufig fahren Sie im Alltag mit dem Rad?)

Mehrmals die Woche: 35 Prozent

Mehrmals im Monat: 35 Prozent

Mehrmals im Jahr: 30 Prozent

Quelle: VCÖ-Radfahr-Umfrage 2015

 

VCÖ: Radfahrerinnen und Radfahrer sind multimodal mobil (Welches Verkehrsmittel nutzen Sie mehrmals die  Woche oder mehrmals im Monat? (in Klammer Vielradfahrende)

Zu Fuß (Strecke > 250 Meter): 97 Prozent (97 Prozent)

Pkw (lenkend): 80 Prozent (72 Prozent)

Öffentlicher Nahverkehr: 40 Prozent (44 Prozent)

Bahn-Fernverkehr: 15 Prozent ( 17 Prozent)

Moped / Motorrad: 8 Prozent ( 7 Prozent)

Quelle: VCÖ-Radfahr-Umfrage 2015

 

VCÖ: 88 Prozent  mit Bedingungen zum Radfahren im Wohnort zufrieden (Wie zufrieden sind Sie mit Bedingungen zum Radfahren im Wohnort – n = 1.000)

Sehr zufrieden: 41 Prozent

Zufrieden: 47 Prozent

Eher nicht zufrieden: 9 Prozent

Überhaupt nicht zufrieden: 3 Prozent

Quelle: VCÖ-Radfahr-Umfrage 2015

Radfahr-Umfrage: 1.000 Personen österreichweit repräsentativ vom Institut Integral befragt.

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