VCÖ-Umfrage: Drei Viertel der Fußgänger wurden bereits durch telefonierende Autofahrer gefährdet - 18.04.2013

Jeder dritte Fußgänger ist mit den Bedingungen zum Gehen im eigenen Wohnort unzufrieden, wie eine aktuelle VCÖ-Umfrage zeigt. 2.100 Personen wurden österreichweit befragt. Drei Viertel der Fußgänger wurde bereits von einem telefonierenden Autofahrer gefährdet, sieben von zehn Fußgänger beklagen das zu hohe Tempo des Autoverkehrs. Gewünscht werden mehr verkehrsberuhigte Zonen sowie mehr Abkürzungen und Straßenübergänge. Der VCÖ fordert eine fußgängerfreundlichere Verkehrsplanung.

Etwa jeder fünfte Alltagsweg, etwa zur Arbeit, zum Einkaufen oder ins Kino, wird zu Fuß gegangen. „Immerhin acht von zehn Österreicherinnen und Österreicher gehen im Alltag häufig zu Fuß. Dennoch ist unser Verkehrssystem nicht fußgängerfreundlich“, weist VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek auf die Ergebnisse einer aktuellen bundesweiten VCÖ-Umfrage hin. Jeder dritte Fußgänger ist mit den Bedingungen zum Gehen im Wohnort unzufrieden.

Die Hauptkritikpunkte der Fußgänger: Sieben von zehn beklagen ein zu hohes Tempo des Autoverkehrs in ihrem Wohnort. Jede zweite Person gab an, dass es zu wenige Abkürzungen für Fußgängerinnen und Fußgänger gibt und vier von zehn sagen, dass es zu wenige Gehwege gibt. Als großes Problem werden telefonierende Autofahrer erlebt.

Die VCÖ-Umfrage zeigt, dass drei Viertel der Fußgänger bereits durch telefonierende Autofahrer gefährdet wurden, jeder zweite davon sogar oft. „Leider fehlt in Österreich nach wie vor das Bewusstsein, dass Handy-Telefonieren beim Autolenken kein Kavaliersdelikt ist. Wer mit dem Handy telefoniert, reagiert so schlecht und langsam wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille“, macht VCÖ-Expertin Urbanek aufmerksam. Im Vorjahr hat die Exekutive 148.594 beim Handy-Telefonieren am Steuer erwischt.

Der VCÖ hat die Fußgängerinnen und Fußgänger auch gefragt, welche Maßnahmen gewünscht werden. Am häufigsten – nämlich von 59 Prozent – werden mehr verkehrsberuhigte Zonen genannt. 56 Prozent möchten mehr Übergänge bei größeren Straßen, um lange Umwege zu vermeiden. 54 Prozent sprechen sich für Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet aus und 52 Prozent wünschen breitere Gehwege im Ortsgebiet.

Weiteres Ergebnis der VCÖ-Umfrage: Die Bereitschaft, mehr Wege im Alltag zu Fuß zurückzulegen ist vorhanden. Immerhin 37 Prozent möchten heuer mehr Alltagswege zu Fuß gehen als im Vorjahr. „Jede elfte Autofahrt in Österreich ist kürzer als ein Kilometer. Wenn ein Teil dieser kurzen Fahrten zu Fuß gegangen wird, dann schont das die Umwelt und die Geldbörse und ist vor allem auch gesund. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, zumindest eine halbe Stunde Bewegung pro Tag. Diese Bewegung kann in den Alltag integriert werden, wenn kurze Strecken gegangen statt mit dem Auto gefahren werden.“ 

 

Ergebnisse der VCÖ-Fußgänger-Umfrage

 

Ergebnisse der VCÖ-Fußgänger-Umfrage 2013

Anzahl befragte Personen in Österreich: 2.100
Befragungszeitraum: Jänner bis März 2013

VCÖ: 75 Prozent der Fußgänger wurden bereits von telefonierenden Autofahrer gefährdet

Sind Sie beim Gehen schon einmal durch Handy telefonierende Autofahrer gefährdet worden?
Ja, oft: 39 Prozent
Ja, manchmal: 36 Prozent
Nein: 25 Prozent
Quelle: VCÖ 2013


VCÖ: Jeder 3. Fußgänger mit Bedingungen zum zu Fuß gehen im Wohnort unzufrieden

Wie zufrieden sind Sie mit Bedingungen zum Gehen in Ihrem Wohnort:
Sehr zufrieden: 15 Prozent
Zufrieden: 52 Prozent
Weniger zufrieden: 26 Prozent
Gar nicht zufrieden: 5 Prozent
Quelle: VCÖ 2013

VCÖ: Fußgänger wünschen mehr verkehrsberuhigte Zonen und mehr Übergänge

Welche Maßnahmen wünschen Sie sich für Fußgängerinnen und Fußgänger?
Verkehrsberuhigte Zonen: 59 Prozent
Mehr Übergänge für Fußgänger bei großen Straßen: 56 Prozent Tempo 30 statt Tempo 50 im Ortsgebiet: 54 Prozent Breitere Gehwege im Ortsgebiet: 52 Prozent Mehr Tempokontrollen für Lkw und Pkw: 49 Prozent Mehr Gehwege entlang Freilandstraßen: 47 Prozent Mehr Maßnahmen gegen Telefonieren am Steuer: 47 Prozent Kürzere Rotphasen bei Fußgängerampeln: 37 Prozent
Quelle: VCÖ 2013

VCÖ: Vier von zehn Fußgänger beklagen Mangel an Gehwegen

Gibt es ausreichend Gehwege in Ihrem Wohnort?
Ja: 57 Prozent
Nein: 43 Prozent
Quelle: VCÖ 2013

VCÖ: Fast jeder zweite Fußgänger möchte mehr Abkürzungen

Gibt es ausreichend Abkürzungen für das Gehen in Ihrem Wohnort?
Ja: 52 Prozent
Nein: 48 Prozent
Quelle: VCÖ 2013


VCÖ: Sieben von zehn Fußgänger beklagen zu hohes Tempo des Autoverkehrs

Ist zu hohes Tempo des Autoverkehrs in Ihrem Wohnort ein Problem?
Ja: 69 Prozent
Nein: 31 Prozent
Quelle: VCÖ 2013


VCÖ: Jeder dritte möchte heuer mehr zu Fuß gehen

Im Vergleich zum Vorjahr möchten heuer
37 Prozent mehr zu Fuß gehen
61 Prozent gleich viel gehen
2 Prozent weniger gehen
Quelle: VCÖ 2013

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