VCÖ: Trotz milder Temperaturen zu hohe Feinstaubbelastung in vielen Teilen Österreichs!

VCÖ (Wien, 14. März 2014) – In weiten Teilen Österreichs ist die Feinstaubbelastung zu hoch – und das trotz milder Temperaturen. Der VCÖ weist darauf hin, dass eine zu hohe Feinstaubbelastung für Kinder, ältere Menschen und für Personen mit Atemwegserkrankungen besonders gesundheitsschädlich ist. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen für eine bessere Luftqualität. Saubere Mobilität ist zu forcieren.

Dicke Luft in Österreich. In vielen Regionen Österreich werden die Feinstaub-Grenzwerte überschritten – und das bereits seit mehreren Tagen. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Linz im März an bereits sechs Tagen zu viel Feinstaub in der Luft war, in Wien gibt es bereits seit einer Woche Überschreitungen an einzelnen Messstellen. Gestern waren an allen Messstellen die Werte zu hoch, auch in Graz, Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg und Vorarlberg hat die Feinstaubbelastung den Tagesgrenzwert überschritten.

„Die Feinstaubbelastung ist zu hoch und das obwohl aufgrund der milden Temperaturen deutlich weniger geheizt wird. Im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung braucht es sowohl rasch wirksame Maßnahmen als auch eine langfristige Verbesserung der Luftqualität“, stellt VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek fest.

Der VCÖ weist darauf hin, dass es drei Hauptverursacher von Feinstaub gibt: Verkehr, Industrie und Heizen. Neben den lokal verursachten Emissionen gibt es zudem den so genannten Ferntransport (Schadstoffe aus benachbarten Regionen und anderen Ländern). Aufgrund des milden Winters wurde weniger Feinstaub über die Rauchfänge in die Luft geblasen. Der Verkehr trägt sowohl durch Abgase als auch durch die Aufwirbelung des Straßenstaubs (Reifenabrieb, Split usw.) zur Feinstaubbelastung bei. Im Unterschied zu Industrieanlagen, die sich in der Regel außerhalb der Wohngebiete befinden, gelangt der vom Verkehr verursachte Feinstaub meist dort in die Luft, wo Menschen wohnen oder unterwegs sind. Die direkte Gesundheitsschädigung ist damit höher. Zudem sind in Dieselabgasen besonders viele Kleinstpartikel enthalten. Je kleiner die Feinstaubpartikel, umso gefährlicher für die Gesundheit. Die Partikel können in die Lungenbläschen und Blutkreislauf eindringen, Asthma, Bronchitis aber auch Lungenkrebs sowie schwere Herz-Kreislauferkrankungen können die Folge sein.

„Die Schadstoffgrenzwerte für die Fahrzeuge sind in den vergangenen Jahren nicht zuletzt dank des Einsatzes von Umweltorganisationen und Medizinern auf EU Ebene gesenkt worden. Das Problem ist aber, dass die Fahrzeuge beim Fahren auf der Straße mehr Schadstoffe in die Luft blasen als beim Test im Labor. Deshalb braucht es für die Verbesserung der Luftqualität zusätzliche Maßnahmen“, stellt VCÖ-Expertin Urbanek fest.

Der VCÖ fordert die rasche Umsetzung einer Nachrüstpflicht mit Partikelfilter für alte Lkw. Auch braucht es stärkere Maßnahmen im Bereich der Klein-Lkw. Die Lieferwagen werden zunehmend für den Transport eingesetzt, weil sie von vielen für Lkw geltenden Vorgaben befreit sind (keine Lkw-Maut, Tempolimit wie für Pkw). Gleichzeitig ist die Schadstoffbilanz der Klein Lkw sehr schlecht.

Zudem drängt der VCÖ auf verstärkte Maßnahmen für eine saubere Mobilität. In den Städten sind die Bedingungen für das Radfahren und zu Fuß Gehen deutlich zu verbessern. In den Ballungsräumen braucht es mehr öffentliche Verkehrsverbindungen, damit mehr Pendlerinnen und Pendler eine gute Alternative zum Pkw haben. Der VCÖ sammelt derzeit Unterschriften für mehr Öffentliche Verkehrsmittel mit hoher Qualität. Es kann auch online unter www.vcoe.at/mehroeffis unterschrieben werden.

Wie dringend zusätzliche Maßnahmen für die Luftqualität sind, zeigt die Feinstaub-Zwischenbilanz des VCÖ: In Linz wurde bei einer Messstelle nahe der A7 bereits an 20 Tagen der Grenzwert überschritten, erlaubt sind maximal 25 Überschreitungen im ganzen Jahr. Am zweithöchsten war die Belastung in Wien (19 Überschreitungen in der Taborstraße), dahinter folgend Klosterneuburg und Graz mit jeweils 18 Überschreitungen.

VCÖ: Heuer trotz mildem Winter bereits viele Feinstaub-Überschreitungen
(Tage mit zu hoher Feinstaubbelastung – Erlaubt sind maximal 25 pro Jahr)

1. Linz 24er Turm A7: 20 Tage
2. Wien Taborstraße: 19 Tage
3. Klosterneuburg: 18 Tage
3. Graz Süd Tiergartenweg: 18 Tage
5. Wien Kaiser-Ebersdorf: 17 Tage
5. Wien Stadlau: 17 Tage
7. Linz Römerberg B139: 16 Tage
7. Wien Laaer Berg: 16 Tage
7. Wien Wehlistraße/Südosttangente: 16 Tage
10. Wien Floridsdorf: 15 Tage

Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2014

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